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Der Eurasische Luchs (Lynx Lynx)


Foto by Helga Schmadel_pixelio.de

 

Der Jäger mit den Pinselohren

Im 17. Jahrhundert ist der Luchs vom Menschen durch intensive Jagd in Deutschland ausgerottet worden. Der Mensch sah ihn als Nahrungskonkurrenten und jagte ihn aufgrund seines Felles.

Der BUND Rheinland-Pfalz setzt sich seit langem dafür ein, dass die größte europäische Raubkatze bei uns wieder heimisch wird. Hierzu gehört die Verbindung von Lebensräumen beispielsweise durch den Bau sog. Grünbrücken über stark befahrene Verkehrswege. Weiterhin ist mit Unterstützung des BUND eine Wiederansiedelung des Luchses im Pfälzerwald geplant.

Allgemeines:
Der Luchs gehört zur Ordnung der Raubtiere und zur Unterordnung der Katzenartigen, der artenreichsten Gruppe der Säugetiere. Er zählt zu den Kleinkatzen, die sich durch ein verknöchertes Zungenbein von den Großkatzen unterscheiden, das es ihnen ermöglicht zu schnurren, aber nicht zu brüllen. Die Gattung Luchs hat vier Unterarten: den Pardelluchs, den Kanadaluchs, den Rotluchs und den Eurasischen Luchs, der auch in Europa vorkommt.

Aussehen:

Mit einer Rumpflänge von 80 bis 110 cm und einer Schulterhöhe von ca. 55 cm ist der Luchs etwa so groß wie ein Schäferhund und wiegt zwischen 15 und 21kg (Weibchen) und 20 und 32 kg (Männchen, auch Kuder genannt).

Im Vergleich zu anderen Raubkatzen ist der Luchs sehr hochbeinig und hat mit 15 bis 25 cm einen kurzen Stummelschwanz. Charakteristisch sind die zentimeterlangen Pinsel auf seinen Ohren, die wahrscheinlich der Bestimmung der Windrichtung dienen, um sich bei der Jagd noch besser anschleichen zu können.

Zudem besitzt der Luchs einen ausgeprägten Backenbart. Vermutungen legen nah, dass dieser wie bei einer Eule dazu dient das Richtungshören zu verbessern.

Das Sommerfell des Luchses ist rötlich-braun, das Winterfell kann silbergrau oder gelbgrau sein. Je weiter die Luchse im Norden leben, desto heller sind sie und desto weniger ausgeprägt ist ihr Fleckenmuster. Das Fleckenmuster ist individuell und einzigartig und wird auch dazu genutzt Tiere zu identifizieren, selbst bei Geschwistern eines Wurfs kann es von sehr blass bis zu deutlichen, schwarzen Flecken variieren.

Das Fell des Luchses ist ausgesprochen dicht und isoliert sehr gut gegen Kälte und Feuchtigkeit, was mit zu ihrer Ausrottung beitrug. Auffällig sind auch die sehr großen Pfoten des Luchses, die ihm im Schnee als Schneeschuhe dienen und das Einsacken verhindern, was ihm im Winter häufig einen Vorteil gegenüber seiner Beute bringt.

Lebensweise:
Die Hauptbeute des Luches in unseren Breiten stellen Rehe dar, aber auch Hasen und Kaninchen gehören in sein Beutespektrum. Ein Luchs benötigt etwa 1,5kg Fleisch pro Tag. Damit frisst er pro Woche ca. ein Reh, weshalb etwa 50 Rehe pro Jahr pro Luchs gerechnet werden.

Der Luchs jagt allein und ist ein Lauerjäger. Er pirscht sich beinahe lautlos möglichst nah an die Beute heran und verharrt dann reglos, bis sich ein günstiger Moment ergibt zuzuschlagen. Je näher er an der Beute ist, desto größer ist seine Erfolgschance. Erwischt er das Beutetier nicht innerhalb weniger Sprünge, gibt er es meistens auf. Er tötet seine Beute durch einen Nacken- oder Kehlbiss, je nach Größe des Beutetiers.  

