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Die Kochmulden - Gas oder Elektro?

Der BUND informiert über die verschiedenen Systeme

Elektro-Kochmulden
Bei Elektro-Kochmulden sind grundsätzlich drei Syste-me zu unterscheiden: die klassischen Kochplatten, strahlungsbeheizte und induktionsbeheizte Glaskera-mikkochfelder.

Die klassische Kochplatte
Diese altbekannten Kochfelder mit den meist vier gusseisernen Platten mit unterschiedlicher Leistung werden heute nur noch selten gekauft. Bei Vergleichs-tests schneiden sie bezüglich Schnelligkeit und Strom-verbrauch am schlechtesten ab. Dafür sind sie preislich unschlagbar. Bereits für wenig mehr als 100 Euro kön-nen sie erworben werden. Aus ökologischen Gründen sind sie allerdings am wenigsten zu empfehlen.

Strahlungsbeheizte Kochfelder
Die überwiegende Anzahl von Elektrokochmulden sind heutzutage Glaskeramikkochfelder. Sie haben Vorteile bezüglich Reinigung und Stromverbrauch. Die Ausstat-tung ist in letzter Zeit deutlich besser geworden. So gehören Ankochautomatik, Warmhaltefunktion oder Bräterzonen so selbstverständlich hinzu wie eine Viel-zahl unterschiedlicher Leistungsstufen. Allerdings ha-ben auch Kochfelder einen Standby-Verbrauch.

Strahlungsbeheizte Kochfelder haben eine klassische Heizwendel, die nach dem Einschalten glutrot auf-leuchtet. Das bedeutet einen gewissen Sicherheitsvor-teil. Im Gegensatz zu den anderen elektrischen Syste-men ist deutlich zu erkennen, dass Hitze abgegeben wird. Kleinere Kinder können dies allerdings nicht er-kennen.

Gegenüber der klassischen Kochplatte sparen strah-lungsbeheizte Kochfelder etwa ein Viertel Zeit, aber nur  ca. 12 - 15 % Strom. In der Anschaffung liegen sie deutlich höher. Diese Mehrausgabe wird aber wäh-rend der Lebensdauer des Kochfeldes durch den gerin-geren Stromverbrauch locker wieder hereingeholt.

Induktionsbeheizte Kochfelder
Dabei handelt es sich um den neuesten Typ an Koch-mulden. Sie gibt es dennoch schon seit den 80er Jah-ren. Erst in den letzten Jahren setzt sie sich mehr und mehr beim Verbraucher durch.

Die Wärme entsteht dabei nur im Topfboden durch so genannte elektrische Wechselfelder. Die Herdplatte selbst bleibt relativ kalt und es kann nichts einbrennen. Dies hat auch wiederum einen Sicherheitsaspekt. Al-lerdings erfordert die Induktionstechnik spezielle Koch-töpfe, die magnetisierbar sind. Dafür eignen sich Stahlemail, Gusseisen oder manche Edelstahlarten. Ein Magnet muss daran haften bleiben.

Beim Blick auf Schnelligkeit und Stromverbrauch ist festzustellen, dass induktionsbeheizte Kochfelder die Spitzenposition innehaben. Beim Erhitzen von Wasser beispielsweise haben sie die Strahlungsheizung speziell in den letzten Jahren weit hinter sich gelassen. Waren sie 2004 in einem Test (Stiftung Warentest) nur maxi-mal 20 % schneller, sind die neuesten Geräte leicht doppelt so schnell, durch den Einsatz von Boostern sogar teilweise noch schneller. Vorteilhaft dabei ist, dass sich der Stromverbrauch durch die Booster nicht wesentlich erhöht.

Leider ist der Vorsprung beim Stromverbrauch nicht ganz so hoch. Er liegt aber immerhin bei etwa 20 %. Dieser Vorteil wird aber mit deutlich höheren Preisen erkauft. Induktionsbeheizte Kochfelder kosten oft über 1.000 Euro. Das billigste gute Gerät beim Test der Stiftung Warentest (09/2009) kostet 700 Euro. Mit diesem Gerät ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Rentabilität gegenüber den anderen Elektro-Kochmulden darstellbar.

Gegenüber der klassischen Kochplatte ist der Vor-sprung des induktionsbeheizten Kochfeldes natürlich sehr deutlich. Die Zeitersparnis von bis zu 70 % und der geringere Strombedarf von etwa einem Drittel sprechen für sich.

