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Für eine europäische Agrarwende


Mehr als eine Viertelmillion EU-Bürger fordern Agrarreformen

Pressemitteilung vom 3. Mai 2017

Berlin: Die Umweltverbände BUND, DNR, NABU und WWF haben die Beteiligung von rund 260000 EU-Bürgern an einer von der EU-Kommission gestarteten Online-Debatte um die künftige Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik gelobt. Innerhalb von nur vier Wochen sei es gelungen, eine breite öffentliche Diskussion um den Reformbedarf im Agrarsektor anzustoßen und viele Menschen für die Interessen von Bäuerinnen und Bauern, Umwelt und Verbrauchern zu interessieren. Forderungen nach einer verantwortungsbewussteren Landwirtschaft hätten in den zurückliegenden Wochen auch über 600 Unternehmen und Verbände an die EU-Kommission in Brüssel gerichtet.

„Erforderlich ist eine grundsätzliche Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik. Die bisherigen pauschalen Flächenprämien sind abzuschaffen. Agrarbetriebe dürfen künftig nur noch Geld erhalten, wenn sie Leistungen für den Umwelt- und Naturschutz und die artgerechte Tierhaltung erbringen. Mit diesem Geld muss endlich eine naturverträgliche Landwirtschaft und die Ausweitung des Ökolandbaus gefördert werden. Nur eine solche Politik gibt der bäuerlichen Landwirtschaft eine Zukunft und stoppt das Höfesterben“, sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). 

Die an der Online-Debatte Beteiligten forderten von EU-Agrarkommissar Phil Hogan einen Kurswechsel bei der Vergabe von Agrarsubventionen. Diese machten derzeit 38 Prozent des EU-Haushalts aus. Kritisiert wird auch, dass bislang der Großteil der Fördergelder in pauschale und flächenbezogene Agrarsubventionen fließe und damit agrarindustrielle Produktionsmethoden zum Schaden von Natur und Landwirten bevorzugt würden. Die ab 2020 geplante neue Agrarpolitik müsse ökologisch nachhaltiger und global verantwortungsvoller ausgerichtet werden und zugleich die Interessen von Landwirten und Verbrauchern stärker berücksichtigen.

Dafür erforderlich seien eine gezielte Förderung von Leistungen im Tier- und Naturschutz sowie die Beendigung der Subventionsvergabe „mit der Gießkanne“. Politisch vorangebracht werden müssten außerdem tierschutzgerechte Haltungsformen für Nutztiere sowie eine Reduzierung des Pestizid- und Düngemitteleinsatzes in der Landwirtschaft.

Die öffentliche Debatte zur Agrarreform, die am 2. Mai offiziell beendet wurde, war von der EU-Kommission im Februar gestartet worden. Spätestens im November 2017 werden erste Reformvorschläge der EU-Kommission zur Agrarpolitik nach 2020 erwartet.

Hintergrundinformationen zur agrarpolitischen Kampagne der Umweltverbände finden Sie hier: https://www.bund.net/aktuelles/detail-aktuelles/news/eu-weite-buergerbefragung-wie-soll-die-eu-agrarpolitik-nach-2020-aussehen/

Pressekontakt: Christian Rehmer, BUND-Agrarexperte, Tel. 030-27586473, E-Mail: christian.rehmer@bund.net bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425, presse@bund.net, www.bund.net

Demonstration gegen die Agrarindustrie


Jedes Jahr im Januar treffen sich Bauern und Bäuerinnen, LebensmittelhandwerkerInnen sowie kritische KonsumentInnen in Berlin um gegen die Argarindustrie und für eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft, fairen Handel, den Naturschutz und gesundes Essen zu demonstrieren.

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Position des BUND Rheinland-Pfalz zu Grünland


Gerade artenreiche Wiesen und Weiden bieten vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. So kommen in Deutschland mehr als 2000 Pflanzenarten auf Grünland vor. Für viele Vogelarten ist Grünland von essentieller Bedeutung sowohl als Bruthabitat beispielsweise für Wachtelkönig, Bekassine, Braunkehlchen, Feldlerche, Grauammer, Heidelerche oder Kiebitz als auch als Nahrungshabitat beispielsweise für Rotmilan oder Weißstorch.

