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Lavaabbau in der Eifel

Foto: N. Leinung; Akdolit Kalkabbau, Pelm

nach der Pressemitteilung vom 10.06.2010

Naturschutzverbände im Landkreis Vulkaneifel sind sehr besorgt um den Erhalt der einmaligen Vulkanlandschaft.

Durch den intensiven Gesteinsabbau der letzten Jahrzehnte ist das Landschaftsbild vielerorts schon erheblich zerstört. Kaum eines der Wahrzeichen einstiger Vulkantätigkeit in der Region zeigt sich inzwischen ohne Beschädigung durch den Lava- und Basaltabbau. Etliche die Eifellandschaft prägende Vulkanberge sind bereits ganz oder beinahe verschwunden (Goldberg, Steffelnkopf, Goßberg, Wartgesberg), von anderen stehen nur noch Sichtkulissen (Baarlei, Löhlei, Eselsberg, Feuerberg). Einige erscheinen geköpft und ausgehöhlt (Arensberg, Kahlenberg, Wöllersberg), und in die Hänge fast aller übrigen haben sich mehr oder weniger ausgedehnte Lava- und Basaltgruben (Scharteberg, Rockeskyller Kopf, Fuchskopf) gefressen. Bei solcher Ausbeutung der Geo- Ressource „vulkanische Gesteine“ kann von Nachhaltigkeit keine Rede sein.

Mit dieser Situation haben sich Vertreter der anerkannten Naturschutzverbände BUND, Eifelverein Ortsgruppe Daun, Landesjagdverband, NABU, Rheinischer Verein/LAG und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in den letzten Monaten intensiv befasst. Sie befürchten, dass der exzessive Lavasand- und Basaltabbau das typische Bild der Vulkaneifel vollends zu zerstören droht. Um zu retten, was noch zu retten ist, wollen sie nun möglichst viele Kräfte für den Erhalt der heimischen Vulkanlandschaft mobilisieren.

Foto: N. Leinung; Baarley bei Pelm (vorne)
Foto: N. Leinung; Baarley bei Pelm (hinten)


Als Grundlage für eine breit angelegte Diskussion um das künftige Erscheinungsbild der Vulkaneifel haben die Naturschutzverbände über 80 Landschaftselemente dieser Region analysiert. Geprüft wurde jeweils, welchen Schutzstatus sie früher (vor 1958) hatten und heute genießen, ob dort früher oder bis heute Gesteinsabbau betrieben wurde bzw. wird, wie deren Bedeutung für das Landschaftsbild einzuschätzen ist und welche Forderungen für die Zukunft daraus abzuleiten sind. Für mehr als die Hälfte der untersuchten Flächen lautet das einhellige Ergebnis „eine Ausweitung oder Wiederaufnahme der Abbautätigkeit sowie deren Ausweisung im Regionalen Raumordnungsplan als Rohstofflagerstätten, Vorbehalts- oder gar Vorranggebiete für die Rohstoffgewinnung ist nicht zu rechtfertigen und sollte daher unterbleiben“.

Abordnungen der sechs Verbände haben in den vergangenen Wochen bei der Planungsgemeinschaft der Region Trier, der Kreisverwaltung in Daun und bei der Oberen Naturschutzbehörde der SGD Nord in Koblenz vorgesprochen und ihre Besorgnis über die zunehmende Zerstörung des Landschaftsbildes der Vulkaneifel durch den flächendeckenden Abbau vulkanischer Gesteine dargelegt. Übereinstimmend war man der Auffassung, dass hier akuter Handlungsbedarf besteht.

Foto: N. Leinung; Oberbettingen-Rudderbüsch

Stand: 20.05.2010

• Von mehr als 80 von den Verbänden analysierten vulkanischen Landschaftselementen (Berge, Kuppen, Hänge) waren bzw. sind nahezu alle von mehr oder weniger umfangreichem Gesteinsabbau betroffen. Mehrere ehemals markante Vulkanberge sind inzwischen schon völlig aus dem Landschaftsbild verschwunden.

• Der Gesteinsabbau hat das Landschaftsbild der Vulkaneifel schon derart beeinträchtigt, dass die Berechtigung des Zusatzes „Vulkan“ mehr und mehr in Frage gestellt werden muss und eine nachhaltige Nutzung der noch naturnahen Landschaft durch Tourismus oder gar als „Gesundheitslandschaft Vulkaneifel“ gefährdet ist.

• Die Ausweisung besonderer Landschaftselemente als Naturschutzgebiete (NSG) oder Naturdenkmale (ND) vermochte nicht, deren gänzliche oder teilweise Zerstörung zu verhindern. Bei vielen ND wurde der Schutzstatus sogar extra aufgehoben, um einen Gesteinsabbau zu ermöglichen.

• In den Festsetzungen des derzeit gültigen Regionalen Raumordnungsplans (ROP) werden auch mehrere äußerst markante ND und NSG als Rohstofflagerstätten ausgewiesen und sind somit durch einen potentiellen Gesteinsabbau gefährdet.

• Für weit über 30 aktuelle Abbaubetriebe liegen z.T. auf Jahrzehnte hinaus gültige Genehmigungen für die Gewinnung von Lava und Basalt vor. Somit sind sowohl die dortigen Arbeitsplätze als auch die ausreichende Versorgung mit dem Rohstoff über einen langen Zeitraum gewährleistet.

• Die Verbände begrüßen den früheren Beschluss des Kreistages des damaligen Landkreises Daun, keine neuen Gruben mehr erschließen zu lassen, auch wenn über die Ausweisung neuer Abbauflächen letztendlich das Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) auf Grundlage des von der Planungsgemeinschaft der Region Trier aufgestellten ROP entscheidet. Die Verbände appellieren an alle Verantwortung Tragenden in den Räten der Orts- und Verbandsgemeinden sowie auf Kreisebene, mit dazu beizutragen, unsere einmalige Vulkanlandschaft dadurch zu erhalten, dass:

- der frühere Kreistagsbeschluss eines grundsätzlichen Verzichts auf Ausweisung neuer Abbauflächen nachhaltig unterstützt wird

- die Planungsgemeinschaft Trier veranlasst wird, die durch die Überlagerung als Rohstofflagerstätten gefährdeten ND und NSG bei der jetzigen Fortschreibung des ROP zu ihrem nachhaltigen Schutz nicht mehr als Rohstofflagerstätten oder gar Vorbehaltsgebiete für die Rohstoffgewinnung auszuweisen.

Steinbüche Liste hier als PDF herunterladen

Geschüzte Lava- oder Basaltvorkommen hier als PDF herunterlanden

Vorkommen, bei denen der ehemalige Schutz (ND/LSG) geändert wurde, hier als PDF herunterladen



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