Sie befinden sich hier:

Weiterer Bedarf an Grünbrücken

Trotz der Arbeit engagierter Mitwirkender des BUND und anderer Grünbrückenbefürworter sind einige Projekte bislang noch nicht verwirklicht. Immer wieder entstehen Konflikte zwischen finanziellen Aspekten und dem Naturschutz. Dabei kann der Bau einer Brücke, ganz abgesehen von der fundamentalen Bedeutung für die Wildtiere, die in den zerschnittenen Gebieten eingesperrt sind, die Wirtschaft sogar ankurbeln.
Über Unterschriftensammlungen, Demonstrationen und Gesprächen mit Entscheidungsträgern wird sich der BUND auch weiterhin für die Ausführung der Bauprojekte mit aller Kraft einsetzen.

A61 bei Schifferstadt

Seit einigen Jahren fordert der BUND Rhein-Pfalz-Kreis, mit anderen Umweltverbände und dem Jagdteam Schifferstadt eine Grünbrücke zur Querung der A 61 bei Schifferstadt zwischen Ludwigshafen und Speyer. Ein geeigneter Anlass diese Forderung endlich umzusetzen, ist der geplante Ausbau der Autobahn von vier auf sechs Fahrspuren. Doch bedauerlicherweise wurde dies im Planfeststellungsverfahren abgelehnt. Die Begründung war, dass der Verinselungseffekt nicht durch die Spurenerweiterung verstärkt würde. Der Landesbetrieb Mobilität Speyer argumentierte außerdem, dass der Bau der Brückenköpfe einen erheblichen Eingriff in die Natur bedeute.
Dabei ist das durchschnittene Waldgebiet, welches als europäisches Naturschutzgebiet (Natura 2000) ausgewiesen ist, die einzige Verbindung zwischen dem Pfälzerwald und dem Rheinauengebiet zwischen Ludwigshafen und Speyer. Und gerade für die dort mittlerweile heimische Wildkatze, die als Leitart der Biotopvernetzung gilt, und andere Waldtiere wäre eine sichere Überquerungsmöglichkeit der Verkehrsstraße von immenser Bedeutung.


A61, Foto: BUND Rhein-Pfalz-Kreis


Der BUND würde eine Grünbrücke sogar als Ausgleichsmaßnahme akzeptieren, obwohl das betroffene Waldgebiet nicht direkt einen „Schadenersatz“ erführe. Doch der Mehrwert einer Wildbrücke als Verbindung zwischen den Lebensraumfragmenten steht im Vordergrund. Denn langfristig gesehen ergibt auch eine Naturschutzarbeit an Einzelbiotopen nur Sinn, wenn diese untereinander durch Querungshilfen verknüpft werden.
Der organisatorische Vorteil diese Maßnahme mit dem Autobahnausbau zu kombinieren liegt darin, dass die zum Brückenbau benötigten Maschinen wegen der Fahrbahnerweiterung ohnehin gerade vor Ort wären.
2009 startete bereits eine Unterschriftenaktion. Im Mai 2011 rief ein breites Bündnis von Naturschutzverbänden am internationalen Tag der Artenvielfalt zur Demonstration für eine Grünbrücke an diesem Standort auf. Etwa 80 Teilnehmer, darunter viele Persönlichkeiten der Politik, setzten sich aktiv für das Umsetzen der Naturschutzmaßname ein.
Die Stadt Schifferstadt als Eigentümerin steht ebenfalls hinter dem Projekt, würde sogar eigene Grundstücke für die Grünbrückenköpfe zur Verfügung stellen. Deshalb werden sich der BUND und andere tatkräftige Befürworter der Grünbrücke auch weiterhin vehement für das Errichten einer Querungshilfe im Sinne eines modernen Naturschutzes einsetzen.

Die Seite zur Grünbrückenaktion gibt es hier.



Metanavigation: