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Zukunftsfähige Energiepolitik: Die Stromwende

Wie eine nachhaltige Energiewende im Strombereich aussehen sollte

Einleitung

Trotz Fortschritten im Einsatz erneuerbarer Energieträger kann die Energieversorgung Deutschlands noch lange nicht als nachhaltig gelten, denn zu groß sind immer noch Umwelt- und Gesundheitsschäden, Ressourcenverschwendung, Importabhängigkeit und Monopolisierung. Häufig steigende Energiepreise für die privaten Haushalte und die begründete Angst vor den Folgen des Klimawandels haben die Energiewende zu einem häufig diskutierten Thema gemacht.

Der BUND zeigt mit dieser Position, wie eine nachhaltige Energiezukunft im Strombereich möglich werden kann. Mit einer deutlichen Steigerung der Energieeffizienz, einer drastischen Senkung des Verbrauchs und dem Ausbau der erneuerbaren Energien sind die Ziele des Atom- und Kohleausstiegs, des Klimaschutzes und des Übergangs zu einer 100%igen Versorgung aus erneuerbaren Energiequellen möglich - und dies in Einklang mit dem Umwelt- und Naturschutz.

Die drei „E“

Zum Erreichen der genannten Ziele sind die drei „E“ unerlässlich: Einsparung, Effizienz, Erneuerbare. Am Beispiel eines Kühlschranks sei das Prinzip erläutert.

Einsparung (Suffizienz) bedeutet einen sparsamen Umgang mit dem Gerät, also etwa rasches Einräumen und Schließen der Tür oder der Verzicht auf ein Zweitgerät. Zu Spartipps empfehlen wir unser Faltblatt „Sparen Sie sich die Energie“.
Effizienz
heißt, einen Kühlschrank mit hohem Verbrauch durch ein sparsames Gerät zu ersetzen. Hier finden Sie im Internet neutrale Auflistungen von Geräten (Z.B. „Sparsame Haushaltsgeräte“ googeln).
Erneuerbare Energie
zu nutzen bedeutet, den Kühlschrank mit zertifiziertem Ökostrom oder Strom aus einer eigenen PV-Anlage zu betreiben.

Einsparung und Effizienz

Der BUND fordert, unseren exorbitant hohen Stromverbrauch radikal zu reduzieren. Einsparungen in der Größenordnung von 50% sind möglich! Dazu ist es nötig, auf unnötigen Stromverbrauch zu verzichten, etwa laufende Fernsehgeräte oder leuchtende Lampen ohne Personen im Zimmer. Außerdem müssen sich die energiesparendsten Geräte langsam durchsetzen, ohne, dass Altgeräte weiterbetrieben werden.

Die Verteilung des Stromverbrauchs in einem typischen deutschen Haushalt zeigt folgende Grafik:

 



Die erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien sind Energieformen, die sich in den üblichen Zeiträumen nicht aufbrauchen. Hierzu zählen Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie. Eines sei vorweg bemerkt: Wie jegliche Energienutzung sind auch die Erneuerbaren nicht ohne Einfluss auf Natur und Umwelt. Allerdings können bei geschicktem Einsatz die Belastungen deutlich geringer sein als etwa bei Atomkraft und Kohle, deren zweiter großer Nachteil die Endlichkeit ist.

Umweltbelastung

Jegliche Art von Energien, auch erneuerbare Energien, sollten so effizient und sparsam wie möglich genutzt werden, denn sie kosten Geld und beanspruchen Ressourcen. Der Abschied von der Energieverschwendung trägt dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien umso schneller zu steigern.

Die Nutzung erneuerbarer Energien ist in den Kontext von Umwelt- und Naturschutz einzubetten. Der BUND hat zu allen Bereichen der erneuerbaren Energien, für Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie, Stellung bezogen und in Positionspapieren Kriterien zur umwelt- und naturverträglichen Nutzung erneuerbarer Energien aufgestellt (siehe unter http://energie.bund-rlp.de/ ).

Dabei ist zu bedenken, dass der für unseren Strom notwendige Energieeinsatz und somit die CO2-Belastung höher liegen als gemeinhin angenommen. Die Ursache findet sich in den immensen Verlusten bei der konventionellen Stromerzeugung von nahezu zwei Dritteln. Wie nachfolgende Grafik zeigt, liegt der für den Strom erforderliche Primärenergieeinsatz immerhin bei etwa einem Drittel.

 

 



Ein zukünftiger Energiemix beim Strom

Einigkeit besteht bei den Befürwortern der Energiewende darin, dass Windkraftanlagen zusammen mit Fotovoltaikanlagen das Rückgrat in einem zukünftigen Energiemix beim Strom sein müssen. Ein Anteil von etwa 60 % Wind (dabei ist das Repowering ein wesentlicher Faktor) und    20 % Fotovoltaik werden in einem zukünftigen Strommix angestrebt.

Wasserkraftanlagen sind bereits zum größten Teil ausgebaut und sollen zusammen mit Biomasse- und Geothermieanlagen die Sicherheit einer zukünftigen Stromversorgung gewährleisten, da ihre Leistung fast immer zur Verfügung steht und kurzfristig dem Bedarf angepasst werden kann. Zusammen mit einem zügigen Ausbau der jetzt schon technisch verfügbaren Speichermöglichkeiten, dem dezentralen Einsatz von stromgeführter KWK und einem intelligenten Netzausbau ist eine sichere Versorgung aus erneuerbaren Energiequellen mittelfristig möglich.

Vorschlag des BUND Rheinland-Pfalz zu einer zukünftigen Verteilung der Stromerzeugung nur aus erneuerbaren Energiequellen ab 2030 (entnommen aus „Fahrplan Energiewende“). Dabei ist eine Reduzierung des Stromverbrauchs um 30 % eingerechnet:



Forderungen für den gesamten Energiebereich

1. Deckung des Energiebedarfs zunehmend und letztlich vollständig durch erneuerbare Energien (Stromerzeugung zu 100% aus regenerativen Energien bereits im Jahr 2030).

2. Reduktion des Energieverbrauchs bis zum Jahre 2050 um 50 %.

3. Senken der Treibhausgasemissionen, insbesondere der CO2-Emissionen, bis zum Jahr 2020 um 45%, bis zum Jahr 2050 um mehr als 90%.

4. Bessere Gesetze zur Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz. Die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung bei der Stromerzeugung ist zu fördern. Dazu gehört auch die stärkere Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Keine neuen Wärmekraftwerke ohne diese Technik.

5. Sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie und Auslaufen der Stromerzeugung durch Kohlekraftwerke. Dazu gehört der Verzicht auf neue Braunkohle-Tagebaue und das Auslaufen der Kohlenutzung bis 2030, allerspätestens bis 2035.

6. Neue Hochspannungsleitungen sind nur noch als Erdkabel auszuführen. Umweltverträglichkeitsstudien sind durchzuführen.

 

 

Stand 10/2015

Herausgeber:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Hindenburgplatz 3
55118 Mainz
Tel.: 06131 62706-0
Fax.: 06131 62706-66
e-mail: info@bund-rlp.de
Internet: www.bund-rlp.de

Das Faltblatt im Orginalformat als pdf- Datei (1557 KB) zum download.



Weitere Tipps und Tricks zum effizienten Energiesparen finden Sie in unserer Strompsarsektion der Ökotipps

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