Sie befinden sich hier:


Rettet den Mainzer Sand und den Lennebergwald!

Der Mainzer Sand und der Lennebergwald zählen zu den bedeutendsten Naturschutzgebieten in Europa. Hier findet sich eine einzigartige Pflanzenwelt - Relikt der nacheiszeitlichen Steppenlandschaften. Mitten durch dieses Gebiet führt die A 643. Durch den Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren drohen unabsehbare Folgen für Pflanzen, Tiere und die gesamte Landschaft.

Verheerend können vor allem der Flächenverlust und die zusätzliche Schadstoffbelastung sein. Die vorgesehene acht Meter hohe Lärmschutzwand: unüberwindbares Hindernis für Pflanzensamen und Insekten. Schattenwurf, Windausschluss und erhöhte Feuchtigkeit beeinträchtigen das Mikroklima erheblich und schaffen räumliche Isolierung. Seltene Pflanzen, Lebensraum vieler geschützter Schmetterlingsarten und anderer Tiere würden verschwinden.

Daher fordern wir:

Keine sechsspurige Erweiterung der Autobahn im Abschnitt Mombach - Autobahndreieck Mainz, sondern eine 4+2- Lösung mit zeitweilig befahrbarem Seitenstreifen! Flüsterasphalt und Geschwindigkeitsdrosselung, damit die Lärmbelästigung für Anwohner und Naherholungssuchende sinkt!

Mit unseren Unterschriften protestieren wir gegen die Planungen der Bundespolitik, dieses einzigartige Naturschutzgebiet so leichtsinnig zu gefährden. Helfen Sie mit und unterzeichnen Sie ebenfalls! hier


Stickstoffeinträge zerstören Mainzer Sand

Europaweit einzigartige Biotope schrumpfen

Vor etwa 10.000 Jahren erstreckte sich im Norden des heutigen Rheinhessens ein gewaltiges Flugsandgebiet. Grund für die Entstehung waren kalkreiche, feinkörnige Sande, die vom Wind aus dem nahegelegenen Rheingraben herübergetragen wurden. Das Naturschutzgebiet „Mainzer Sand“ westlich von Mombach beherbergt eine Tier- und Pflanzenwelt, die ansonsten in den Steppen Südrusslands und am Mittelmeer heimisch ist. Dazu gehören seltene Sandrasen und Kiefern-Steppenwälder. Mit vielen seltenen und gefährdeten Arten ist dies eines der bedeutensten Naturschutzgebiete im Land.

Nun sind diese einzigartigen Biotop von der Vernichtung bedroht. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die enormen Stickstoffemissionen aus Verkehr und Industrie zu einer Verdrängung der ursprünglichen Flora führen. Ein Gutachten des Biologen Dr. Wolfgang Goebel zeigt, das der zu schützende Trockenlebensraum in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist und in den verbliebenen Resten Stickstoff liebende Pflanzen die ursprüngliche Vegetation verdrängen. Durch Pflegemaßnahmen konnte diese Entwicklung in Kernflächen erfolgreich gestoppt werden.

Im überwiegenden Teil des nach EU-Recht geschützten FFH-Gebietes setzt sich die Verschlechterung jedoch ungebremst fort. Nur im Teilgebiet „Mainzer Sand“ (östlich der Autobahn) befinden sich die Lebensraumtypen überwiegend im „günstigen Erhaltungszustand“ (Wertstufe B). Die FFH-Lebensraumtypen im restlichen Gebiet zeichnen sich überwiegend durch „ungünstigen Erhaltungszustand“ (Wertstufe C) aus.

Um die rasante Negativentwicklung zu stoppen und dem Mainzer Sand sowie dem Lennebergwald ein Überleben zu ermöglichen, fordert der BUND eine rigorose Begrenzung des Stickstoffausstoßes durch die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft. Die Stadt Mainz muss sich ihrer Verantwortung gegenüber Mensch und Natur endlich bewusst werden und eine Umweltzone im Stadtgebiet einrichten. Zudem ist eine rechtlich verbindliche Absage an das Mainzer Kohlekraftwerk notwendig, um weitere Stickstoffemissionen dauerhaft zu verhindern. Die Regierung ist in der Pflicht, den Schadstoffausstoß auf der Autobahn durch ein Tempolimit zu begrenzen und zudem dafür zu sorgen, dass der stetig zunehmende Flächenverbrauch aufgehalten wird.

 

Weitere Informationen zum Mainzer Sand: Homepage des AK Umwelt Mombach


Den Download des ökologischen Gutachtens zum FFH-Gebiet „Kalkflugsandgebiet Mainz-Ingelheim“finden Sie hier.


Zur Pressemitteilung geht es hier.




Mach mit!; Her mit den Mäusen

Ihre Spende hilft.

Suche

Metanavigation: