Sie befinden sich hier:

Gas geben ohne Benzin und Diesel?

Erdgas, Autogas, Wasserstoff, Alkohol?

Oder doch lieber ein Elektroauto?

Der BUND informiert zu sinnvollen Antriebsalter-nativen beim Auto


Grundsätzliches

Unser heutiger Umgang mit Autos ist nicht zukunftsfä-hig. Dies hat vor allem zwei Gründe: Wir fahren zu viel und wir fahren mit Autos, die zu viel Treibstoff schlucken. Für den BUND hat daher eine Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundlichere Verkehrsträger wie Busse, Bah-nen oder das Fahrrad und eine deutliche Verbrauchssen-kung Vorrang. Daneben ist ein Umstieg auf umwelt-freundlichere Treibstoffe und alternative Antriebstechni-ken nötig.
Weiterhin werden aus pflanzlichen Rohstoffen herge-stellte Treibstoffe angeboten. Wesentliche Voraussetzun-gen für den BUND sind:

•    ökologischer Anbau der Pflanzen
•    keine Gentechnik
•    keine großflächigen Monokulturen
•    keine ökologisch wertvollen Flächen.

Alternativen für Dieselmotoren

Für Dieselmotoren gab es vor wenigen Jahren noch die im Anschluss kurz beschriebenen Alternativen. Sie sind aber praktisch alle nicht mehr aktuell, so dass für Besitzer von Dieselfahrzeugen zurzeit keine Treibstoffalternativen verfügbar sind. Der BUND empfiehlt wegen der Schad-stoffproblematik beim Dieselmotor aktuell den Umstieg auf einen alternativen Motor beim nächsten Autokauf.

1.) Pflanzenöl
Statt Diesel wird reines Pflanzenöl in den Tank gefüllt. Meist handelt es sich dabei um Rapsöl; geeignet sind aber auch andere Pflanzenöle wie Distel-, Sonnenblu-menöl oder Ölleinen. Diese Alternative wird praktisch nicht mehr angeboten, seit die finanzielle Förderung weggefallen ist.
 
2.) Biodiesel (Rapsmethylester, RME)
RME ist Pflanzenöl, das zum einfacheren Gebrauch in den gängigen Motoren chemisch verändert, „umgeestert“ wird. Auch diese Alternative wird auf dem Markt kaum noch angeboten.

3.) Sundiesel (Biomass to Liquid, BTL)
Für diesen auch Sunfuel genannten Treibstoff wird Bio-masse aller Art zerkleinert und über ein Synthesegas zu flüssigem Kraftstoff umgewandelt. Es gibt zurzeit nur eine Anlage in Erprobung, von der recht wenig zu hören ist. Sie ist als wirkliche Alternative im Moment ebenfalls nicht vorhanden.

Alternativen für Benzinmotoren

1.) Erdgas
Fahrzeuge für den Erdgasbetrieb gibt es ab Werk. Erdgas kostet etwa die Hälfte der entsprechenden Benzinmenge.
Der Schadstoffausstoß und der Lärm sind deutlich gerin-ger als beim Benziner oder Diesel. Allerdings ist Erdgas wie Benzin ein endlicher Rohstoff und gibt bei Verbren-nung Treibhausgase ab, in allerdings geringerer Menge als Benzin. Eventuell könnte in Zukunft auch Biogas Ver-wendung finden, was die ökologische Bewertung verbes-sern würde.

2.) Autogas (Liquefied Petroleum Gas, LPG)
Bei diesem auch als Flüssiggas bekannten Treibstoff ver-wendet man Propan oder ein Propan/Butan-Gemisch. Vor- und Nachteile entsprechen in etwa denen von Erd-gas. Autogas ist in Deutschland eher seltener erhältlich, da man hierzulande eher auf Erdgas setzt. Im europäi-schen Ausland ist LPG dagegen häufiger zu finden.
 
3.) Bioethanol
Aus Zuckerrüben, Zuckerrohr, Kartoffeln oder Getreide wird durch Gärung Alkohol, Ethanol hergestellt und in Motoren verbrannt. Der Preis liegt bei gut 0,50 € pro Liter. Eine Produktion in Deutschland ist zu wettbewerbs-fähigen Preisen nicht möglich.
Es handelt sich um einen erneuerbaren Energieträger, dessen CO2-Bilanz trotz der notwendigen Destillation noch positiv ist. Er wird allerdings unter wenig ökologi-schen Bedingungen erzeugt. Die Gefahr, dass in tropi-schen Ländern Regenwald zur Produktion von Bioethanol gerodet wird, ist hoch.

