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Wir brauchen mehr Waldschutzgebiete

Positionspapier des Arbeitskreises Naturwald Kaiserslautern

Die total geschützten Waldflächen in Deutschland machen nicht einmal 1 % der 10 Millionen Hektar deutscher Wälder aus. 11 % der gesamten Landfläche sind bereits überbaut und Jahr für Jahr kommen fast 50 000 Hektar hinzu!

Eine Bilanz, die zum Nachdenken anregen sollte. Die Umweltverbände fordern seit Jahren wohlbegründet, ein Zehntel der Wälder der öffentlichen Hand der Natur zu überlassen. Zu einseitig werden die Wälder als reine Rohstofflieferanten gesehen und entsprechend bewirtschaft Dabei wird zu wenig auf die wichtigen Funktionen der Wälder z. B. für Luftreinhaltung, Trinkwasser, den Arten und Prozessschutz sowie den ästhetischen und den Eigenwert von Urwald in unserer durch die starke Besiedelung schon überbeanspruchten Umwelt geachtet. In die wirtschaftlichen Bilanzen gehen diese Funktionen bisher nicht ein.

Auf der forstwirtschaftlichen Seite geht die Entwicklung derzeit sogar in die entgegengesetzte Richtung: die Forstwirtschaft steckt in einer schweren Krise. Die Holzpreise sind auf niedrigstem Niveau angelangt. Um trotzdem genug Einnahmen zu erzielen, werden die Holzeinschläge zur Zeit auf ein Rekordniveau gesteigert. Ein zukunftsfähiger Umbau der oft monotonen Waldstrukturen unterbleibt aus Kostengründen mehr und mehr. Auch den Verlust von Gemeinwohlleistungen des öffentlichen Waldes muss man befürchten.

Warum, so muss man sich fragen, wird in besonders defizitären Waldteilen (Steilhänge, minderwertige Bestockung etc.) und in Wasserschutzgebieten die Nutzung nicht eingestellt? Dort könnten in Wäldern, die uns allen gehören, urwaldartige Strukturen entstehen. Eine Chance für mehr Waldwildnis mit all ihren positiven Auswirkungen auf Mensch und Umwelt,

In den letzten Jahrzehnten wurde der Wald entzaubert seiner Mythen und Märchen beraubt. Zu zählen scheint nur noch das Geld. Dies beweist besonders deutlich die Erhöhung der Hiebssätze in den ökologisch wertvollen Althölzern aus Buche, Eiche und Kiefer, die in vielen Fällen ohne Rücksicht auf die dortige Artenvielfalt genutzt werden. Gerade in diesen Beständen scheint das seit Jahrzehnten streng beachtete Prinzip der Nachhaltigkeit in eklatanter Weise gefährdet.

Mann sollte deshalb jede sich bietende Gelegenheit nutzen, besonders wertvolle Altholzbestände oder zumindest Teile davon als Ausgleichs und Ersatzmaßnahmeflächen zur Verfügung zu stellen, bei denen Eingriffsverursacher die entgangene Holznutzung finanziell zu ersetzen haben.

Dort könnten Flächen für den Artenschutz und Waldwildnis entstehen.

AK Naturwald KL (Arbeitskreis von BUND, GNOR, NABU, NATURFREUNDE, POLLICHIA)




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