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Sichere Querungshilfen: Grünbrücken

Das Straßennetz Deutschlands ist eines der dichtesten der Welt und Rheinland-Pfalz hat das dichteste Straßennetz aller Flächenländer in Deutschland. Autobahnen, Bundes- und Landstraßen oder Schienentrassen durchschneiden die Lebensräume von wildlebenden Tieren.


A6 bei Wattenheim, Foto: K.-H. Klein

Rund 250.000 Rehe, Hirsche und Wildschweine sterben jährlich auf Deutschlands Verkehrswegen und besonders für viele gefährdete Arten wie Wildkatzen, Wölfe oder Fischotter ist das Zusammentreffen mit einem Fahrzeug bereits die häufigste Todesursache. Dem Statistischen Bundesamt zufolge war 2010 für fast 2300 Unfälle mit Personenschaden auf Deutschlands Verkehrsstraßen „Wild auf der Fahrbahn“ die Ursache. Zum Schutz der Tiere und auch der Autofahrer werden daher Wildzäune aufgestellt.

Die isolierten Lebensraumfragmente führen allerdings dazu, dass der genetische Austausch zwischen den einzelnen Teilpopulationen verhindert wird. Dies kann wiederum Inzuchtprobleme, wie verminderte Fruchtbarkeit oder körperliche Fehlbildungen durch Erbschäden bis hin zur Vernichtung ganzer Populationen, hervorrufen und gefährdet somit die biologische Vielfalt.
Um die Zerschneidung von Lebensräumen zu mildern, können im Sinne des modernen Naturschutzes Querungshilfen wie Wilddurchlässe oder Krötentunnel, aber auch Grünbrücken errichtet werden. Die 50-100 m breiten Brücken werden mit Erde aufgeschüttet und anschließend mit Sträuchern und Büschen begrünt. Sie müssen sinnvoll geplant an ausgewählten Standorten, die für gehäuften Wildwechsel bekannt sind, errichtet werden. Dabei orientiert man sich an den genauen Wanderwegen der Tiere. Als Hinweis für überregionale bedeutsame Vernetzungsachsen entwickelte der BUND dazu einen Wildkatzenwegeplan. Auf Grundlage des bekannten Wanderverhaltens der Wildkatze und der Vegetation vor Ort wurden mögliche Wanderwege berechnet.
Damit die Nutzung der Grünbrücken gewährleistet werden kann, ist es außerdem wichtig, dass die Querungshilfe vom Menschen unberührt bleibt und nicht betreten wird.

Um dem „Verinselungseffekt“ entgegenzuwirken setzen sich der BUND und viele andere Mitwirkende für den Bau von Grünbrücken als wichtige Verbindungselemente der entstandenen Teilräume ein.



Grünbrücke über die A1 bei Wittlich



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