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Zukunft statt Kohle

Stromlücke oder Stromlüge ?

Seit Jahren behaupten die Stromriesen: ohne Atomkraftwerke gehen die Lichter aus. Nun greift für den nächsten Wahlkampf die CDU diese Position auf. Einen Atomausstieg könne man sich nicht leisten heißt es, man müsse Strom im Ausland kaufen, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werden, usw, usw. Mit ähnlichen Hinweisen werden von der SPD in Rheinland-Pfalz neue Kohlekraftwerke begründet. Es drohe eine Stromlücke, wenn man aus der Atomenergie aussteigen und keine neuen Kohlekraftwerke bauen würde.

Um dem Argument der SPD, dass ein Nein zu Kohlekraftwerken einen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke begünstigt zu widersprechen, kann die Kurzstudie des Umweltbundesamtes vom März dieses Jahres dienen. Darin wird untersucht, „unter welchen Bedingungen die Versorgungssicherheit auch mit abnehmendem Beitrag der Atomkraftwerke bis zum Jahr 2020 gewährleistet ist“. Darüber hinaus wird dargestellt, „wie gleichzeitig die Klimaschutzziele eingehalten werden können“. (Das UBA kommt zu anderen Ergebnissen wie die dena-Studie.)

Wesentliche Argumente aus der Kurzstudie:
• Im Jahr 2006 betrug die Jahreshöchstlast 77,8 Gigawatt. Zu diesem Zeitpunkt standen 86,2 Gigawatt gesicherte Leistung zur Verfügung (Seite 5). Da bei der gesicherten Leistung bereits alle Ausfälle usw. abgezogen sind, bestand eine Überkapazität von 8,4 Gigawatt = 10,8 %. Von einer kurz bevor stehenden "Stromlücke" kann also kaum die Rede sein.
• Die Bundesregierung plant bis 2020 die Senkung des Stromverbrauchs um 11 % gegenüber 2005.


 

2005

Export und Pumpspeicherstrom

netto

2020 (geplant
-11 %)

Bruttostromerzeugung

620,6 TWh

13,7 TWh

606,9 TWh

540,2 TWh



Bruttostromer-zeugung 620,6 TWh 13,7 TWh 606,9 TWh 540,2 TWh
• Zusätzlich wäre noch zu bedenken, dass bei einem Rückgang des Verbrauchs auch der Eigenverbrauch der Kraftwerke sinkt (Studie EWI/Prognos um 7 TWh). Die zunehmende Dezentralisierung der Erzeugung senkt außerdem die Leitungsverluste (Seite 6).
• Der Strom, der bisher von Kraftwerken, deren Laufzeit zuende geht, geliefert wurde, soll laut Bundesregierung 2020 zu einem großen Teil von KWK-Anlagen auf Erdgasbasis stammen (ca. 60 TWh). Der Anteil erneuerbarer Energien soll auf 154,2 TWh steigen (BMU Leitszenario). Dazu wäre zu bemerken, dass die 14 % Anteil der Erneuerbaren in 2007 bereits der Zahl aus dem Leitszenario für 2009 entsprechen (Seite 9).
• „Unter den dargestellten Annahmen deckt die Stromproduktion auch mit deutlich ab-nehmendem Beitrag der Atomkraftwerke bis zum Jahr 2020 in jedem Jahr den Bedarf.“ (Seite 10)
• In 2006 und 2007 wurden bereits Braunkohlekraftwerke und Steinkohlekraftwerke ertüchtigt. Außerdem sind Kraftwerke im Bau. Dies verschlechtert bereits jetzt die CO2-Bilanz für 2020 (Seite 11).
• Fazit: „Die Versorgungssicherheit bis 2020 ist wegen des Verzichts auf die Atomkraftnut-zung gemäß der Vereinbarung der Bundesregierung mit den Energieversorgungsunterneh-men vom Juni 2000 nicht in Gefahr. Um das Klimaschutzziel zu erreichen, bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, schlagen wir für den Kraftwerkspark eine Begrenzung der Emissionen auf 225 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2020 vor. Dieses Ziel ist auch unter den Bedingungen des Verzichts auf die Nutzung der Atomkraft erreichbar, soweit folgende Voraussetzungen erfüllt sind:“

  • Stromverbrauch um 11 % reduzieren
  • KWK auf 25 % steigern (Erdgas!)
  • Keine zusätzlichen Kohlekraftwerke
  • Ausbau REG wie im Leitszenario
  • Effizienzverbesserungen der Kraftwerke durch Abschalten alter Anlagen (S. 12/13)

Link zum UBA:

http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/atomausstieg.pdf


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Mach mit!; Her mit den Mäusen

Woher kommt die Kohle, warum ist sie klimaschädlich, wo wird am meisten gefördert, was ist dran an der Rede von der "billigen Kohle" und wer profitiert am meisten von ihr?





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