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Der Soonwald


© Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation: www.lvermgeo.rlp.de

Der Soonwald hat eine Gesamtfläche von 25.000 ha und reicht nördlich von Kirn, über den Großen Soon bis hin zum Binger Wald und zum Rhein.

 

Besonderheiten:

Der Soonwald zeichnet sich durch seinen hohen Anteil an alten Laubbaumarten aus. Der Anteil an älteren Laubbäumen liegt bei 15 %, also 5 % höher als im Hochwald. Im Vergleich zum Hochwald sind im Soonwald nur 15,4 % Nadelholzanteil zu finden. Für den künftigen Nationalpark bieten sich  8400 ha im „Großen Soon“ an.

Fauna:

Durch  verschiedenen Lebensraumtypen beherbergt der Soonwald viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Unter anderen sind stark gefährdete Arten wie z.B. die Wildkatze, Gelbbauchunke , Bechsteinfeldermaus , Große Hufeisennase und Großer Feuerfalter  hier zu finden. Vor allem auf artenreichen Waldwiesen ist eine große Anzahl an verschiedenen Falterarten vertreten, so z.B. der Rundaugen-Mohrfalter. In den nahezu unbelasteten Bächen und Flüssen des Soonwaldes sind neben Gelbbauchunken auch Moorlibellengemeinschaften zu finden.

Eine Kombi-Lösung Hochwald/ Soonwald?

Da die Akzeptanz eines Nationalparkes im Hochwald sehr groß ist, begann die Landesregierung einen intensiven Bürgerdialog zur Nationalparkausweisung im Hochwald. Der Soonwald ist aus Sicht des BUND jedoch naturschutzfachlich als Nationalpark mindesten ebenbürtig geeignet. 

Momentan wird auch über eine Kombi-Lösung nachgedacht.  Im Gutachten von Greenpeace zur Eignung von Soonwald und Hochwald wird der Verbund vorgeschlagen. Es sollen 2 Kernzonen eingerichtet werden, 2500 ha im Soonwald und 5000 ha im Hochwald. Da sich die beiden Kernzonen ca. 30 km entfernt voneinander befinden, sollten die beiden Gebiete in ein Biospärenreservat eingebettet werden, welches durch die Einteilung in Puffer, -Pflege, - und Entwicklungszone kulturlandschaftliche Elemente mit einbindet.

Vorschlag für ein alternatives Schutzgebiet „ Wildnisfläche im Soonwald“:

Im Greenpeace-Gutachten von Oktober 2012 wird der Soonwald unabhänig von der Kombilösung als Schutzgebiet vorgeschlagen. Die Fläche soll den jetzigen Bereich des Natura-2000- Gebietes umfassen und 5666 ha groß sein. Doch was ist unter einer Wildnisfläche zu verstehen? In der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung ist eine Forderung verankert, insgesamt 2 % der deutschen Landfläche als „Wildnisflächen“ auszuweisen. Dafür sollten möglichst Flächen verwendet werden, die gewissen ökologische Rahmenbedingungen entsprechen, sodass ein naturnaher Entwicklungsprozess möglich ist. Die Wildnisflächen sollten möglichst nicht durch Siedlungen oder Straßen beeinflusst oder zerschnitten werden. Die Holznutzung durch die Forstwirtschaft ist nicht mehr möglich, allerdings stehen noch genug Holzreserven im Privat –und Kommunalwald zur Verfügung. In Rheinland-Pfalz sind es derzeit 72,6 %. Durch die Ausweisung als Wildnisfläche bestünde für den Sonnwald später sogar die Möglichkeit, in die Nationalparkkulisse aufgenommen zu werden.

 

 

Impressionen aus dem Soonwald



© Erwin Manz




"Schutz für unseren Schatz: Naturerbe Soonwald"

Die Initiative Soonwald und der BUND richteten 2010 im Walderlebniszentrum Neupfalz die Zweite SoonwaldKonferenz aus. Sie stand unter dem Motto „Schutz für unseren Schatz: Naturerbe Soonwald“. Am Vormittag stand die übergeordnete Sichtweise, die Bedeutung für die biologische Vielfalt in den Buchenwäldern und die Schutzmöglichkeiten im Vordergrund. Dabei wurde herausgestellt, dass Deutschland (auch Rheinland-Pfalz) eine ganz besondere Verantwortung für die Erhaltung dieser Lebensgemeinschaften hat. Nicht zuletzt entwickeln Menschen in den Städten ein immer größeres Bedürfnis, um in ausgedehnten, naturnahen Waldgebieten Ruhe und Erholung zu finden. Die Referenten zeigten unterschiedliche Schutzmöglichkeiten vom Naturwaldreservat bis hin zum Nationalpark auf. Zusätzlich zum besonderen Schutz von Einzelbeständen muss auch auf gesamter Fläche Sorge für eine Mindestausstattung mit alten Bäumen und Totholz getragen werden.

Am Nachmittag wurden die Probleme und besonderen Schutzanforderung des Soonwaldes vertieft diskutiert. Dabei standen Gefährdungen durch Übernutzung, Verkehrssicherungspflicht, Rohstoffabbau, Grundwasserentnahme, Wildverbiss und Windenergie im Vordergrund. Am Ende verabschiedeten die Teilnehmer einem Forderungskatalog mit Maßnahmen zum Schutz des Soonwaldes. Darin wurde Ausweisung der Kernzone begrüßt, jedoch die räumliche Ausdehnung gefordert. Die Eignungsprüfung des Soonwaldes als Nationalpark soll eingeleitet werden.

Hierzu finden Sie unsere Resolution




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