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AK Wald

Zahl der Aktiven:  23

Sprecher des AK: Armin Osterheld

Der AK Wald setzt sich aus Biologen, Förstern und Interessierten aus anderen Fachbereichen zusammen, die ihr jeweiliges Expertenwissen dem Spannungsfeld aus Naturschutz und Forstwirtschaft widme

Aktivitäten 2016

Es gab 4 reguläre AK-Sitzungen aber zusätzlich viele Arbeitstreffen, Ortstermine, Sitzungen an denen unterschiedliche Akteure aus den Reihen des AK arbeitsteilig teilnahmen.

Biodiversitätsstrategie des Landes RLP

Ende 2015 wurde die ressortübergreifende Biodiversitätsstrategie für das Land vorgestellt: „Die Vielfalt der Natur bewahren“. Sie ist auch auf unserer Internetseite zu finden: . In diesem Zusammenhang erneuern wir unsere Forderung nach einem Vorratskontrollverfahren für die Forsteinrichtung.

BUND-Waldreport 2016

Der AK Wald hatte einen Vertreter von Landesforsten zur AK-Sitzung eingeladen, um zu der im Waldreport 2016 durch den BUND geäußerten Kritik der mangelhaften Forstaufsicht im Idarwald bei dem riesigen Kahlschlag im Privatwald der Fruytier Group Luxembourg Stellung nehmen zu können. Die ca. 50 ha Kahlschlag im Vierherrenwald wird auch von Forstseite kritisch gesehen. Landesforsten machte aber glaubhaft, dass die Forstaufsicht von Anfang an in den Tatbestand involviert gewesen sei. Um eine entsprechende Beweisführung zur Umsetzung des Kahlschlagsverbots im Landeswaldgesetz zu erarbeiten, wurde extra ein Fachmann beauftragt, gerichtsfeste Unterlagen vor Ort zu erheben. Ebenso wurden die Obere Naturschutz und die Wasserbehörde eingeschaltet. Die Vorgeschichte, dass eine zu starke Durchforstung zu einer Destabilisierung des Fichten-Bestandes beim nächsten Sturm führte, wurde vom Gericht nicht bewertet, so dass der Verursacher ohne Strafe davonkam.

Bei dem Verdacht einer nicht ordnungsgemäßen Bewirtschaftung kann eine Fotodokumentation sinnvoll sein; außerdem kann der BUND derartige Machenschaften frühzeitig der Öffentlichkeit bekannt geben; evtl. bremst der Druck der Öffentlichkeit solche Großgrundbesitzer.

Biosphärenreservat Pfälzerwald

Kernzonenerweiterung

Der BUND hat als einziger Umweltverband ein eigenes Konzept zu Auswahl und Erweiterung der Kernzonen vorgelegt. Die Forderung, die Fläche von 2,1 auf 3% der Biosphärenreservats-Fläche zu erweitern, war Ergebnis der Evaluation durch das deutsche UNESCO-Nationalkomitee. Landesforsten hat ebenfalls ein Konzept entwickelt, das der BUND bewertet hat. Insbesondere wurden die von Landesforsten vorgeschlagenen jüngeren Waldbestände kritisch beurteilt, da gerade Altbestände einen hohen naturschutzfachlichen Wert darstellen, allerdings aber von Landesforsten gerne weiter genutzt würden. Der BUND hat sich als einziger Naturschutzverband inhaltlich fundiert eingebracht. Einige Änderungsvorschläge wie Arrondierungen von Kernzonen im Süden des Pfälzerwaldes wurden aufgenommen. Sehr positiv ist, dass unsere Forderung nach Kernzonen im Bereich der Grünbrücken aufgenommen worden ist. Es wird eine neue Kernzone an der Grünbrücke an der B 10 „Schnepfenberg“ mit ca. 150 ha Größe entstehen. Eine neue Kernzone an der Grünbrücke über die A 6 wurde nicht realisiert. Es sollen dort vermehrt Altholzinseln geschaffen werden. Anfang 2017 soll die neue Rechtsverordnung für das Biosphärenreservat Pfälzerwald mit den Kernzonenerweiterungen in das offizielle Beteiligungsverfahren gehen.

Erweiterung Mountainbike-Park

Es wurde allgemein bedauert, dass der Mountainbike-Park sehr stark erweitert wurde und dadurch immer mehr Mountainbiker auch von anderen Bundesländern angelockt werden, bei denen nicht ein solch großes Angebot besteht.

Bundesweite Fachtagung

Im September 2016 veranstaltete der BUND RLP seine bundesweit ausgeschriebene
Fachtagung „Naturschutz und Forstwirtschaft im Wandel?“

In der UN Dekade der Biodiversität (2011 & 2020) prägen die Wälder den öffentlichen Diskurs bezüglich des Naturschutzes, auch in Deutschland, ganz besonders. Grund hierfür ist die Tatsache, dass in Mitteleuropa die höchstentwickelte, nicht vom Menschen beeinflusste Pflanzengesellschaft (Klimaxvegetation) auf nahezu allen Standorten eine Schlusswaldgesellschaft mit einem hohen Anteil von Buche ist. Deshalb ist der Wald, und hier vor allem der Buchenwald, dasjenige Objekt, welches aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, Anlass zum Streit gibt. Der Anspruch des Naturschutzes an den Wald trifft dort zunächst auf die Interessen des Waldbesitzes mit Forstwirtschaft, Tourismus und sonstigen Ideen der Wald-in-Wertsetzung.

Es hat sich ein Lagerdenken manifestiert in dem man mehr übereinander als miteinander redet, man versucht, sich öffentlichkeitswirksam Themen, Positionen und Glaubwürdigkeit zu ergattern.

Dabei geht es um Biodiversität, um nachhaltige Nutzung, um Bewirtschaftungskonzepte, um Waldbesitzarten, um Erschließung, um Wasserentnahme oder Wiedervernässung, um Naturschutz auf ganzer Fläche oder die Käseglocke, also um Integration versus, und, oder ausschließlich Segregation, letztendlich im weitesten Sinne um den richtigen Weg zur nachhaltigen Sicherung aller für Mensch und Natur unverzichtbaren Funktionen des Waldes.

Dabei dürfte es mit Naturschutz und Forstwirtschaft unter den gesellschaftlichen Akteuren auch und gerade in Deutschland nicht noch einmal zwei geben, deren Blickwinkel und Verständnis um die Dinge so nahe beisammen liegen.

Für den BUND ergab sich hieraus die Notwendigkeit einen Gesprächsfaden aufzunehmen, indem eine bundesweit angelegte Waldtagung ins Auge gefasst wurde.

Warum Rheinland–Pfalz?

Aus dem Blickwinkel des Bundesarbeitskreises (BAK) Wald des BUND steht das Land Rheinland-Pfalz (RLP) bundesweit in der Umsetzung von Forderungen des Naturschutzes durch die staatlichen Forstbehörden, trotz einiger Kommunikationsschwierigkeiten mit Landesforsten in der Vergangenheit, vergleichsweise gut da. 1986, vor nunmehr 30 Jahren legte der BUND RLP sein Waldprogramm vor. 1991, vor 25 Jahren fanden die Forderungen des Naturschutzes Einzug, über das Primat der Politik, in das neue forstpolitische Konzept der sozial-liberalen Koalition in RLP. Zielstärkeerlass und Kahlschlagsverbot trafen von Beginn an auf breite fachliche wie gesellschaftliche Zustimmung und Anerkennung. Politik (auch die Opposition), Fach- und Berufsverbände, Gewerkschaften und Naturschutz lobten ihre Einführung. Einzig und ausgerechnet Förster, vor allem die älteren Semesters, verweigerten sich der Erkenntnis, dass dieses Konzept nicht nur ökologische Vorteile hatte, sondern vor allem auch ökonomische Vorteile für den Waldbesitzer generierten.

