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Wasserkraftnutzung durch Klein- und Kleinstwasserkraftanlagen in Rheinland-Pfalz


Die Energiegewinnung durch Wasserkraftanlagen wird unter Natur- und Umweltschützern kontrovers diskutiert. Für die Wasserkraft spricht, dass sie eine regenerative Energiequelle ist und während der Stromproduktion keine Emissionen entstehen. Dagegen spricht, dass der Bau einer Wasserkraftanlage einen erheblichen Eingriff in den Naturhaushalt des Gewässers bedeutet und das Gewässer durch die Wasserstauung fortwährend beeinträchtigt ist.

Anforderungen an die Wasserkraftnutzung

Im BUND Rheinland-Pfalz haben sich die Arbeitskreise Wasser und Energie eingehend mit der Problematik beschäftigt und gemeinsam Anforderungen an die Nutzung von Wasserkraft in Kleinanlagen festgelegt:

Vor der Förderung alternativer Energieerzeugungsarten wie Sonne, Wind, Blockheizkraftwerke etc. muss eine Reduzierung des Energieverbrauchs und eine gezielte Einsparung beim Stromverbrauch erfolgen.

  1. Bereits im Betrieb befindliche Wasserkraftanlagen werden trotz der ökologischenBedenken toleriert.
  2. Neuanlagen oder Wiederinbetriebnahmen werden abgelehnt, wenn zu ihrer Errichtung eine neue Staustufe notwendig wird. Abgelehnt wird auch die Reaktivierung verfallener Staustufen. Sonstige Neuanlagen oder Wiederinbetriebnahmen sollen im Einzelfall kritisch geprüft werden.
  3. Erweiterungen bestehender Anlagen sind aus ökologischen Gründen nur in Ausnahmefällen zu genehmigen; sie sollen im Einzelfall kritisch geprüft werden.
  4. Die Reaktivierung von Anlagen ist ein erneuter Eingriff. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist im Rahmen des wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens durchzuführen.
  5. Bei der Einzelfallprüfung sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
    • Die Durchgängigkeit des Gewässers ist zu gewährleisten.
    • Natürliche Gewässerstrukturen sind zu erhalten.
    • Eine Wiederherstellung naturnaher Strukturen am Gewässer sollte durch die Anlagen nicht unmöglich gemacht werden.
    • Die Möglichkeit der Wanderung von Gewässerlebewesen und der Material-Verdriftung sollte durch Umgehungsgerinne sichergestellt werden. - Das Aufsteigen von Fischen und anderen Organismen in die Turbine muß durch geeignete Maßnahmen unterbunden werden.
    • Anlagen mit Schwall- und Sunkbetrieb werden abgelehnt.
    • Bei Anlagen mit aufgeteiltem Gewässerabfluß darf eine Mindestabflußmenge nicht unterschritten werden. Diese wird im einzelnen nach folgenden Kriterien festgelegt: Einhaltung der Mindestwassertiefe, Erhaltung der natürlichen Abflußschwankungen, Erhalt der natürlichen Sauerstoff- und Temperaturschwankungen, Verhinderung von unnatürlichem Trockenfallen von Gewässerbereichen.

Positionspapier: Wasserkraftnutzung durch Klein- und Kleinstwasserkraftanlagen in Rheinland-Pfalz

Die Anforderungen zur Wasserkraft sowie Erläuterungen der Arbeitskreise Wasser und Energie zum Runterladen:




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