4.) Wasserstoff
Wasserstoff muss mittels Strom oder aus Erdgas erzeugt werden. Er kann direkt in einem modifizierten Verbren-nungsmotor genutzt werden. Je nachdem, wie der Strom erzeugt wurde (erneuerbar oder konventionell) ist dieser Kraftstoff mehr oder weniger positiv zu beurteilen. Bei einer Erzeugung aus Erdgas ist kein ökologischer Vorteil zu erkennen.

5.) Kohleverflüssigung
Das Verfahren, aus Kohle Benzin herzustellen, ist seit fast 100 Jahren bekannt. Bis zum 2. Weltkrieg war es gang und gäbe. Es sei hier nur der Vollständigkeit halber er-wähnt.
Der scheinbare Vorteil, dass Deutschland über eigene Kohlevorräte verfügt, relativiert sich beim Preis. Für die Umwelt ergeben sich nur Nachteile wie etwa ein doppelt so hoher CO2-Ausstoß.

Alternative Motoren


1.) Elektroauto
Statt des gewohnten Verbrennungsmotors treibt ein Elektromotor das Fahrzeug an. Die Technik ist altbekannt.
Für eine Umweltbilanz ist entscheidend, wie der Strom erzeugt wurde. Stammt er aus konventionellen Kraftwer-ken, hat das Elektromobil keinen entscheidenden Vorteil gegenüber Verbrennungsmotoren. Der geringe Lärm und der fehlende Schadstoffausstoß vor Ort können aber in die Waagschale geworfen werden. Außerdem verbrau-chen Elektroautos mittlerweile weniger Energie als ver-gleichbare Verbrenner.
Anders sieht die Ökobilanz aus, wenn erneuerbare Ener-gien zum Einsatz kommen. Das Laden der Batterien über Solarzellen ist günstig zu bewerten. Allerdings könnte Strom aus Solarzellen sinnvoller anderweitig verwendet werden. Prinzipielle Nachteile von Elektroautos sind ihre geringe Reichweite und das hohe Gewicht ebenso wie die Umweltbelastung bei Herstellung und Entsorgung der Akkus. Sobald das Laden mittels (überschüssigen) regene-rativen Stroms erfolgt, ist eine positive Zukunftsperspek-tive wahrscheinlich.

2.) Hybridmotoren
Hybridfahrzeuge haben sowohl einen Benzin-, als auch einen Elektromotor und nutzen jeweils den geeigneteren. Beim Anfahren und bei niedrigen Geschwindigkeiten ist dies der Elektromotor, ansonsten der Benzinmotor. Beide Motoren laufen bei voller Leistungsabfrage meist gleich-zeitig. Der Strom für den Elektromotor wird durch den Benzinmotor mittels Lichtmaschine erzeugt.
Vorteile sind niedriger Kraftstoffverbrauch und damit recht gute Abgaswerte. Allerdings handelt es sich im Prinzip um einen lediglich verbesserten konventionellen Antrieb. Es gibt noch ein geringes Angebot an Autos.

3.) Brennstoffzellen

In Brennstoffzellen findet eine chemische Reaktion zwi-schen Wasserstoff und Sauerstoff statt, bei der Strom entsteht, der einen Elektromotor antreibt.
Zur Herstellung des Wasserstoffs gelten die gleichen Kritikpunkte wie beim reinen Wasserstoff-Motor (s.d.). Die Brennstoffzelle selbst arbeitet aber völlig abgasfrei und mit doppelt so hohem Wirkungsgrad wie bei Verbrennungsmotoren. Eine Verwendung in großen Stückzahlen ist aber noch nicht kurzfristig denkbar.

Stand: 10/2016
Herausgeber:
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)
Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Hindenburgplatz 3, 55118 Mainz
Tel.: 06131 62706-0,
Fax.: 06131 62706-66
e-mail: info@bund-rlp.de
www.bund-rlp.de

Das Faltblatt im Originalformat als PDF herunterladen



Weitere Tipps und Tricks zum effizienten Energiesparen finden Sie in unserer Strompsarsektion der Ökotipps

Ihre Spende hilft.

Suche

Metanavigation: