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Tipps rund ums Energiesparen beim Heizen

Energieeinsatz im Haushalt

Über 50 % des Energieverbrauchs eines normalen Haushalts entfällt auf die Heizung der Räume und die Warmwasserbereitung. Rechnet man ein Auto nicht ein, erhöht sich dieser Anteil sogar auf etwa 90 %. Den Rest teilen sich verschiedenen Elektrogeräte, vom Herd über den Fernseher bis hin zum Rasierapparat. In beiden Bereichen lässt sich durch den Einsatz moderner, energiesparender Techniken der Energieverbrauch ganz erheblich senken.

Wie die Grafik zeigt, ergeben sich große absolute Einsparungen für Umwelt und Geldbeutel in den Bereichen Heizung und Warmwasser. Viele Maßnahmen zur Energieeinsparung kosten wenig und können mit geringem Aufwand umgesetzt werden. Diese nennen wir bei unseren Tipps an erster Stelle. Aufwändiger und mit höheren Investitionen verbunden sind Maßnahmen, die Wärmedämmung und Heizungsanlage (Modernisierung) betreffen. Aber auch hier ist ihr Geld gut angelegt und die Investitionen werden durch eingesparte Energiekosten wieder eingespielt.

Umweltbewusster heizen

Von den drei Heizenergieträgern Erdgas, Öl und Strom ist Erdgas der weniger umweltschädliche. Bezogen auf den Energiegehalt entstehen bei der Verbrennung von Erdgas weniger Kohlendioxid und andere Schadstoffe als bei der Verbrennung von Heizöl oder bei der Kohleverstromung. Die „schmutzigste“ Art zu heizen ist die Elektroheizung! Denn für jede kWh Strom aus einem herkömmlichen Kraftwerk müssen etwa drei kWh Brennstoff (Kohle, Öl usw.) verfeuert werden. Davon gehen zwei kWh als Abwärme verloren und nur eine kWh kommt als Strom aus der Steckdose. Bei der Wärmeerzeugung mit Gas, sei es in der eigenen Heizung, Warmwasserboiler oder aber auf dem Herd wird der Energieträger also viel effizienter genutzt.

Welche Heizung?

Ein kritischer Blick auf ihre Heizungsanlage lohnt sich in jedem Fall, wenn diese älter als 15 Jahre ist. Noch ältere „Heizungsveteranen“ sollten dringend ausgetauscht werden. Bei einer Erneuerung der Heizung sollten Sie möglichst eine Gasheizung wählen. Sehr sparsam sind so genannte Brennwertkessel, die auch die in den Abgasen noch vorhandene Energie nutzen. Hierzu ist ein Umbau des Kamins notwendig, um ihn vor dem entstehenden Kondenswasser zu schützen. Die Mehrausgaben machen sich nach einigen Jahren bereits bezahlt, da die Brennwerttechnik zu besserer Energieausnutzung führt.
Besonderes Augenmerk sollte dem Stromverbrauch der Umwälzpumpe und eines evtl vorhandenen Gebläsebrenners gelten. Gut auf die Anforderungen abgestimmte Geräte sind hier wichtig. Lassen Sie sich beraten!

Wärme dämmen statt verschwenden

Wärmedämmung schützt die Bausubstanz, schafft ein behagliches Wohnklima, senkt den Energieverbrauch und damit die Schadstoffbelastung der Luft. Gedämmt werden sollten Dachflächen, Außenwände, Decken, Fußböden und Heizkörpernischen, sowie Warmwasserrohre. Besser als eine Innendämmung der Wände ist die Dämmung der Wohnung von außen. Bei einer Fassadensanierung sollte sie daher unbedingt mit eingeplant werden. Fragen Sie Ihren Vermieter, ob er in dieser Richtung plant. Wenn nicht, können Sie auch mit einer 6 cm starken Innenwanddämmung die Heizkosten um 60 - 80 % reduzieren!

Ein Fallbeispiel:
Ein „Normal“haus mit 128 qm Wohnfläche hat einen jährlichen Ölverbrauch von 4700 l. Durch neue Thermostatventile, Wärmedämmung der Heizungsnischen und der Rolladenkästen spart der Besitzer im ersten Jahr 800 l Heizöl. Im zweiten Jahr dämmt er Dach und Keller und spart nochmals 1200 l. Im letzten Jahr dämmt er die Außenwände und stellt auf Außentemperaturregelung um, so dass sein Verbrauch jetzt nur noch bei 1300 l liegt. Eine Reduzierung um 70 %!

Tipps, Tipps, Tipps ...

  • Jährliche Wartung des Heizkessels mit Entrußung des Feuerraums macht sich bezahlt. Schon bei einer Rußschicht von 1 Millimeter steigt der Energieverbrauch um 6 %!
  • Heizen Sie die Räume entsprechend ihrer Nutzung. Im Wohnbereich sind 18-20°C ausreichend. Jedes Grad Raumtemperatur mehr steigert die Heizenergiekosten um 6 - 8 %
  • Senken Sie die Temperatur nachts auf 16 - 18°C ab.
  • Schließen Sie Roll- oder Klappläden nachts oder ziehen Sie Vorhänge vor die Fenster. (Dabei keine Heizkörper verhängen!)
  • Schließen Sie Undichtigkeiten in Fensterrahmen, Türen und Rollädenkästen
  • Stellen Sie Heizkörper und Thermostatventile nicht mit Möbeln, Verkleidungen oder Vorhängen zu, damit eine freie Umströmung mit Raumluft nicht behindert wird.
  • Achten Sie beim Lüften auf das Außenklima: Bei kalter Witterung und Wind reichen Lüftungszeiten von wenigen Minuten! Vermeiden Sie auf jeden Fall Dauerlüften in Kippstellung
  • Sorgen Sie für eine gute Isolierung des Heizkessels, des Warmwasserspeichers und offenliegender Rohre. Vermeiden sie dabei Dämmstoffe, die mit halogenierten Treibstoffen geschäumt wurden.

... noch mehr Tipps!

  • Schaffen Sie wenn möglich eine noch vorhandene Elektroheizung zugunsten einer modernen Gasheizung ab. Wegen Asbestverwendung in diesen Heizungen müssen sie fachgerecht entsorgt werden. Verfahren Sie ebenso mit elektrischen Durchlauferhitzern.
  • Die Zirkulationspumpe könnte evtl. nachts und tagsüber bei Abwesenheit abgeschaltet werden (Schaltuhr). Hierdurch lassen sich bis zu 10% Brennstoff sparen, weil die Wärmeverluste an den Rohren sinken. Zudem sparen Sie auch noch Strom.
  • Lassen Sie sich beraten!

Herausgeber:
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)
Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Hindenburgplatz 3, 55118 Mainz
Tel.: 06131 62706-0
Fax.: 06131 62706-66
info@bund-rlp.de
www.bund-rlp.de

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Weitere Tipps und Tricks zum effizienten Energiesparen finden Sie in unserer Strompsarsektion der Ökotipps

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