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Borstgrasrasen an der Baldenau


Borstgrasrasen

Das LIFE-Projekt, das sich mit der Erhaltung und Regeneration von Borstgrasrasen Mitteleuropas beschäftigt, wurde von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, mit Partnern aus dem Saarland, Belgien und Luxemburg beantragt. Es umfasst ein großes Gebiet in der Nähe der Ortschaft Morbach im Hunsrück. Dem BUND gehört ein 8,9 Hektar großes Grundstück, das ihm von der Stiftung übertragen wurde und für dessen Pflege er verantwortlich ist.


Borstgras

Borstgrasrasen gehören in Rheinland-Pfalz wie in vergleichbaren anderen Mittelgebirgslandschaften zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen. Vor allem großflächige Fichtenaufforstungen, Entwässerung und Düngung führten zur Zerstörung des Lebensraums. Der Liegenschaft des BUND sowie der gesamten geschützten Fläche kommt dementsprechend eine große Bedeutung zu.


Arnika

Borstgrasrasen sind kurzrasige Wiesen und Weiden, die aus historischen Grünlandnutzungsformen auf recht armen, sauren und flachgründigen Standorten hervorgegangen sind. Sie beherbergen zahlreiche charakteristische sowie oftmals gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Hierzu gehören zum Beispiel Arnika (Arnica montana), Borstgras (Nardus stricta), Mondraute (Botrychium lunaria), aber auch Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia), Blauschillernder Feuerfalter (Lycaena helle), Großer Feuerfalter (Lycaena dispar), Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) und viele mehr. Seltene Vogelarten wie Neuntöter (Lanius collurio), Raubwürger (Lanius excubitor) oder Braunkehlchen (Saxicola rubetra) zählen zu regelmäßigen Besuchern der Borstgrasrasen und brüten auch teilweise dort.


Arnikawiese

Die Borstgrasrasen sind aufgrund der Aufgabe der ursprünglichen Nutzung stark bedroht, da eine landwirtschaftliche Nutzung auf den ertragsschwachen Böden heute kaum noch  interessant ist.

Pflege- und Schutzmaßnahmen der BUND-Kreisgruppe Bernkastel-Wittlich befassen sich, seit Projektbeginn im Oktober 2006, mit der Entfernung der Fichten sowie anderer Gehölze, die zur Verbuschung der Fläche führten. Eine langfristige Sicherung der biologischen Vielfalt soll durch eine jährliche Mahd und angepasste Schafs- oder Rinderbeweidung gewährleistet werden. Zusätzlich ist geplant, einem dort verlaufenden Bach seine natürliche Gestalt wiederzugeben. Er liegt, aufgrund der Wasserentnahme durch einen Gewässergraben, der zur Versorgung von Fischteichen dient, trocken und sein Bett ist durch Erosionsschäden kastenförmig ausgehöhlt.

 


Gewässergraben



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