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Dritte Rheinbrücke bei Karlsruhe / Wörth

Dritte Rheinbrücke bei Karlsruhe ist unnötig und schadet Menschen, Natur und Umwelt – Umwelt- und Naturschutzverbände aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kritisieren Planungsprozess und zeigen Alternativen auf

 
Karlsruhe/Wörth.
Die geplante neue Rheinbrücke bei Karlsruhe ist durch aktuelle Verkehrsprognosen nicht zu rechtfertigen und schadete Natur, Umwelt und Menschen in der Region so das Fazit von Umwelt-, Naturschutz- und Verkehrsverbände aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Bei einer Pressekonferenz in Karlsruhe kritisierten Vertreter der Landesverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz des BUND, des Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV), des Naturschutzbund Deutschland, Landesverband Baden-Württemberg , (NABU) sowie des Kreisverbands Karlsruhe des Verkehrsclub Deutschland (VCD) den Planungsprozess und zeigten Alternativen zum Bau einer weiteren Brücke nördlich der bestehenden auf.

Der Bau einer dritten Rheinbrücke soll mit veralteten Zahlen und überhöhten Prognosen durchgepeitscht werden, so Karin Marsiske vom BUND Südpfalz. Diese Verkehrszahlen sind durch die tatsächlichen Zahlen längst widerlegt. Nach der neuesten Verkehrsbelastung des Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz sind 2010 von Montag bis Freitag als Durchschnittlicher täglicher Verkehr  (DTV) 75.277 Kraftfahrzeuge je 24 Stunden auf der bestehenden Rheinbrücke gefahren. Dies ist nochmals ein Rückgang gegenüber 2008 von 1,6 %. Aus diesem Grund ist die angenommene Verkehrssteigung von 19 % völlig unrealistisch. Zudem seien die demographische Entwicklung und ein zu erwartendes geändertes Fahrverhalten bei den bestehenden Prognosen unberücksichtigt. Auch volkswirtschaftlich sei eine dritte Rheinbrücke nicht zu rechtfertigen: Der Bau der neuen Brücke soll nach derzeitiger Kostenschätzung 107 Millionen Euro kosten und kreditfinanziert erfolgen. Demgegenüber gelang es an anderer Stelle Brücken gleichen Bautyps für eine Summe von lediglich 7 Millionen Euro zu sanieren.

Uwe Haack betonte für den VCD, dass es erstes Ziel sein müsse, mehr Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen. die Notwendigkeit des Ausbaus des Schienenverkehrs in der Region. Bei entsprechenden Investitionen in Infrastruktur, Züge und Technik sei es möglich, auf der heute nicht ausgelasteten Einsenbahnbrücke eine Kapazität von weit über 60000 Sitzplätzen täglich zur Verfügung zu stellen..

Carsten Weber wies für LNV und NABU darauf hin, dass mit der Planung, mit der das Planfeststellungsverfahren eröffnet werden soll, eine Trasse gewählt würde, bei der einmalige Lebensräume und Vorkommen seltenster Tier- und Pflanzenarten vernichtet würden. Es handele sich bei dieser Trasse um die am wenigsten umweltverträgliche aller untersuchten Varianten.

Johannes Becker vom BUND Rheinland-Pfalz berichtete, dass entgegen anders lautenden Gerüchten, laut Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau RLP keine Erkenntnisse über einen dringenden Sanierungsbedarf des so genannten Wörther Troges vorliegen. Zur Verkehrssituation bei der bestehenden Kraftfahrzeug-Rheinbrücke erläuterte er, dass die morgendlichen Staus mit dem so genannten “Pförtner“, der Verengung auf zwei Fahrspuren, bei Knielingen zusammenhingen. Durch ein Gutachten sei zu prüfen, ob durch Veränderungen an dieser Stelle, die Staus reduziert werden könnten. Unter der Bedingung, dass eine Sanierung der bestehenden Rheinbrücke unter laufendem Verkehr nicht möglich sei, müsste der Bau einer Ersatzbrücke oder einer Brücke zwischen den Brücken geprüft werden. Mit einem solchen Bau bzw. Umbau wäre es zudem möglich, gleichzeitig Lärmschutzeinrichtungen für Maximiliansau zu errichten. Bei einem Bau einer nördlichen Brücke sei hingegen davon auszugehen, dass Maximiliansau keine Lärmschutzmaßnahmen erhielte.

Zum bevorstehenden Planfeststellungsverfahren stellte Hartmut Weinrebe, Regionalgeschäftsführer des BUND in Karlsruhe klar, dass dieses als gemeinsames, Länder übergreifendes Verfahren geschehen müsse. Die diskutierte Auftrennung in zwei Verfahren müsste hingegen als ein Versuch gewertet werden, die Möglichkeit einer gerichtlichen Kontrolle des Vorhabens zu verschlechtern und die Möglichkeiten für die Beteiligung der Bürger und Verbände zu verringern.

Kritikpunkte des BUND Südpfalz an der Dritten Rheinbrücke (Mai 2011)

Die Position der Umwelt- Naturschutz- und Verkehrsverbände BUND, LNV, NABU und VDC zur geplanten dritten Rheinbrücke bei Karlsruhe finden Sie hier als download.




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