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Allianzen für Gentechnikfreie Regionen bilden

Das im Download angebotene Schreiben wendet sich an Landwirte und Winzer sowie ihre Verbände, Verarbeiter, Handelsbetriebe, Gastronomen der Region Eifel-Mosel-Hunsrück.

Wir bitten Sie herzlich zu prüfen, ob Sie sich dieser Initiative anschließen bzw. selbst eine solche machen können.

Ausdrücklich erklären wir uns mit der Verwendung des Textes sowie mit dessen Weiterleitung Ihrerseits einverstanden.
Sollte das Gesetz sich nicht verhindern lassen, erwägen wir eine Verfassungsbeschwerde und in jedem Fall die Abwehr der grünen Gentechnik durch Selbsthilfe.

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Schreiben an Landwirte und Winzer

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gentechnikfreie-regionen.de

Brief an den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd

Herrn
Dirk Gerling
Bauern- und Winzerverband Rhl.-Pf. Süd
Bezirksgesch.f. Vorder- und Südpfalz
Martin-Luther-Str. 69
67433 Neustadt/Wstr.

14.04.2004


Gentechnikfreie Landwirtschaft in der Pfalz

Sehr geehrter Herr Gerling,

Überall in Deutschland schließen sich Verbände zu einem breiten Bündnis für eine flächendeckend gentechnikfreien Landwirtschaft zusammen (vgl. z. Beispiel „Sonntag Aktuell“ v. 11. 04. 2004). Gemeinsames Motiv ist die Sorge um die Zukunft von Volksgesundheit, Natur und Umwelt und nicht zuletzt um Zukunft und Existenz des Berufsstandes der Landwirte. Wir möchten Sie daher bitten, durch ein solches Bündnis ebenfalls dazu beizutragen, dass die Pfalz von gentechnischen Risikotechnologien freigehalten wird. Dafür sprechen zahlreiche Gründe:

• Durch gentechnikfreie Produktion können sich Deutschlands und Europas Bauern einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Farmern in den USA, Kanada und Argentinien sichern. Dort führt der ungeregelte Anbau von Gen-Mais, Gen-Soja und Gen-Raps bereits zu großflächiger gentechnischer Kontamination von Landwirtschaft und Umwelt.

• Die weit überwiegende Mehrheit der Bauern hierzulande lehnt - nicht anders als die Konsumenten - den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ab. Realistischerweise muss jedoch damit gerechnet werden, dass die Saatgutindustrie einige wenige Abnehmer dazu verlocken kann, ihre GVO´s anzubauen. Dann aber würden durch Pollen- und Bienenflug sowie durch Einkreuzungen wie in Übersee rasch gentechnikfreie und gentechnisch manipulierte Nahrungsmittelproduktion ununterscheidbar werden. Dieses Risiko wird durch unsere kleinteilige Landwirtschaft eher noch erhöht. Das Versprechen der Politik, Wahlfreiheit für Erzeuger wie für Konsumenten zu gewährleisten, wäre somit bald „vom Winde verweht“. Der Marktvorteil für gentechnikfrei produzierende konventionelle Landwirtschaft wie für ökologisch arbeitende Betriebe wäre dahin.

• Dies ist besonders fatal angesichts der Ankündigung der großen Nahrungsmittelkonzerne, insbesondere der Hersteller von Babynahrung, keine gentechnisch veränderter Nahrung in ihr Sortiment aufzunehmen.

Haftungsfragen im - von der Bundesregierung vorgesehenen - hochproblematischen Nebeneinander von konventioneller, ökologischer und gentechnischer Landwirtschaft sind nicht eindeutig geregelt - und werden unter dem Druck der Konzerne wohl auch nicht eindeutig geregelt werden. Die CDU-/FDP-Mehrheit im Bundesrat blockiert derzeit jede Festlegung auf wirksame Sanktionen. Es ist zu befürchten, dass der um Gentechnikfreiheit bemühte Landwirt im Schadensfall die Last des überhaupt nicht erbringbaren Beweises zu tragen haben wird. Somit wird er wieder im Interesse anderer alleine gelassen bleiben. Standortregister sind nicht vorgesehen.

• Zur Zeit werden 80 bis 90 Prozent aller weltweit angebauten Gen-Pflanzen zu Tierfutter verarbeitet. Auf diese Weise können sie in Form von Milch, Käse, Joghurt, Fleisch und Eier - gemäß Gesetz ohne Kennzeichnung - auf unsere Tische gelangen. Hier liegt ein Stück Marktmacht für unsere Bauern: Sie können den Saatgut- und Futtermittelhändlern zeigen, dass sie weiterhin ohne Gentechnik produzieren wollen.

• Das neue Gentechnikgesetz setzt auf eine Risikotechnologie, die kaum einer will und außer einigen Konzernen niemandem etwas bringt. Diese Technologie wäre ein weiterer Schritt in einer Entwicklung, die immer weniger Bauern zu immer intensiver gemolkenen Melkkühen der Großindustrie macht.

• Hier kann nur Zusammenhalt und Zusammenarbeit weiterhelfen. Der derzeitige Kampf um die Milchpreise zeigt, dass unsere Bauern nicht ganz ohnmächtig sind.

Der BUND unterstützt Bauern beim Einrichten großflächiger gentechnikfreier Regionen mit einem speziellen Internetangebot, mit Informationen und Beratung. Vgl. dazu www.faire-nachbarschaft.de und www.bund.net/lab/reddot2/pdf/eu_gentechregeln_0.

Über eine positive Reaktion und eine gelegentliche Rückmeldung würden wir uns freuen. Den Inhalt dieses Schreibens geben wir auch den Medien bekannt.

Mit freundlichen Grüßen



Ulrich Mohr
(BUND Rheinland-Pfalz, Vorstandsmitglied)
Gartenstr.12
76879 Hochstadt
Tel.: 06347-1624




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