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Steinbruch Marta (Bad Sobernheim/Waldböckelheim)


Seit nunmehr 9 Jahren kämpfen die „Bürgerinitiative Menschen gegen Marta“ aus dem Ort Steinhardt  bei Bad Sobernheim und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen die Erschließung eines Tagebaus am „Heisterberg“ in der Gemarkung Waldböckelheim (Verbandsgemeinde Rüdesheim, Landkreis Bad Kreuznach).
Die Firma Faber Straßen- und Tiefenbau GmbH beabsichtigt im Flora-Fauna-Habitatschutzgebiet (FFH) 6212-303 „Nahetal zwischen Simmerntal und Bad Kreuznach“ auf einer Fläche von 12,38 Hektar Vulkangestein abzubauen. Dabei handelt es sich bei diesem Vorhabensgebiet um eine fast vollständig bewaldete Fläche mit wertvollen Trockenwäldern, die vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum bieten. Dazu gehören unter anderem die Wildkatze sowie verschiedene Specht- und Fledermausarten, die in der Roten Liste verzeichnet sind. Diese würden durch den Baulärm und Zerstörung von Brutplätzen vertrieben werden.

Nach einem Raumordnungsverfahren (ROV) im Jahr 2002 und dem Planfeststellungsbescheid 2005 konnte zu Beginn des Jahres 2006 durch Einsatz der Bürgerinitiative ein Rodungsstopp vor dem Verwaltungsgericht und dem Oberverwaltungsgericht errungen werden.
Im April 2007 erzielte der BUND dann einen weiteren großen Erfolg vor dem Verwaltungsgericht Koblenz. Der Planfeststellungsbeschluss für die Steinbruchgenehmigung wurde aufgehoben, da die Gebietsabgrenzung für das FFH-Gebiet fehlerhaft war. Das Vorhaben war von den Landesbehörden ohne fachliche Erfordernis wie ein Tortenstück aus dem FFH-Gebiet herausgeschnitten worden.
Ebenfalls konnte die Firma Faber den Vorrang ihrer wirtschaftlichen Belange vor dem Schutz dieser Biotope nicht geltend machen, da, wie der BUND erklärte, genügend Steinbrüche in der Region vorhanden sind, die geringeren Einfluss auf die Natur ausüben.
Doch das Oberbergamt und die Fa. Faber legten gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts im Jahr 2008 erstmals Berufung ein.
Das Oberverwaltungsgericht ordnete zuletzt Gutachten über Fledermausbestände und Vegetation im Waldböckelheimer Wald an. Diese sollen nun mehr Klarheit über die Notwendigkeit des Schutzes dieses Waldes bringen.
Der BUND hofft, dass das OVG beim nächsten Gerichtstermin im Oktober 2010 für den Schutz der Lebensräume von Wildkatze, Mittelspecht und Bechsteinfledermaus entscheidet.



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