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Bundesländer-Ranking Biodiversität



2007 hatte die Bundesregierung mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein Paket mit 330 Zielen und rund 430 Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt verabschiedet. Große Verantwortung für deren Umsetzung tragen die Bundesländer. Eine Analyse der Umweltverbände BUND und NABU zeigt: In keinem einzigen Bundesland stehen die Zeichen für einen erfolgreichen Arten- und Biotopschutz auf Grün.

In Rheinland-Pfalz steht die Ampel noch auf Rot


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Im Bereich Wildnis- und Waldprozessschutzflächen gibt es zwar positive Entwicklungen, diese sind jedoch noch nicht rechtskräftig. Auch im Bereich des Biolandbaus konnten Fortschritte erzielt werden. Die Managementpläne für NATURA 2000-Gebiete und die rechtliche Sicherung von Lebensräumen durch Naturschutzgebiete stagnieren unverändert. Eine Länderstrategie zur Sicherung der biologischen Vielfalt steht immer noch aus und sollte daher endlich ressortübergreifend erarbeitet werden.

Wildnisgebiete und Naturwälder

Die Flächenanteile für Wildnis und für Prozessschutz im Wald/ Naturwälder stagnieren seit Jahren. Um die in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt gesetzten Ziele auch in Rheinland-Pfalz erreichen zu können, bedarf es der konsequenten Umsetzung der geplanten Maßnahmen. Die geplante Ausweisung des Nationalparks Hochwald kann ein solcher Baustein auf dem Weg zur Zielerreichung sein: Die Landesregierung ist jetzt aufgefordert, dessen weitere Planung zügig voran zu bringen und nicht von dem Ziel 75 Prozent Prozessschutzfläche im Nationalpark abzuweichen. Weiterhin muss 16 Jahre nach der Gründung des Biosphärenreservates Pfälzerwald endlich eine Ausdehnung der Kernzone auf mindestens drei Prozent Flächenanteil stattfinden. Positiv werden sich das Alt- und Totholzkonzept sowie die FSC-Zertifizierung des Staatswaldes auswirken, so dass hier insgesamt in den nächsten Jahren deutliche Verbesserungen zu erwarten sind.

FFH- und Vogelschutzgebiete

Beim Anteil der als FFH-Gebiet ausgewiesenen Landesfläche liegt RLP zwar weiterhin auf einem der vorderen Plätze. Es hapert jedoch an der inhaltlichen Unterfütterung: Für 120 FFH-Gebiete bzw. 57 Vogelschutzgebiete liegen erst fünf  bzw. acht fertig gestellte Managementpläne vor. Ein Großteil der übrigen Pläne ist mittlerweile zwar immerhin in Bearbeitung, dennoch ist es zurzeit nur der große Flächenanteil, der die Ampel für die FFH- und Vogelschutzgebiete von rot auf gelb rettet. Angesichts der sehr geringen Anzahl fertiger Pläne besteht ein dringender Handlungsbedarf, da der Schutz wertvoller FFH- und Vogelschutzgebiete sonst nicht gewährleistet ist.

Naturschutzgebiete

Mit weniger als zwei Prozent als Naturschutzgebiet ausgewiesener Landesfläche belegt Rheinland-Pfalz seit Jahren einen der hintersten Plätze im innerdeutschen Vergleich. Zur Sicherung wertvoller Biotope und regionaler Vorkommen bedrohter Arten, zur rechtlichen Sicherung zentraler Bereiche von Vogelschutz- und FFH-Gebieten, und nicht zuletzt auch für den Biotopverbund stellt die Schutzkategorie „Naturschutzgebiet“ ein wesentliches Element dar, das zukünftig verstärkt genutzt werden muss.

Ökolandbau

Stagnierte der Anteil ökologisch bewirtschafteter Landwirtschaftsfläche von 2010 zu 2012 noch auf niedrigem Niveau (vier Prozent), ist diesmal eine Verbesserung festzustellen. Auf 6,3 Prozent wird aktuell im Land biologische Landwirtschaft betrieben. Damit ist die gelbe Ampel in unmittelbarer Reichweite, bis zum nationalen Zielwert von 20 Prozent ist es jedoch auch dann noch ein langer Weg.

 

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