Im Gegensatz zu vielen anderen Beutegreifern selektiert der Luchs Rehe weniger nach Alter oder Gesundheitszustand.  

Luchse leben als Einzelgänger wie die meisten Raubkatzenarten. Nur zur Paarung  im Spätwinter treffen sich erwachsene Tiere friedlich. Männchen erreichen die Geschlechtsreife mit etwas drei Jahren, während Weibchen schon mit einem Jahr Junge bekommen können. Das Weibchen trägt 67-74 Tage und bekommt dann in einer gut geschützten Fels- oder Baumhöhle ein bis vier, meistens zwei bis drei Junge, die ein knappes Jahr bei ihrer Mutter bleiben.

Schutz:
Um Luchspopulationen dauerhaft zu beherbergen, müssen die deutschen Naturlandschaften miteinander verknüpft werden, um den genetischen Austausch der verschiedenen Populationen zu gewährleisten.

Ein umfassender Managementplan für den Luchs ist noch eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Projekts der Wiederansiedlung. Ein solcher muss jedoch noch ausgearbeitet werden.

Wichtige Punkte darin sind:

  • Öffentlichkeitsarbeit: Die Akzeptanz und Sympathie in der Bevölkerung muss weiter ausgebaut und erhalten werden, um dem Luchs eine sichere Zukunft hier zu gewährleisten.
  • Es muss auch klar geregelt sein, wie Nutztierhalter entschädigt werden, falls es zum Schadensfall durch den Luchs kommt.
  • Die Akzeptanz der Jäger dem vermeintlichen Beutekonkurrenten Luchs gegenüber muss gefestigt werden, damit es nicht zu illegalen Abschüssen kommt.

Presse:

Der BUND begrüßt die Wiederansiedlung des Luchses



Foto by Helga Schmadel_pixelio.de

Das Luchs-Projekt Pfälzerwald/Vosges du Nord


www.luchs-projekt.org

Der Luchs soll bei uns wieder Fuß fassen dürfen. Leider ist eine natürliche Zuwanderung in absehbarer Zeit unwahrscheinlich, da der Luchs ein sehr prassives Ausbreitungsverhalten hat und nicht etwa wie der Wolf weite Strecken zurücklegt, um neue Jagdgründe zu erschließen. Junge Luchse suchen sich meistens Territorien in der Nähe des Streifgebiets ihrer Mutter.

Daher wollen wir nach fast 250 Jahren dem Luchs durch Auswilderung wieder einen Lebensraum im Pfälzerwald zugestehen und damit an unsere französischen Partner in den Nordvogesen anknüpfen.

Der Pfälzerwald ist sowohl Naturpark als auch Teil des Biosphärenreservats "Pfälzerwald - Vosges du Nord". Das Biosphärenreservat bildet eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westeuropas und damit einen idealen Lebensraum für Luchse.

Jedoch beginnt der erste Schritt in den Köpfen der Menschen, denn nur mit gesellschaftlicher Akzeptanz kann die Heimkehr des Luchses gelingen und dies ist nur mit Wissensvermittlung vor Ort erreichbar. Denn der Luchs ist weder ein ernsthafter Beutekonkurrent für Jäger, noch eine Gefahr für uns Menschen.

Der Luchs ist zudem eine Attraktion für den Fremdenverkehr und ein Aushängeschild für umweltverträglichen Tourimus und kann somit zur regionalen Wertschöpfung beitragen. Außerdem ist er ein Symbol für eine funktionierende und gesunde Waldgesellschaft.

Durch das gemeinsame Anliegen verbunden, die Rückkehr des Luchses in den Pfälzerwald zu ermöglichen haben sich im August 2010 mehrere Naturschutzverbände zusammen getan und den gemeinnützigen Verein Luchs-Projekt Pfälzerwald/Vosges du Nord e.V. gegründet. Dem Verein gehört unter anderem der BUND an, der tatkräftig und finanziell an diesem Projekt mitwirkt.

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