Gas-Kochmulden
Bei der Anschaffung einer Kochmulde macht es Sinn zunächst zu klären, ob eine Gas-Kochmulde machbar ist. Dies ist der Fall, wenn eine Gassteckdose oder ein Gasanschluss (Gasheizung) in erreichbarer Entfernung liegt. Auch möglich ist der Betrieb eines Gas-Kochfeldes mittels Gasflaschen.
Gas-Kochmulden sparen nicht nur Energie und redu-zieren damit den CO2-Ausstoß, sondern laut Stiftung Warentest auch über 50 Euro jährlich an Energiekos-ten. Mindestens viermal so teuer ist Kochen mit Strom gegenüber Kochen mit Gas. Gaskochfelder haben au-ßerdem weitere Vorteile.

• einfache Handhabung der Gasflamme
• volle Wärmeleistung sofort nach dem Zünden
• direkte Wärmeübertragung
• keine Nach- oder Restwärme
• exakte Wärmeregulierung
• Flamme kann an Topfgröße angepasst werden.

Besonders bei den offenen Gaskochstellen kommen die Vorzüge der Energie Erdgas voll zum Tragen. Vitamin schonendes Garen ist gesichert. Ein Vorteil des Gas-Backofens ist, dass bei der Verbrennung von Erdgas Wasserdampf frei wird. Die dadurch entstehende hohe Luftfeuchtigkeit im Backofen wirkt sich für Back- und Bratprozesse günstig aus, da Gewichtsverluste geringer sind als bei trockener Hitze.

Die klassische Gas-Kochmulde
Gasgeräte zur Nahrungszubereitung stehen als Stand- oder Einbauherde sowie als Einbaukoch-mulden zur Verfügung. Die Kochmulde eines Gas-herdes weist in der Regel vier Brenner auf:
• ein Starkbrenner (Leistung im Bereich 2 - 3 kW)
• zwei Normalbrenner (Leistung 1 - 2 kW)
• ein Garbrenner (Minibrenner, Sparbrenner, Hilfs-brenner; Leistung ca. 1 kW)

Gas-Glaskeramikkochfeld
Seit Mitte der 70er Jahre gibt es auch Gasherde, die mit einem Glaskeramikkochfeld ausgestattet sind. Unter einer durchgehenden Platte aus Spezi-alkeramik sind (herstellerspezifisch) zwei bzw. drei Gasinfrarotstrahlungsbrenner bzw. Gasheizstrahler angeordnet. Entsprechend gibt es zwei oder drei Kochzonen, die speziell zum Ankochen geeignet sind. Die Temperatur der Kochzonen regelt sich automatisch, d. h., die Gaszufuhr taktet entspre-chend der vorher gewählten Einstellung. Die restli-che Oberfläche der Keramikplatte wird durch die Abwärme der Heizstrahler ebenfalls erwärmt und kann zum Fortkochen und Warmhalten von Spei-sen genutzt werden.

Gas-Glaskeramikkochfelder sind Bestandteile von Stand- oder Einbauherden oder als einzelne Koch-mulden lieferbar. Die Glaskeramikplatte erlaubt einen relativ guten Wärmeübergang. Gleichwohl muss auf eine sichtbare und schnell regelbare Flamme mit ihrem günstigen Energiebedarf verzichtet werden. Es müssen Töpfe mit völlig ebenen Böden verwendet werden. Die beste Energieausnutzung des gasbeheizten Glas-keramikkochfeldes erhält man, wenn man Koch- und Warmhaltezonen gleichzeitig nutzt. Dies setzt eine gewisse Übung voraus.

Eine gute Kompromisslösung stellen Gas-Kochmulden dar, bei denen die Brenner auf einer Glaskeramik angeordnet sind. Die Vorteile des guten Energieübergangs werden mit einer verbesserten Reinigungsmöglichkeit verbunden.

Tipps:
• Mehrere Gasversorger fördern die Umstellung auf den Gasherd finanziell.
• Beachten Sie in diesem Zusammenhang unser Faltblatt „Der Gasherd“, das sich auch mit weiteren Gas-Kochgeräten wie z.B. dem Gasbackofen beschäftigt.

Das Faltblatt im Orginalformat als pdf- Datei zum download



Weitere Tipps und Tricks zum effizienten Energiesparen finden Sie in unserer Strompsarsektion der Ökotipps

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