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Steckbrief

Deutscher Name: Moorfrosch
Wissenschaftlicher Name: (Rana arvalis)
Rote Liste-Klassifikation Deutschland: Stark gefährdet (2)
Rote Liste-Klassifikation RLP: Stark gefährdet (2)
BNatSchG: Streng geschützt; Anhang: s
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Familie: Echte Frösche (Ranidae)
Gattung: Knabenkräuter (Orchis)
Art: Moorfrosch (Rana arvalis)

Beschreibung

Der Moorfrosch gehört zu den Braunfröschen und hat eine Größe von 5 bis 7 cm. Seine Oberseite ist sehr variabel, es treten hell- bis dunkelbraun aber auch rötlichbraune oder dunkel gefleckte Tiere auf. Die Bauchseite ist weißlich bis gelblich und meist ungefleckt. Der zierlich gebaute Moorfrosch hat waagerechte elliptische Pupillen und eine relativ spitze Schnauze. Außerdem besitzt er seitlich am Auge einen dunkelbraunen Schläfenfleck mit gut sichtbarem Trommelfell. Über die Rückenmitte einiger Tiere verläuft ein breites helles Längsband, das dunkel gesäumt ist. Der Moorfrosch ernährt sich überwiegend von Käfern, Schnecken, Asseln, Spinnen und Weberknechten. Eine Besonderheit dieses Frosches, ist die Färbung der Männchen während der Paarungszeit, die von bläulich bis violett gefärbte reicht.

Lebensraum


Abb. 2: Typischer Moorfrosch-Lebensraum, Foto: Fritz Thomas

Der Moorfrosch bevorzugt Lebensräume mit hohem Grundwasserstand wie z.B. Flachmoore, Bruchwälder, Feuchtwiesen, sowie Weichholzauen der größeren Flüsse. Die Laichgewässer befinden sich in Flachwasserbereichen und sind meist sonnenexponiert und teils mit Seggen- und Binsenrieden oder Schilf besiedelt. Als Laichgewässer werden auch halbschattige Gewässer mit seichten Uferregionen und gut ausgebildeten Verlandungsgürtel wie Tümpel, Weiher und Altarme gewählt. Als besondere Anpassung an diesen Lebensraum weisen der Laich und die Kaulquappen eine Toleranz gegenüber leicht erhöhten Säurewerten auf.

Verbreitung

Die Verbreitungsschwerpunkte des Moorfrosches liegen in Nord- und Ostdeutschland, besonders im Norddeutschen Tiefland. Der Bestand im Süden und Westen und in der Mitte von Deutschland ist fast überall stark bedroht. Der Moorfrosch ist eine Wärme liebende Art, die daher auf Tieflandstandorte angewiesen ist.

In Rheinland–Pfalz erlebte der Moorfrosch in den letzten Jahren eine katastrophale Bestandsentwicklung. Es existieren zurzeit nur noch drei Metapopulationen bei Mechtersheim, Hördter-Wörther Aue und östlich Neustadt/ Weinstraße. Alle Bestände sind jedoch klein und individuenarm, alle anderen Funde sind Einzeltiere (GNOR-Info Nr.105, Oktober 2007).

Verbreitungskarte RLP

Abb. 3: Auftreten des Moorfrosches in Rheinland-Pfalz (1978-1994)(Karte nach „Die Reptilien und Amphibien in Rheinland-Pfalz“, GNOR , 1996)

Gefährdung

Durch die großräumige Trockenlegung und Kultivierung von Mooren, die Grundwassersenkung infolge von Entwässerung, Flussregulierungsmaßnahmen, sowie die Umwandlung von Grünland in Ackerland, verschwinden immer mehr Lebensräume des Moorfrosches, der permanent auf vernässte Biotope angewiesen ist. Zusätzlich können eingeschwemmte Düngesalze sowie ein zu hoher Säuregrad der Laichgewässer die Entwicklung des Laiches sowie der Kaulquappen negativ beeinflussen. Auch die intensive Landwirtschaft und der Straßenverkehr stellen ein Problem für den Moorfrosch dar, da sie zur Verinselung der einzelnen Populationen führen und Amphibien langfristig nur in großen Massenbeständen innerhalb intakter Metapopulationen überleben können. Durch den Klimawandel entstehen insbesondere während langer Trockenperioden zusätzliche Stresssituationen für den Moorfrosch, daher hat sich der Rückgang der Populationen in den letzten Jahren stark verschärft.

Schutzmaßnahmen

Um dem Moorfrosch ein langfristiges Überleben zu sichern ist es wichtig, dass seine Laichgewässer unter Schutz gestellt und bereits trocken gelegte Moore und Grünflächen wiedervernässt werden. Es sollten umgehend biotopverbessernde Maßnahmen bzw. Neuanlagen von Laichgewässern realisiert werden. Der Handlungsbedarf ist besonders dringend, da neu angelegte Tümpel vom Moorfrosch aufgrund seiner spezifischen Ansprüche erst nach mehreren Jahren als Laichgewässer angenommen werden. Außerdem ist eine intensive wissenschaftliche Überwachung der verbleibenden Bestände und eine Vernetzung der Moorfroschbiotope miteinander besonders wichtig.

Quellen

  • Bitz, A., Fischer, K., Simon, L., Thiele, R., Veith, M. (1996): Die Amphibien und Reptilien Rheinland- Pfalz,- Verbreitung, Ökologie, Gefährdung und Schutz-, Band 1, Beiheft 18/19, GNOR-Eigenverlag
  • Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., Ssymank, A. (2004): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000, -Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland, Band 2. Wirbeltiere, Heft 69. Bonn- Bad Godesberg, BfN
  • Rote Liste Rheinland-Pfalz (2006), Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht
  • Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands (1998), Bundesamt für Naturschutz
  • Gnor-Info Nr. 101 (Oktober 2005), von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V.
  • Gnor-Info Nr. 105 (Oktober 2007 ), von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V.


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