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Sparen Sie sich die Energie!

Strom sparen für den Geldbeutel und gegen den Treibhauseffekt

Der BUND informiert zum Energiesparen

Strom sparen = Geld sparen?

Strompreissteigerungen machen vielen Mitbürgern erst bewusst, dass Stromverbrauch mit Kosten verbunden ist, auf die man einwirken kann. Ein anderer Aspekt ist dem BUND wichtig: Die Stromversorgung ist die größte Kohlendioxidquelle und die wichtigste Ursache künstlicher Radioaktivität in Deutschland. Der Treibhauseffekt und die Reaktorsicherheit werden zur Überlebensfrage der menschlichen Zivilisation. Stromsparen ist im Durchschnittshaushalt viel einträglicher als ein Wechsel zu einem Billiganbieter. Und es schont die Umwelt. Daher widmet sich diese Information ausschließlich dem Stromsparen.

Wir verheizen Strom

Strom ist umweltfreundlich - sagen die, die Strom verkaufen wollen. Aber Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose, wie ein Autoaufkleber behauptet. Die Stromwirtschaft ist trotz technischer Verbesserungen an den Kraftwerken nach wie vor der Umweltverschmutzer Nr. 1 bei Kohlendioxid (CO2), Schwefeldioxid und auch Radioaktivität. Das für den Treibhauseffekt hauptverantwortliche CO2 lässt sich durch keine Filteranlage zurückhalten. Es kann nur weniger werden, wenn Strom eingespart oder CO2-ärmer erzeugt wird. Die Bundestags-Enquetekommission zum Schutz der Erdatmosphäre sieht die größten CO2-Einsparpotentiale bei Kraftwerken und Haushalten. Im Haushalt kann Strom gespart werden, indem

  1. Elektrogeräte sachgerecht installiert und sinnvoll eingesetzt werden.
  2. bei Geräteersatz nur Stromspargeräte gekauft werden.
  3. unnötiger Stromverbrauch vermieden wird.

Strom ist ein ganz besonderer Saft

Nur wenige Bürger können ihren privaten Stromverbrauch beziffern. Kaum einer kennt seinen Stromzähler. Die Abschlagszahlung wird abgebucht, darum muss man sich nicht weiter kümmern. Wer erfolgreich Strom sparen will, muss sich mit diesem besonderen Saft vertraut machen, muss wissen, welches Gerät viel Strom verbraucht, welches wenig. Der Mensch besitzt keinen natürlichen Sinn für Stromverbrauch. Wir schätzen ihn oft ganz falsch ein, was folgendes Beispiel verdeutlicht: Ein Lautsprecher mit 10 Watt kann einem das Trommelfell ruinieren, aber ein Heizlüfter mit einem 200mal so hohen Stromverbrauch (2000 Watt!) macht ein kaltes Zimmer nicht schnell genug warm. Ein Strommessgerät zeigt Ihnen die Leistung jedes einzelnen Haushaltsgerätes (in Watt), dessen Stromverbrauch (in Kilowattstunden) für einen Arbeitsgang (z. B. Waschmaschine) oder für einen Tag (z. B. Kühlschrank). Wenn Sie die Ratschläge dieses Faltblatts beherzigen, dann achten Sie auf Ihren Stromzähler. Ihre Sparerfolge können Sie monatlich verfolgen. Am meisten Strom fressen übrigens die Geräte, die aus Strom Wärme machen: Nachtspeicherheizung, Heizlüfter, Heißwasserboiler, Wäschetrockner, Waschmaschine, Spülmaschine.

Zu schade zum Verheizen

Nach wie vor wird Werbung für Stromheizungen, Elektro-Wärmepumpen und Elektro-Warmwasser gemacht. Aber Strom zur Wärmeanwendung ist nicht nur umweltschädlich, sondern auch Verschwendung. Im Kraftwerk wird Strom unter großen Energieverlusten gewonnen: Zwei Drittel der eingesetzten Energie gehen als Abwärme verloren. Die ungenutzte Abwärme aller deutschen Großkraftwerke ist größer als der gesamte Heizenergieverbrauch aller deutschen Haushalte. Es ist energiewirtschaftlicher Unfug, die derart verlustreich gewonnene Edelenergie Strom wieder in Wärme zurückzuverwandeln. Jede Kilowattstunde Strom ist im Mittel mit 700 g Kohlendioxid belastet, der Mittellaststrom im Winter (Nachtspeicherstrom kommt aus Steinkohlekraftwerken) sogar mit rund 1 kg Kohlendioxid. Die Elektroheizung ist damit um ein Vielfaches umweltschädlicher als eine Öl- oder Gasheizung.

Was kommt nach dem Stromsparen?

Wenn Sie Ihren privaten Stromverbrauch reduzieren wollen, helfen Ihnen die umseitigen Tipps. Danach ist es kein Kunststück mehr, den Restbedarf mit Solarstrom in Eigenregie abzudecken. Das Stromeinsparpotenzial privater Haushalte liegt aber bei 60 bis 70 Prozent!

Unsere Tipps zum Stromsparen

1. Elektrogeräte sachgerecht installieren und sinnvoll einsetzen

  • Kühlschränke weit weg von Heizkörpern aufstellen*
  • Gefriertruhe am besten in kühlen Kellerraum**
  • Beleuchtung gezielt einsetzen, nicht aus der Tiefe des Raumes strahlen**
  • Lampen mit Einzelschalter ausrüsten, keine Festbeleuchtung, die an einem Schalter hängt**
  • Beleuchtung, Radio, Stereoanlage nur dann einschalten, wenn sie gebraucht werden*
  • Warmwasserboiler auf handwarm stellen; nur wenn große Wassermengen benötigt werden, auf heiß stellen**
  • Warmwasserboiler bei Nichtgebrauch abschalten**
  • Warmwasserverbrauch durch Einhandmischer und Durchflussbegrenzer reduzieren*
  • Kochtopf soll mindestens so groß wie Heizplatte sein, der Topfboden eben**
  • Nur mit Deckel kochen*
  • Nicht zu viel Wasser beim Eier- und Kartoffelkochen verwenden**
  • Nachwärme der Kochplatten nutzen, z.B. 10 Minuten vor Ende der Gardauer abschalten*
  • Schnellkochtopf, noch besser: Kochkiste verwenden***
  • Backröhre nicht vorheizen*
  • Licht, Radio beim Verlassen des Zimmers abschalten*
  • Fernseher richtig ausschalten, nicht im Stand-by weiterlaufen lassen***
  • Wasch- und Spülmaschine nur voll einschalten**
  • Wasserhähne nicht tropfen lassen!*
  • Lieber einmal mit voller Ladung als zweimal mit halber Ladung und Sparprogramm waschen**
  • Kochwäsche öfter mal mit 60°C waschen**
  • Nur gut geschleuderte Wäsche in den Wäschetrockner füllen**
  • Gefriertruhe/Kühlschrank regelmäßig abtauen*
  • Kühlschlangen einmal jährlich entstauben*
  • Akku-Geräte erst unmittelbar vor dem Einsatz laden; Aufbewahren in der Wandhalterung benötigt ständig Strom!**

* bis 10% Einsparung;
** 10-30% Einsparung;
*** über 30% Einsparung;
Sofortmaßnahmen sind kursiv gedruckt.

2. Beim Geräteersatz nur Stromspargeräte kaufen (Stromeinsparung über 30%)

  • Durch Vergleichstabellen/Warentest bestes Gerät aussuchen. Zusätzlich Angebote einholen
  • Gefriertruhe ist sparsamer als Gefrierschrank
  • Kühlschrank ohne Gefrierfach ist wesentlich sparsamer als mit Sterne-Gefrierfach
  • Schranktrockner sind wesentlich sparsamer als die üblichen Wäschetrockner
  • Beim Kauf einer Waschmaschine darauf achten, dass getrennte Kalt- und Warmwasserzufuhr möglich (bisher bei wenigen Modellen!)
  • Waschmaschine/Geschirrspüler wenn möglich an Warmwasserversorgung anschließen
  • Stromsparlampen verwenden

3. Auf unnötigen Stromeinsatz verzichten

  • Warmwasser besser mit Gas oder Sonnenwärme als mit Strom bereiten
  • Gasherd ist wesentlich energiesparender und komfortabler als E-Herd
  • Abwägen, ob Geräte wie Spülmaschine, Wäschetrockner, Mikrowellenherd etc. wirklich notwendig sind (Kosten, Umweltbelastung)
  • Auf Video-Programmierung verzichten und Recorder ganz ausschalten


Stand: 10/10

Herausgeber:
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)
Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Hindenburgplatz 3, 55118 Mainz
Telefon: (06131) 62706-0
Telefax: (06131) 62706-66
info@bund-rlp.de
www.bund-rlp.de

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Weitere Tipps und Tricks zum effizienten Energiesparen finden Sie in unserer Strompsarsektion der Ökotipps

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