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Geschichte des Streuobstanbaus

Als Bestandteil einer langen bäuerlichen Tradition waren in der Vergangenheit der Streuobstwiese eine Ober- und eine Unternutzung zugedacht. Während der obere Teil der Fläche der Obsternte und der Holzgewinnung gedient hat, nutze man den unteren Teil zunächst als Anbaufläche für Feldfrüchte sowie als Weidefläche für das Vieh. Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft fiel die ackerbauliche Nutzung weg. Sofern die Bäume nicht den stets wachsenden Landmaschinen weichen mussten, wurden die Flächen fortan nur noch als Mäh- und Weideflächen genutzt.

Die Ernte und Pflege von hochstämmigen Bäumen ist aufwendig. Daher konzentrierte man sich fortan auf die Züchtung von kleinstämmigen Bäumen. Mit der Anpflanzung von konventionellen Obstplantagen wandelte sich die duale Funktion zur einseitigen Funktion. Hier wollte man möglichst hohe Ernteerträge erzielen. Da Streuobstwiesen nur eine geringe Wirtschaftlichkeit aufweisen ist ihr Fortbestand bedroht.

Unterscheidung zwischen Streuobstbeständen und Obstplantagen

Die intensive Bewirtschaftung der Plantagen erfordert einen großen Pflegeaufwand. Da die Anbausorte sich statt an den klimatischen Gegebenheiten, an Nachfrage und Ertragsfähigkeit orientiert, sind Bodendüngung und Pflanzenschutzmittel über das ganze Jahr im Einsatz. Im Gegensatz dazu wachsen auf Streuobstwiesen vornehmlich Arten und Sorten, die an die regionalen Gegebenheiten angepasst sind. Somit sind Düngungen und Pflanzenschutzmittel in der Regel nicht notwendig.

Während bei Streuobstwiesen die Nutzung des Unterwuches zwischen intensiver Weidewirtschaft und Brache wechselt, und somit ein stetiger Bewuchs des Bodens erwünscht ist, unterdrückt man beim Plantagenbau den Unterwuchs mittels Herbizide.

Bei Obstplantagen versucht man die gleich bleibenden Erträge möglichst viel als Tafelobst in den Handel zu bringen. Da die Erntemengen einer Streuobstwiese stark schwanken können  und es auch nicht immer den EU-Normen nachkommt, verwendet man es als Grundlage für Fruchtsaft, Schnaps und Dörrobst.

Gefährdung der Streuobstflächen

Da die Erntemengen stark schwanken können, sehen Obstbauern keine Zukunft für diese einzigartige Form der Kulturlandschaft. Der hohe Stamm und die teils ausladenden Baumkronen die Einbringung der Ernte erschweren, stellen ein weiteres Problem bei der Ernte dar.

Sofern nicht Naturschutzverbände und ehrenamtliche Helfer sich brach liegende Flächen annehmen geht die Artenvielfalt dieser Flächen verloren. Die Tendenz zur Verbuschung von Kulturraum nimmt im ländlichen Raum stetig zu.

Bedeutung von Streuobstbeständen

Auf Streuobstwiesen werden hauptsächlich Sorten angebaut, die an die Gegebenheiten der Region angepasst sind. So bilden diese Flächen ein Gen- Reservoir für alte Obstsorten.

Im Winter stellen die Wiesen zwischen den Bäumen ein ideales Nahrungshabitat für Zugvögel dar. Auch anderen Tierarten dienen die naturnahen Flächen als Jagd- und Lebensraum. Die Bedeutung für die Tierwelt nimmt dabei von Jahr zu Jahr zu. Gerade Totholz bietet verschiedensten Lebewesen eine wunderbare Lebensgrundlage. Sei es als Lebensraum oder als Nahrungsquelle.

Von Streuobstanbau geprägte Gebiete zählen zu den vielgestaltigsten Kulturlandschaften Mitteleuropas. Sie dienen gerade dem Menschen als Verbindung zur Natur und als Raum für Erholungen.




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