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Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia)

auch Skabiosen-Scheckenfalter oder Ehrenpreisfalter genannt                   

Goldener Scheckenfalter sucht neuen Wohnsitz: am liebsten arten- und strukturreiches Magergrünland mit ungenutzten Bereichen



Abb.1: Skabiosen Scheckenfalter, Foto: Walter Schön www.schmetterling-raupe.de

Steckbrief

Deutscher Name: Skabiosen-Scheckenfalter
Wissenschaftlicher Name: (Euphydryas aurinia)
Rote Liste-Klassifikation Deutschland: Stark gefährdet (2)
Rote Liste-Klassifikation RLP: Stark gefährdet (2)
BNatSchG: Besonders geschützt, Anhang: b
Klasse: Insekten ( Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepitoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Gattung: Euphydryas
Art: Goldener-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia)

Beschreibung

Der Goldene Scheckenfalter besitzt an den Außenbereichen der Flügeloberseiten ziegelrote Binden. Diese haben auf der Hinterflügel-Oberseite schwarze, auf der Vorderflügel-Oberseite goldgelbe Flecken. Die kontrastärmeren Flügelunterseiten, weisen an den Außenbereichen der Hinterflügel kleine schwarze, hellocker eingefasste Punkte auf. Die Wärme liebenden Tagfalter sind in Größe und Aussehen sehr variabel und besitzen eine Flügelspannweite von ca. 3,5 cm. In der Flugzeit von Mai bis Juli legen die Weibchen mehrere hundert Eier auf der Blattunterseite ihrer Wirtspflanzen ab. Die daraus schlüpfenden schwarzen Jungraupen sind sehr gesellig und legen gemeinsam ein Nest aus weißem Fadengespinst in der Bodenvegetation an. Als Wirtspflanze dient ihnen - in Trockenrasen überwiegend Tauben-Skabiose und Acker-Witwenblume, in Feuchtgebieten der Teufelsabbiss. Ende des Sommers legt sich jede Raupe ein Überwinterungsgespinst in der Bodenvegetation an. Mitte Mai erfolgt dann die Verpuppung an Stängeln oder Blättern und die neue Faltergeneration erscheint. Der Scheckenfalter bevorzugt gelbblühende Nektarpflanzen und unternimmt keine weiten Flüge.

Lebensraum


Abb. 2: Lebensraum Borstgrasrasen

Der standorttreue Falter besiedelt zwei verschiedene Biotoptypen: einerseits magere, extensiv genutzte Feuchtwiesen (Streuwiesen), andererseits wärmegünstige, nicht alljährlich bewirtschaftete Trockenrasen (z.B. mehrjährige Brachen). In beiden Fällen werden nur extensiv genutzte magere Grünlandstandorte mit einer lückigen und niederwüchsigen Vegetation besiedelt.

In Rheinland-Pfalz, in den mittleren Mittelgebirgslagen, lebt der Falter meist auf wechselfeuchten Borstgrasrasen, die im engen Zusammenhang mit anderen blütenreichen Magerrasen und Feuchtwiesen vorkommen.

Verbreitung

In Deutschland konzentrieren sich größere Vorkommen auf das Nordostmecklenburgische Flachland, das Thüringer-Becken und Randplatten, die Eifel, das Saar-Nahe Bergland, das Pfälzisch-Saarländische Muschelkalkgebiet, den Kaiserstuhl, die Schwabenalb, die Mittlere Frankenalb, das Voralpine Hügel- und Moorland, die Schwäbisch-Oberbayrischen Voralpen und die Berchtesgadener Alpen (Drews, M., Wachlin, V. : Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000, Band 1, 5.4 Euphydryas aurinia).

In Rheinland-Pfalz kommt der Goldene Scheckenfalter in mehreren Naturräumen vor, vor allem in Eifel, Westerwald (Fuchskaute), Hunsrück, Zweibrücken (im Bliesgau) und im Pfälzisch-Saarländischen Muschelkalkgebiet. Weitere isolierte Nachweise gibt es aus dem Pfälzerwald, der Oberrhein-Tiefebene und dem Donnersberggebiet, wobei im Vergleich mit älteren Nachweisen zunehmend weniger Vorkommen.

Gefährdung

Eine mögliche Ursache für die Verringerung der Skabiosen-Scheckenfalterpopulation ist das Verschwinden von kleinbäuerlichen Strukturen (Habitatverlust). Als Rückgangsursache werden sowohl das Brachfallen der Flächen und damit einhergehende Verbuschung als auch Aufforstungen, Entwässerung, verstärkte Mahd und Überweidung vermutet. Insgesamt gesehen ist wohl die Intensivierung der Landwirtschaft, verbunden mit vermehrter Düngung, ein Hauptgrund für den Rückgang der Art. Da sich die Larven des Scheckenfalters in ihrer Entwicklungszeit häufig sonnen, reagieren sie empfindlich auf Düngung ihrer Lebensräume und die damit verbundene Verdichtung der Vegetation. Außerdem werden die Wirtspflanzen des Falters durch übermäßigen Nährstoffeintrag in die Böden geschädigt. Eine weitere Gefährdung ist eine zu intensive, nicht angepasste Beweidung (Biotoppflege).

Schutzmaßnahmen

Neben einer Neuschaffung und Vernetzung von Habitaten ist eine gezielte Förderung der Wirtspflanzen sinnvoll. Auch die Schaffung eines Habitatmosaiks durch räumlich und zeitlich variable Flächenbewirtschaftung wie z.B. partielle Brachephasen ist notwendig. Bei der Bewirtschaftung der Wiesen sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu tief abgemäht wird (mind. 8 cm) und wenn möglich Balkenmäher verwendet werden, da einige landwirtschaftliche Geräte wie z.B. Aufbereiter die Gespinste von Euphydryas aurinia nahe der Bodenvegetation zerfetzen. Eine wichtige Maßnahme ist die wissenschaftliche Kartierung, in potenziellen für die Art geeigneten Gebieten, um weitere Vorkommen nachzuweisen und um den Zustand (z.B. Populationsgrößen) von bereits bekannten Vorkommen zu untersuchen.

Quellen:

  • Schulte,T., Eller, O., Niehuis, M., Rennwald, E. (2007): Die Tagfalter der Pfalz,
  • Band 1.- Fauna und Flora in Rheinland-Pfalz, Beiheft 36. Landau, Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz
  • Bewirtschaftungsplan (Teil 1) - Grundlagen für das FFH-Gebiet „Feuchtgebiete und Heiden des hohen Westerwaldes (Gebietsnummer 5314-304) (2009), Struktur- und Genehmiguingsdirektion Nord, Obere Naturbehörde Koblenz
  • Petersen, B., Ellwanger, G., Biewald, G., Hauke, U., Ludwig, G., Pretscher, P., Schröder, E., Ssymank, A. (2003): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000, -Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland,
  • Band 1. Pflanzen und Wirbellose, Heft 69. Bonn- Bad Godesberg, BfN
  • Bellmann, H. (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer,
  • Franckn-Kosmos Verlag-Gmbh, Stuttgart,
  • Settele, J., Steiner, R., Reinhardt, R., Feldmann, R. (2005): Schmetterlinge,- Die Tagfalter Deutschlands, Ulmer

 Alle Internetseiten: Stand 24.07.09



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