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BUND-Intervention erfolgreich

SGD Nord formuliert massive Bedenken

Anfang März 2010 wurde aus der Tagespresse bekannt, dass der geplante Bau einer Skihalle am Idarkopf bei Stipshausen geplatzt sei. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) hat als obere Naturschutzbehörde nun doch massive Einwände erhoben. In einer früheren Stellungnahme hielt die gleiche Behörde den Eingriff in das FFH-Gebiet für ausgleichbar. Daraufhin protestierte der BUND beim für die Raumordnung zuständigen Innenministerium und wies auf die weitreichenden Folgen für den Naturpark, die Natur und den Wasserhaushalt hin. Ganz offensichtlich hat die Landesregierung aufgrund dieses Protestes der SGD Nord die Weisung gegeben, dass dieses Vorhaben nicht genehmigungsfähig sei, vermutet der BUND.

Diese Entscheidung ist gut für die Hunsrücklandschaft. Nachfolgend ist die BUND-Argumentation gegen das Projekt nochmals dargestellt:

Skihalle Idarkopf

Investor plant gigantisches Projekt im Naturpark Saar-Hunsrück


Idarkopf (Foto: Hans-Martin Braun)

Ein Phänomen, das man bislang aus Metropolregionen wie Hamburg oder dem Ruhrgebiet kannte, hat Rheinland-Pfalz erreicht. Auf dem Idarkopf im Landkreis Birkenfeld soll eine Skihalle gebaut werden. Neben der überdachten Piste von 1000 Meter Länge und 50 m Breite plant der Projektentwickler Con2Re unter anderem ein Feriendorf für 450 Gäste, eine Winter-Spielewelt mit Gastronomie und Events sowie eine Halle mit Fahrgeschäften und Attraktionen.


Was zunächst einmal nach Sport und Spaß aussieht, hat für die heimische Tier- und Pflanzenwelt gravierende Konsequenzen. Das Plangebiet liegt nicht nur in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück, es betrifft auch ein FFH-Gebiet. Der Lebensraum von dort lebenden Schmetterlingen und Fledermäusen würde maßgeblich beeinträchtigt. Besonders das Verbreitungsgebiet der selten gewordenen Wildkatze ist von der Zerschneidung bedroht. Zudem sind die Tiere Lärm, Abfällen und der Gefahr einer Kollision mit PKWs ausgesetzt. Nicht zuletzt ist der Birken-Moorwald am unteren Ende des Plangebiets gefährdet, da diesem buchstäblich das Wasser abgegraben wird.

Eigentlich sollte man meinen, dass in Zeiten schmelzender Polkappen und globaler Naturkatastrophen ein Umdenken in Sachen Klimaschutz eingesetzt hätte. Offensichtlich ist das Gegenteil der Fall: Ein Projekt dieser Ausmaße versiegelt unwiederbringlich den Boden und verbraucht Unmengen an Energie. Die Betreiber der JEVER SKIHALLE Neuss geben den Stromverbrauch ihrer Anlage mit 5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr an. Das entspricht dem Verbrauch von etwa 1 430 Haushalten. Bedenkt man, dass die Neusser Piste mit 300 x 60 Metern nur gut einem Drittel der geplanten Schneefläche am Idarkopf entspricht, lassen sich die Dimensionen der zu erwartenden Verschwendung erahnen. Der BUND spricht sich entschieden gegen verantwortungslose Projekte aus, die Mensch und Natur gleichermaßen schaden. Selbst das gebetsmühlenartig wiederholte Argument neuer Arbeitsplätze kann hier nicht gelten, da diese vorwiegend im Niedriglohnbereich und unter schlechten Bedingungen entstünden. Nur durch die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismuskonzepts kann die Entwicklung der Region langfristig gesichert und die heimische Natur bewahrt werden.



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