Sie befinden sich hier:

Weiterhin Widerstand gegen Flugplatz-Ausbau in Speyer

Nachdem der BUND auch vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig sich mit seinen Argumenten nicht durchsetzen konnte, haben im Wald auf der Insel Horn am 4. November 2010 erste Wipfelkürzungen stattgefunden. Ein Film über den Hubschraubereinsatz kann hier angesehen werden.

Seit dem 11. Oktober 2010 finden am Geschirrplätzel in der Speyerer Innenstadt regelmäßig Montagsdemonstrationen als Protest gegen die Baumaßnahmen statt. Der BUND beteiligt sich weiterhin an der Seite der Bürgerinitiative aktiv am Protest.

In einem offenen Brief an die EU-Kommission hatte die Europaabgeordnete Franziska Brantner (Bündnis 90 / Die Grünen) den Umweltkommissar Janez Potocnik aufgefordert, die Ausbaupläne für den Flugplatz Speyer schnellstmöglich auf ihre Konformität mit dem EU-Umweltrecht zu überprüfen. Angesichts der bevorstehenden Rodung des Speyerer Auwalds sieht die Abgeordnete raschen Handlungsbedarf. Sie hat nun hochrangige Kommissionsvertreter getroffen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Das schon seit einigen Jahren anhängige Beschwerdeverfahren der Speyerer Bürgerinitiative "Lebensqualität statt Flugplatzausbau" ruhte bislang mit dem Hinweis auf das laufende Gerichtsverfahren. Diese Argumentation ist jedoch spätestens seit der Ablehnung des Revisionsantrages durch das deutsche Bundesverwaltungsgericht im Juni dieses Jahres hinfällig.

BUND wehrt sich gegen Zerstörung des Auwaldes

Beim Verkehrslandeplatz Speyer soll die derzeitige Landebahn von knapp 1.200 Metern auf 1.677 Meter verlängert werden und dies nur, weil von von anderen Regionalflughäfen der Metropolregion Geschäftsanteile abgeworben werden sollen. Äußerst kritisch ist die Sicherheitslage zu bewerten. Am bestehenden Flugplatz ist es bereits zu vier Abstürzen, drei davon mit tödlichem Ausgang, gekommen. Durch Verlängerung der Landebahn dieses auch in Zukunft nur im Sichtflug anzufliegenden Landeplatzes erhöhen sich diese Risiken noch. Weitere Gefahrenpotenziale liegen in den chemischen Fabrikationsanlagen der Firma Haltermann Speyer GmbH und einem Tanklager, Betrieben, die als Störfallbetriebe nach der Seveso-II-Richtlinie einzuordnen sind. Auf 27 ha gibt es 220 unterschiedliche Tanks mit einem Fassungsvermögen von 800.000 Kubikmetern. Das etwa 8 Flugsekunden entfernte AKW Philippsburg, dessen Block I nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert ist, stellt einen ganz besonderen Gefahrenpunkt dar. Ferner geht von dem Vorhaben für das Weltkulturerbe Speyrer Dom eine nicht zu unterschätzende Bedrohung aus.
 

Gravierend sind die Eingriffe in die Natur, vor allem auf der Insel Horn, wo die über hundertjährigen Stieleichen eines einmaligen Hartholzauenwaldes zur „Herstellung von Hindernisfreiheit“ einfach geköpft werden sollen. Hartholzauenwälder sind bundesweit eingestuft unter der Kategorie „von vollständiger Vernichtung bedroht“.
 

Die Einwendungen des BUND im Planfeststellungsverfahren zum Ausbau des Verkehrslandesplatz fanden bei den zuständigen Behörden leider keine Berücksichtigung. Daher legte der BUND Verbandsklage gegen den Planfeststellungsbeschluss ein und kämpft so für die Erhaltung des Auwaldes. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Koblenz die Klage des BUND abgewiesen hat, legte der Verband beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig Revisionszulassungsbeschwerde ein.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung zur Beschwerde des BUND beim Bundesverwaltungsgericht


Informationen der Kreisgruppe Speyer zum Flugplatzausbau




Mach mit!; Her mit den Mäusen

Ihre Spende hilft.

Suche

Metanavigation: