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Für Umweltschutz und Arbeitsplätze

Der BUND informiert über die vielfältigen Möglichkeiten einer anderen Energiepolitik

Eine echte Wende

Die Wende in unserer Energieversorgung ist möglich. Mit moderner, ausgereifter Energietechnik ließe sich über die Hälfte des Energieverbrauchs einsparen. Der Restbedarf wäre zu mehr als drei Vierteln aus erneuerbaren Energien zu decken. Das hat eine Berechnung ergeben, die der Bund Naturschutz in Bayern durchführte. Atomstrom ist dazu nicht nötig; der fossile Anteil schrumpft auf ein Siebtel des derzeitigen Wertes. Der Lebensstandard bleibt voll erhalten. Die Anwendung dieser Technik könnte viele Tausend Arbeitsplätze schaffen.

Energieeinsparung

Wärmedämmung

Wer sein Haus nach den Vorgaben der Sonne, mit großen Fenstern nach Süden und kleinen nach Norden plant und guten Wärmeschutz bei Wänden und Fenstern einhält, dessen Heizkosten sinken auf zehn bis zwanzig Prozent derer eines gleich großen, konventionell erbauten Nachbarhauses.

Dass ein derartiges Niedrigenergiehaus kaum teurer als ein herkömmliches sein muss, hat ein Münchener Architektenbüro im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus bewiesen. Durch Kosten sparende Wärmedämmung, Holzständerbauweise, Isolierglas und ähnliches konnte der Heizenergieverbrauch auf weniger als 40 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter gedrosselt werden. In anderen Wohngebäuden liegt der Verbrauch sechsmal so hoch. In Altbauten spart man mit Wärmedämmung und Heizungserneuerung zwei Drittel der Heizenergie.

Holzhäuser

Häuser aus Holz helfen der Umwelt auf zweifachem Wege: Der Baustoff Holz erreicht gute Dämmwerte, das spart Heizenergie. Überdies kann das Kohlendioxid, das im Holz gebunden ist, für ein oder mehrere Jahrhunderte nicht in die Atmosphäre entweichen. Holz als Baustoff wirkt also dem Treibhauseffekt entgegen. Viele fortschrittliche Architekten haben sich bereits auf diese Bauweise eingerichtet. Das Wohnklima ist nicht zu übertreffen und die Heizungsrechnung so niedrig wie bei wenigen Nachbarn.

Blockheizkraftwerke (BHKW)

Blockheizkraftwerke sind der heimliche Renner am Energiemarkt. Gut tausend Stück gibt es bereits in Bayern, in Rheinland-Pfalz sind es leider noch viel weniger. Im Gegensatz zu den verschwenderischen Großkraftwerken nutzen sie die Restwärme der Stromerzeugung zur Gebäudeheizung. Weil diese Restwärme bis zu zwei Drittel des Brennstoffinhalts ausmacht, arbeiten BHKWs doppelt so effektiv wie Großkraftwerke mit Kühlturm. Sie sind besonders erfolgreich, wo ein hoher Wärmebedarf über einen großen Teil des Jahres vorliegt, z. B. in Kläranlagen oder Krankenhäusern. Aber auch Firmen, Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften machen sich mittlerweile die Vorteile der BHKWs zunutze.

Erneuerbare Energien

Beispiel Sonne

Solarkollektoren, die das Sonnenlicht einfangen und seine Energie an einen Warmwasserspeicher weiterleiten, sind mittlerweile weit verbreitet. Was noch längst nicht alle Häuslebauer und Eigenheimbesitzer wissen: Es gibt staatliche Zuschüsse und zinsverbilligte Darlehen zum Einbau dieser Anlagen.

Die Sonne schickt auf manches Dach im Sommer mehr Energie als das Haus im Winter zum Heizen braucht. Solarheizung ist dann möglich, wenn das Haus gut wärmegedämmt ist und einen ausreichenden Speicher besitzt. Wie einfach die Speicherung der Sonnenenergie vom Sommer in den Winter sein kann, hat der Bürgermeister der kleinen Solargemeinde Schalkham im Landkreis Landshut bewiesen: Ein gut isolierter 50-Kubikmeter-Wassertank nimmt die Überschusswärme seiner Solaranlage im Sommer auf und gibt sie im Winter an die Heizkörper wieder ab. Auch kleinere Neubauten lösen ihr Heizproblem heute bereits auf diese elegante Weise.

