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Der Eifel droht eine gewaltige Naturzerstörung durch den geplanten Neubau der A1


Beim Bau des Teilstücks Daun-Kelberg Nähe B 410)... (Foto: Ulrich Vogel)

Wenn die Politiker einen zügigen Lückenschluß der Autobahn A 1 fordern, so ist zuerst einmal zu sagen, daß es sich bei dem fehlenden Teilstück der A1 nicht um einen Lückenschluß" (von vielleicht einigen hundert Metern), sondern um einen Autobahnneubau von ca. 30 km Länge handelt. Alle sind für den Weiterbau? Nein, nicht alle!

Die Probleme liegen seit Jahren bei den Planungsbehörden. Bei einer Veranstaltung in Nettersheim stellte NRW-Verkehrsminister Wittke den Baubeginn Blankenheim - Lommersdorf für 2009 in Aussicht, zuvor seien lediglich noch einige naturschutzrechtliche Klagen "abzuarbeiten".

Wenn die Behördenvertreter zugeben, dass sie mit Klagen der Umweltverbände rechnen, ist ihnen vor allem der Vorwurf zumachen, dass Sie zu keinem Zeitpunkt ein Gespräch mit den Verbänden gesucht haben. Ein Versäumnis, das noch korrigiert werden könnte.


...zeigt sich deutlich die Zerstörung der schönen Eifellandschaft (Foto: Ulrich Vogel)

In einer Pressemitteilung vom 8. Mai 2010 lobt Frau Elsner (MdL; SPD) den Staatsvertrag mit Nordrhein-Westfalen. Dieser verfestigt die von den Planungsbehörden seit langem geübte Salamitaktik und das Land Rheinland-Pfalz gibt u.U. Einflußnahme auf die Planungen ab. Das im Vorentwurf am 7.10.2009 von NRW vorgestellte Teilstück endet bei Lommersdorf vor einem besonders schützenswerten Waldgebiet, das von den Planern in Rheinland-Pfalz kaum noch umgangen werden kann. Die Planungsbehörden verweigern unverändert eine umfassende UVP für das gesamte Teilstück der A1. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach modernem Standard (EU) mit der Prüfung wirklicher Alternativen fehlt. Die groben Fehler der Planer wie z.B. unzureichende Wildbrücken von nur 25 m Breite (sie wurden im neuen Vorentwurf des NRW-Teilstückes verbreitert) statt längerer Tunnelabschnitte wie in Thüringen haben letztlich dazu geführt, daß die Planungen mit dem Vermerk "besonderer naturschutzrechtlicher Planungsauftrag" im Bundesverkehrswegeplan versehen wurden. Die derzeit bekannten Planungen widersprechen nach wie vor in eklatanter Weise dem Landesgesetz über Naturschutz und Landschaftspflege und den Forderungen im Raumordnungsbericht der Landesregierung von 1989. Trotz einiger Nachbesserungen bestehen in der Abwasserbehandlung noch erhebliche Mängel. Die Salzfracht würde die Laichgewässer der Ahr und ihrer Zuflüsse schädigen. Dies wurde auch seitens der Wasserwirtschaft bemängelt. Auch die Trinkwassergewinnung in der Nohner Kalkmulde ist gefährdet. So wird z.B. der Grünbach von der geplanten Trasse gekreuzt. Die Schäden an Natur und Umwelt sind in der jetzigen Planung unausgleichbar.


Die schöne, unzerstörte Eifellandschaft... (Foto: Ulrich Vogel)


Wenn die Politiker wie Frau Elsner (MdL; SPD) oder Herr Wirz (MdL; CDU) neue Arbeitsplätze, prosperierende Gewerbegebiete für die Region versprechen sind sie entweder schlecht informiert oder sagen bewußt die Unwahrheit. Entwicklungsschübe wie sie mit der Fertigstellung der A61 in den frühen 70er Jahren verbunden waren werden sich nicht wiederholen. So berichtete der Trierische Volksfreund über die enttäuschten hohen Erwartungen, die mit der Fertigstellung der A 60 zwischen Bitburg und Wittlich verbunden waren. Die große Hoffnung auf ein Jobwunder ist längst verpufft. Auf den prophezeiten Boom warten die Eifelgemeinden noch heute. Das gleiche wird für den geplanten Neubau der A 1 gelten. Beton ernährt nur wenige Menschen, eine gewachsene Kulturlandschaft jedoch viele Menschen.


...darf nicht durch ein graues Asphaltband zerstört werden, Foto: Ulrich Vogel


Daß der Neubau des A1 Teilstückes der Tourismusbranche neue Perspektiven eröffnen soll, da Urlauber das Erholungsgebiet viel schneller und angenehmer erreichen können, ist wohl auch reine Phantasie. Ein zerstörtes Stück der schönsten Eifel wird keine Urlauber anziehen und einige Minuten längere Fahrzeit zum Urlaubsziel werden Urlauber in Kauf nehmen. Ein intakter Naturraum ist das Kapital der Zukunft und wird über den Tourismus Arbeitsplätze schaffen. Die Menschen werden erkennen, daß Politiker, die den Rezepten der Vergangenheit nachhängen (Autobahnen und Gewerbegebiete allerorten), die Probleme der Zukunft nicht lösen werden.


Zur Pressemitteilung vom 20.04.2011 geht es hier.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler




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