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Dörscheider Heide


Ute Graßmann

die Leiterin der BUND Ortsgruppe Loreley ist am 4. Oktober 2010 in Berlin von Bundespräsident Christian Wulff mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

Seit über 25 Jahren kämpft sie für den Erhalt der Kulturlandschaft am Mittelrhein und  leitet sie die Ortsgruppe Loreley des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).  Sie ist ehrenamtlich Beauftragte für das Naturschutzgebiet „Rheinhänge Kaub bis St. Goarshausen" und ehrenamtlich als Vertreterin der Naturschutzverbände in der Lokalen Aktionsgruppe Welterbe Oberes Mittelrheintal aktiv.

Dank Ute Graßmanns Engagement wurde die Dörscheider Höhe nahe der Loreley, die mit mehr als 650 verschiedenen Schmetterlingsarten eines der zoologisch interessantesten Gebiete am Mittelrhein ist, zu einem großen Teil in ihrer Ursprungsform bewahrt. Für die schweißtreibenden Pflegearbeiten versteht es Frau Graßmann, nicht nur die Mitglieder ihrer BUND-Gruppe zu begeistern, sondern auch alle Interessierten einzubinden - von Kindern und Jugendlichen bis zu rüstigen Senioren der umliegenden Orte.

Außerdem führt sie  Veranstaltungen zur Geschichte, Archäologie und Mythologie des Mittelrheins durch und leitet die Musikgruppe „Ranunculus“, die sich der Musik und dem Tanz des Mittelalters widmet.

Der BUND Rheinland-Pfalz gratuliert ganz herzlich zur Verleihung dieser großen Auszeichnung. Ihr Engagement für den Erhalt des fantastischen Mittelrheintales erfährt dadurch große Beachtung und ist gleichzeitig für Ute Grassmann und ihre MitkämpferInnen sicherlich Ansporn sich weitere für diese großen Ziele einzusetzen.

Dörscheider Heide - Erholungslandschaft am Mittelrhein


Informationspavillon


Informationspavillon am Rheinsteig

Die Dörscheider Heide ist eines der wertvollsten Biotope am Mittelrhein. Im trocken-warmen Klima und auf mageren Felsböden gedeiht eine große Vielfalt an Lebensräumen mit seltenen, wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten. Über 650 verschiedene Schmetterlingsarten konnten hier festgestellt werden, außerdem viele seltene Vögel, Reptilien, Heuschrecken und andere Insekten. Inmitten dieser einzigartigen Landschaft hat der BUND im April 2008 einen Pavillon eröffnet. Die Rheinsteig-Wanderer werden dort über die Historie der Kulturlandschaft und deren Bedeutung für die Artenvielfalt informiert. Entlang der Wege wurden Informationstafeln aufgestellt, die Auskunft über Tiere und Pflanzen geben.

Nutzungsaufgabe veränderte Landschaft

In den sechziger Jahren ging die Bewirtschaftung durch Landwirte und Winzer zurück. Die Entwicklung des Brachlandes hatte negative Auswirkungen, sowohl für die landschaftliche als auch für die touristische Entwicklung der Region. Im Jahr 1990 war der Großteil der ehemaligen Offenland- und Weinbergsflächen verbuscht, stellenweise auch schon in den Vorwald übergegangen. Auch das verbliebene Offenland war überwiegend arten- und blütenarm. Wegen der ausbleibenden Pflege waren die Trockenmauern weitgehend zugewachsen, stellenweise sogar schon eingestürzt, Weinberge in Brombeer- oder Gebüschstadien übergegangen. Auch die Wanderwege mussten unter dieser Entwicklung leiden: Sie liefen in großen Teilen durch tunnelartige Gebüsche, offene Ausblicke gab es kaum noch.


Pflegeaktion

Rettung der Biotope durch Pflegemaßnahmen

Erst durch intensive Anstrengungen von ehrenamtlichen Naturschützern des BUND in Kooperation mit der Naturschutzverwaltung und anderen Verbänden wurde die Struktur der Landschaft wieder verbessert. Zunächst musste das Gebüsch, das sich auf ehemaligen Magerrasen und Wiesen breitgemacht hatte, entfernt werden.  Für die großflächige Entbuschung kamen Maschinen zum Einsatz, besonders empfindliche Lebensräume wurden jedoch in Handarbeit gepflegt. Seit 2001 weiden im Frühling traditionell gehütete Wanderschafherden,  die von Ziegen im Kampf gegen die Verbuschung unterstützt werden. Um die Wanderwege wieder ansprechender zu gestalten, wurden weitere Flächen entbuscht, wodurch schöne Aussichtspunkte geschaffen wurden.


Wanderschafherden

Pflege erhält Erholungslandschaft

Heute kann jeder Wanderer die Erfolge des Projekts „Dörscheider Heide“ bewundern.

Wo früher verbuschte Flächen waren, sind heute Offenlandbiotope entstanden. Da das Offenland sehr viel blütenreicher geworden ist, kann man von Frühling bis in den Spätherbst eine Vielzahl von Insekten- und Schmetterlingen beobachten. Mit der Artenvielfalt sind auch die geschützten Biotopen wie Magerwiesen auffällig mehr geworden.


Blütenreicher Silikatmagerrasen

Neben dem landschaftlichen  Fortschritt haben sich ebenso für den Tourismus positive Wirkungen ergeben. Besucht man die „Dörscheider Heide“ heute, kann man sich an der parkähnlichen Landschaft aus bunten Wiesen erfreuen,  die von Wäldchen, Felsen und offenen Weinbergsbrachen mit Trockenmauern durchsetzt ist. Die Wiesen sind vom Frühsommer bis Herbst mit vielen bunten Blumen bewachsen, und farbenprächtige Falter gaukeln durch die Lüfte. Weinbergsterrassen mit Trockenmauern und eingesprengte Felsen entlang des Rheinsteines wurden freigestellt, und bieten Einblick in die Besonderheiten des Welterbes Oberer Mittelrhein.



Schutzhütte

Die Besucher können sich in der BUND-Schutzhütte oder auf Bänken ausruhen, die an verschiedenen Plätzen aufgestellt wurden. Mit ein wenig Glück kann man sogar die Smaragdeidechse beim Sonnenbad beobachten.

Der BUND hat die Erfolge der Biotoppflege in der von Martin Unfricht verfassten Studie mit dem Titel „Wirkung von Naturschutzmaßnahmen auf die Erholungslandschaft am Mittelrhein“ zusammengefasst.

Hier können Sie die Zusammenfassung der Studie herunterladen: download

Weitere Informationen:

Pressemitteilung (April 2008)

Flyer download



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