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Brand-Knabenkraut (Orchis ustulata)

“Orchidee des Jahres 2005” (gekürt vom Arbeitskreis Heimische Orchideen (AHO))

Brand-Knabenkraut sucht schönes neues Zuhause, gerne einen ungedüngten Kalk-Magerrasen



Abb.1: Brand-Knabenkraut bei Jünkerath (Langenfeld), 30.05.02, Foto: Jürgen Passin / AHO


Abb. 2: dto.

Steckbrief

Deutscher Name: Brand-Knabenkraut
Wissenschaftlicher Name: (Orchis ustulata)
Rote Liste-Klassifikation Deutschland: Stark gefährdet (2)
Rote Liste-Klassifikation RLP: Vom Aussterben bedroht (1)
BNatSchG: Besonders geschützt, Anhang: b
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledonae)
Ordnung: Orchideenartige(Orchidales)
Familie: Orchideengewächse (Orchidaceae)
Gattung: Knabenkräuter (Orchis)
Art: Brand-Knabenkraut (Orchis ustulata)

Beschreibung

Das Brand-Knabenkraut gehört zu den kleinsten unter den Orchis-Arten und tritt in Deutschland in zwei Varietäten auf. Eine im Mai bis Juni blühende Normalform und eine ca. zwei Monate später blühende Sommerform, die sich in der Wuchsform etwas unterscheiden. Die Normalform ist eine zierliche 10-30 cm große Pflanze, die ihre blaugrünlichen, länglichen Laubblätter in einer Rosette angeordnet hat. Sie besitzt einen reichblütigen, zylindrisch geformten Blütenstand, der oben dicht, unten aufgelockert aufgebaut ist und einen Drittel der Pflanze ausmacht. Die einzelnen Blüten sind mit ca. 8-10 mm recht klein und duften nach Honig. Die Blütenblätter bilden einen rotbraunen Helm und eine dreigeteilte weiße Lippe mir roten Pünktchen. Seinen Namen verdankt das Brand-Knabenkraut seinem auffälligen dunkel rot- bis schwarzbraunen gefärbten  Knospenstadium, das der Pflanze ein angebranntes Aussehen verleiht („ustulata“ lateinisch: anbrennen). Außerdem besitzt es eiförmige Knollen als Überdauerungsorgan, die eine Ähnlichkeit mit Hoden aufweisen („orchis“ griechisch: Hoden). Neben der Bildung von Samen vermehrt sich das Brand-Knabenkraut auch durch die Bildung von Ausläufern, aus einer Mutterknolle gehen dabei über die Jahre mehrere Tochterknollen hervor. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, vor allem durch Fliegen.

Lebensraum


Abb. 2: Das Brand-Knabenkraut in seinem Biotop auf einer Bergwiese; Foto: www.wikipedia.de

Das Brand-Knabenkraut ist überwiegend auf mageren Halbtrocken- und Trockenrasen (z.B. Bergwiesen, extensive Mähwiesen, Streuwiesen) zu finden, seltener auch in lichten Kiefernwäldern, Sandmagerasen und alpinen Weideflächen bis 2000 Meter. Die Halblichtpflanze bevorzugt mäßig trockene, basische und neutrale Böden (z.B. Löss- und Lehmböden).


Abb.3: Hauptverbreitungsgebiete von Orchis usulata in Rheinland-Pfalz (1980). Verbreitungsdaten bis auf geringe Schwankungen bis heute gültig. Daten AHO Rheinland-Pfalz/Saarland e.V.

Verbreitung

In Deutschland hat das Brand-Knabenkraut seine nördliche Verbreitungsgrenze im südlichen Niedersachsen und nördlichen Thüringen. Verbreitungsschwerpunkte liegen im Voralpengebiet sowie im übrigen Bayern und Baden-Württemberg. In Rheinland-Pfalz ist es recht selten, etwas größere Populationen sind hier nur noch in der Eifel und im Rhein-Hunsrückgebiet zu finden. Einige Neufunde sind auch auf den vulkanischen Böden bei Idar-Oberstein/Baumholder gefunden worden.

Gefährdung

Wie bei vielen Pflanzenarten geht das Aussterben des Brand-Knabenkrauts mit dem Verlust an Lebensräumen (z.B. Umwandlung zu Straßen, Bauland, Ackerland) einher. Es reagiert sehr empfindlich auf Dünung, daher ist die Intensivierung der Landwirtschaft und der damit verbundene erhöhte Nährstoffeintrag in die Böden (Eutrophierung), eine der Ursachen für den Rückgang dieser Pflanze. Ein weiteres Problem ist die Nutzungsaufgabe von Wiesenflächen und die damit einhergehende Verbuschung der Biotope durch fehlende Beweidung bzw. Mahd. Auch die zu intensive Wiesenbewirtschaftung (auch in Kleingärten), bei der Wiesen zu früh und zu häufig gemäht bzw. gedüngt werden stellt ein großes Problem dar.

Schutzmaßnahmen

Um die empfindlichen Orchideenlebensräume langfristig zu erhalten ist eine naturschutzorientierte Nutzung und Pflege der Biotope bzw. detaillierte Kenntnisse über Vorkommen und Populationsgrößen besonders wichtig. Ökologisch wertvolle Gebiete, die durch fehlende extensive Nutzung Verbuschen oder Verkrauten, sollten durch eine sog. Erstpflege entbuscht, gemäht und freigeräumt werden, da die Orchideen schnell dem Konkurrenzdruck anderer Pflanzen unterliegen und Beschattung meist schlecht vertragen. Danach muss für eine regelmäßige Pflege oder extensive Nutzung gesorgt werden.

Quellen

  • Rote Liste von Rheinland-Pfalz (2006), Landesamt für Umwelt, . Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz
  • Schmeil, Fitschen (1988): Flora von Deutschland, 88 Auflage, Quelle und . Meyer Verlag, Heidelberg Wiesbaden
  • Oberdorfer, E. (1979): Pflanzensoziologische Exkursions-Flora, 4 .. Auflage, Ulmer,Stuttgart

 Alle Internetseiten: Stand 29.07.09





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