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Massive Baumrodungen am Glan gestoppt


Der Glan ist ein idyllischer Fluss, der an seinen Ufern von einem Galeriewald aus Erlen, Weiden und Eschen begleitet wird. In den Prallhängen und Ufern brüten Eisvögel und Wasseramseln. In den Baumhöhlen nisten Spechte und leben Fledermäuse.

Im Abschnitt zwischen Lauterecken und Meisenheim wollte die Wasserbehörde ca. 1/3 des Baumbestandes (ca. 600 Bäume) fällen, um die Verkehrssicherheit für den Kanutourismus zu gewährleisten. Die beabsichtigten massiven Rodungen begannen am 27.4.17, mitten in der Brut- und Setzzeit, und konnten vom BUND Landesverband nach der Rodung von 14 Bäumen durch einen Eilantrag vor Gericht gestoppt werden. Der NABU Rheinland-Pfalz unterstützte diese Klage dankenswerterweise finanziell großzügig.

Der BUND setzte sich weiter dafür ein, dass derartig massive Rodungen auch im Winterhalbjahr aus Gründen des Arten- und Gewässerschutzes sowie des Biotopverbundes nicht durchgeführt werden.

Ein neues von der Oberen Wasserbehörde in Auftrag gegebenes Naturschutzgutachten bestätigte diese Auffassung.Die hohe Anzahl von Baumhöhlen und Rindenspalten in den alten Bäumen sind ein optimaler Lebensraum für höhlenbewohnende Tierarten, wie etliche Vogelarten und Fledermäuse. Neben Spechten, wie Kleinspecht und Grauspecht, konnten auch 7 Fledermausarten in hohen Dichten nachgewiesen werden. Die Ufer des Glans, die auch Brutplatz für Eisvögel und Wasseramseln sind, wären durch die flächigen Fällungen völlig verändert worden. Durch Besonnung und Erwärmung sowie verstärkte Bodenerosion würden auch die Lebensgemeinschaften im Gewässer beeinträchtigt. Die aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendigen massiven Baumfällungen würden Lebensräume vieler Tierarten zerstören und den Glan und seine Ufer stark beeinträchtigen. Der Verlust von so vielen Brutplätzen und Fledermausquartieren kann auch durch andere Maßnahmen, wie das Aufhängen von Fledermauskästen oder Nachpflanzungen von Bäumen, nicht ersetzt werden. Die Baumpflegemaßnahmen wären daher ein nicht zulässiger Verstoß gegen das Artenschutzrecht.

Somit sind die Verkehrssicherungsmaßnahmen rechtlich nicht machbar und die flächige Fällung endgültig gestoppt.

Der BUND hatte sich jahrelang an einem Runden Tisch beteiligt, bei dem nach Möglichkeiten einer naturverträglichen Kanunutzung gesucht wurde und den erarbeiteten Kompromiss mitgetragen. Die Gewährleistung der Verkehrssicherheit wurde am Runden Tisch nie thematisiert und hätte alle Bemühungen, das Gewässer ökologisch aufzuwerten ad absurdum geführt.

Biotopverbund - Verbinden, was zusammengehört!


Die ungebremste Inanspruchnahme von Landschaft für Gewerbegebiete, Siedlungen und Verkehrswege sowie die Intensivnutzung der Landwirtschaft führen zur Zerstückelung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Verinselte Restpopulationen bleiben zurück. Tiere werden bei Nahrungssuche und Wanderungen zu Paarungsorten, Überwinterungsquartieren oder der Wiederbesiedlung von Lebensräumen stark behindert.

Die Ausweisung ausreichend großer Schutzgebiete und deren Vernetzungen zu funktional zusammenhängenden und wirksamen Biotopverbundsystemen sind für die Erhaltung der biologischen Vielfalt von zentraler Bedeutung.

Der BUND fordert:

- ausreichend große Schutzgebiete

- Grünbrücken und andere Vernetzungsmöglichkeiten über Straßen

- Stopp des Flächenverbrauchs und der Zerschneidung durch immer neue Straßen und Gewerbegebiete

- Biotopverbund in der Agrarlandschaft

- Schutz der Fließgewässer einschließlich ihrer Auen

 Der BUND ist aktiv:

- Projekte, die den Biotopverbund fördern

- Einsatz gegen Projekte und Vorhaben, die den Biotopverbund vernichten



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