Ein Kraftwerk auf dem Dach (Fotovoltaikanlage) macht aus Sonnenlicht Solarstrom, der elektronisch in Wechselstrom mit genau der Spannung und der Frequenz umgeformt wird, die auch das öffentliche Netz liefert. Man kann damit die Haushaltsgeräte betreiben, der Überschuss geht ins öffentliche Netz. Seit es das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gibt, erhält man einen Betrag, der jährlich neu festgelegt wird. 2009 waren es noch rund 43 Cent. Leider ist diese Einspeisevergütung deutlich gesenkt worden. 2011 werden es voraussichtlich nur noch 27-28 Cent sein.

Eine Anlage von 30 Quadratmetern Fläche erzeugt mehr Strom, als ein Stromspar-Haushalt benötigt.

Das Signal steht auf Halt

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen ungenügend

Die Energiewende ist längst überfällig. Die alten Energieträger stehen vor ihrem Ende. Uran, Öl und Gas reichen vielleicht noch 40 bis 60, die Kohle 200 Jahre, optimistisch geschätzt. Weil der Energiehunger der Welt immer noch größer wird, werden auch neu entdeckte Lagerstätten die Gnadenfrist nicht verlängern. Wenn wir sie nutzen, bis alles verbraucht ist, werden die Folgen katastrophal sein: Drastische Klimaveränderungen, Unmengen frei gesetzter Schadstoffe, verschleuderte Rohstoffe. Und nicht zu vergessen: Ständig droht der atomare Super-GAU.

Der richtige Zeitpunkt für die Energiewende ist also genau jetzt, sie muss vor dem nächsten Super-GAU vollzogen sein. Die Alternativen stehen bereit: Energiespartechnik und Erneuerbare Energien sind sauber und sie bieten mehr, als wir brauchen.

Warum sind Energiespartechniken, warum ist die Nutzung erneuerbarer Energien eher die Ausnahme als die Regel, wo doch - wie wir eingangs behaupteten - die Energiewende nicht weh tut?

Einigen wenigen wird sie wehtun: den alten Energiekonzernen, die an Kohle, Öl und Uran hängen und deren Umsatz durch die Alternativen höchst bedroht ist. Und darum blockieren sie Energieeinsparung und erneuerbare Energien mit Tarifen, die Verschwendung belohnen, nutzen Verflechtungen und Preisabsprachen. Und sie genießen große, versteckte Subventionen.

Die Folgen der Energieverschwendung - ob Jahrhundert-Hochwasser oder Super-Gau sind nicht über Versicherungen gedeckt, sondern müssen vom Staat und den Betroffenen bezahlt werden.

Der Bundeswirtschaftsminister hat errechnen lassen, welche Kosten sich die Energiebranche damit spart: 300 Milliarden Euro jährlich! „Ruinöse Erblast“ hieß zutreffend die zugehörige Titelgeschichte der Wirtschaftswoche. Oder, wie Bayerns ehemaliger Wirtschaftsminister Wiesheu bemerkte: „Gegen das kostengünstige Angebot konventioneller Energien lässt sich ein zusätzliches Angebot erneuerbarer Energien nur mit überproportional hohen Kosten in den Markt drücken.“

Käme das Verursacherprinzip auch im Energiesektor zum Tragen, würde die Verschwendung der alten Energieträger aufhören, Energiespartechnik und erneuerbare Energien wären Marktrenner.

Solange aber bei uns die Weichen auf Kostenentlastung der alten Energien gestellt sind, überlassen wir die Märkte nachhaltiger Techniken anderen Ländern. Auch das hilft der Umwelt, global gesehen. Aber die Arbeitsplätze in diesen Zukunftstechnologien entstehen dann in Dänemark, USA oder Japan.

Stand: 10/2010

 

Herausgeber:

Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)

Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

Hindenburgplatz

55118 Mainz

Telefon: 06131 62706-0

Fax: 06131 62706-66

e-mail: info@bund-rlp.de

www.bund-rlp.de

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Weitere Tipps und Tricks zum effizienten Energiesparen finden Sie in unserer Strompsarsektion der Ökotipps

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