Grünland ist aber nicht nur aufgrund seiner Bedeutung für die biologische Vielfalt ein unverzichtbares Element in der Agrarlandschaft. In einer multifunktionalen Landwirtschaft ist es ein wichtiger Bestandteil nicht nur für die Futtermittelproduktion, sondern besitzt auch große Bedeutung für Freizeit und Erholung. Außerdem dient Grünland genauso wie Wald dem Hochwasser- und Erosionsschutz und besitzt vielfältige weitere Umweltfunktionen, z. B. als Filter für Grund- und Oberflächenwasser. Grünlandböden haben generell einen höheren Humusgehalt als Ackerböden, was sie zu einem wichtigen Kohlenstoffspeicher macht und hierdurch zum Klimaschutz beiträgt.

32% der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Rheinland-Pfalz ist Grünland (Stand 2015). Die Anzahl an Wiesen und Weiden hat in den letzten Jahren aber deutlich abgenommen und zusätzlich haben sie durch Intensivierungen an Naturschutzwert verloren. Der BUND Rheinland-Pfalz hat daher eine Position zum Thema Grünland erarbeitet. Diese kann hier heruntergeladen werden:

BUND RLP_Positionspapier_Grünland.pdf (200 kB)

EU Agrarwende erforderlich

Alle 7 Jahre werden die Weichen der EU-Agrarpolitik gestellt. Die EU-Vertreter haben die Wahl: die immensen Agrarförderungen (ca. 40% des EU-Haushalts) für einen menschen-, tier- und umweltfreundlichere Landwirtschaft einzusetzen oder weiterhin die globalisierte Agrarindustrie mit all ihren negativen Folgen zu fördern. Die Lebensmittelskandale der letzten Zeit sind nur ein kleiner Ausschnitt der negativen Folgen der Agrarindustrie. Der BUND fordert: Steuermittel dürfen nur für öffentliche Leistungen verwendet werden. Die wird auch die kleinbäuerlich strukturierte Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz fördern und unsere vielfältige Kulturlandschaft umweltverträglich erhalten.

Der BUND Rheinland-Pfalz hatte sich vor der letzten Agrarrform 2013 mit einem offenen Brief an alle rheinland-pfälzischen EU-Abgeordneten gewandt, in dem unsere Erwartungen deutlich werden. Mehr....  

Eine gemeinsame Stellungnahme des NABU und BUND Rheinland-Pfalz zur Reform der Agrarförderung der EU finden Sie hier.

Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Urin von Großstädtern aus 18 europäischen Staaten nachgewiesen

Glyphosat, das ist der Wirkstoff eines Unkraut­vernichtungsmittels. Es ist z.B. in "Roundup", dem europaweit am meisten verkauften Pestizid, ent­halten. Glyphosat wird flächendeckend und in großen Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt. Auch immer mehr Winzer nutzen Glyphosat. Besonders bedenklich ist der Einsatz im Kleingarten. Viele Gartenmärkte gaukeln dem Kleingärtner eine Unbedenklichkeit und schnelle Abbaubarkeit von Roundup vor.

Der BUND hat am 13.6.2013 die Ergebnisse einer europaweiten Untersuchung zu Glyphosat-Rückständen in Menschen veröffentlicht. Bei den Stichproben wurde der Wirkstoff im Urin von Großstädtern aus 18 europäischen Staaten nachgewiesen. 70 Prozent aller Proben in Deutschland sind belastet.

Hintergrundpapier zum Einsatz von Glyphosat

Welternährung durch Biolandbau sichern


Im Zuge steigender Nahrungsmittel-Preise und einer wachsenden Bevölkerung wird kontrovers diskutiert, wie die Ernährungssicherheit gewährleistet werden kann. So wird zum Beispiel Ausbau der Agro-Gentechnik wird gefordert. Der BUND ist davon überzeugt, dass der Ökolandbau der richtige Weg ist. Mehr...

Umweltschonende Entwicklung des ländlichen Raums vorantreiben

Die Entwicklung des ländlichen Raums hat eine hohe Bedeutung für den Naturschutz und die Biodiversität in Rheinland-Pfalz. Durch EU-weite Förderprogramme wird diese Entwicklung beeinflusst. Der BUND setzt sich dafür ein, dass in diesen Programm die Umwelt in stärkerem Maße berücksichtigt werden. Mehr ...

Keine Gentechnik auf dem Acker und dem Teller


Für die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist klar: Gentechnik gehört weder auf den Acker noch auf den Teller. Den vielfältigen Risiken steht kein Nutzen gegenüber. Mehr...



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