Dies gab den Ausschlag, die bundesweit angelegte Fachtagung in RLP auszurichten. Das Ziel war, einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussionen um den Naturschutz im Wald zu leisten.

Die 100 Plätze der zweitägigen Veranstaltung waren sehr schnell belegt. Amtliche und ehrenamtliche Naturschützer und Förster aus der ganzen Bundesrepublik und sogar noch drei Gäste aus Polen verfolgten eine ausgewogene Vortragsveranstaltung am ersten Tag. Ausreichend Zeit zur Diskussion war eingeplant, so dass jedem die Möglichkeit geboten war seine Sicht der Dinge darzulegen.

Der zweite Tag stand unter dem Zeichen der Tanne als verbindendes Element zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft. Der verstärkte Anbau der klimaresistenten, heimischen Nadelbaumart wurde von allen Seiten begrüßt und gemeinsam festgestellt, dass deren Ausbreitung, vor allem anderen, überhöhte Wildbestände im Wege stehen. Mit der Tanne besteht die Gelegenheit dem, von der Forstwirtschaft befürchteten, künftigen Mangel an Nadelholz mit einer autochthonen Baumart entgegenzuwirken. Es muss nicht die Douglasie sein.

Interessenten können den Tagungsband demnächst auf der Homepage des Landesverbandes abrufen.

Die Referenten: Saatssekgretär Dr. Thomas Griese, Dr. Holger Schindler, Prof. Dr. Hubert Weiger, Georg-Josef Wilhelm, Karl-Friedrich Weber, Dr. Franz Straubinger, Dr. Ullrich Matthes, Dr. Georg Meister, Jean-Pierre Baron, Lászlo Maráz, Dr. Lutz Fähser.

Unterschutzstellung der Staatswaldfläche der rezenten Rheinaue

Unsere „Ergänzende Zielvereinbarung zur Forsteinrichtung zwischen MULEWF und BUND RLP zum Naturschutz in den landeseigenen Auwäldern am Rhein im Bereich des Forstamts "Pfälzer Rheinauen" ist seit 2015 in Kraft.

Im Rahmen der Umsetzung der (nationalen) Biodiversitätsstrategie (NBS) des Landes werden die Auwaldflächen, welche noch der Hydrodynamik des Rheins unterliegen, im Laufe der nächsten 30 Jahre aus der Nutzung genommen. Vor Allem der überproportionale Rückgang solcher Überschwemmungsflächen in der Kulturlandschaft und der damit verbundene Artenschwund bei den auf solche Biotope spezialisierten Tier- und Pflanzenarten waren für den BUND Gründe, die letzten Reste dieser Flächen entlang des Rheins der NBS zuzuführen. Durch die lineare Struktur entlang des Rheins haben diese Flächen auch im europäischen Biotopverbund eine herausragende Funktion.

Ab sofort werden 267 ha der Sukzession überlassen, am Ende werden es 940 ha sein.Forstliche Eingriffe sind in beschränkten Umfang lediglich auf die Entnahme von Hybridpappeln beschränkt. Wiederbewaldung erfolgt in der Regel durch Sukzession oder durch Initialpflanzung von autochthonen Auwaldbaumarten.

Der AK Wald war in diesem Zusammenhang positiv vom Beschluss der Stadt Speyer überrascht ihren Anteil an der rezenten Aue ebenfalls dazuzugeben.

FSC-Audits Teilnahme der Shareholder

Die anerkannten Verbände wurden als Stakeholder im Laufe des Jahres zu FSC Audits der Forstämter im Rahmen der Zertifizierung der Staatswälder eingeladen. Der BUND war der einzige Verband, der an fast allen Audits teilgenommen hat. Unterschiedliche Mitglieder des AK haben im ganzen Land an diesen Audits teilgenommen und haben überwiegend einen positiven Eindruck von der Zertifizierung. In einigen Forstämtern wurden auch erhebliche Abweichungen von den FSC-Standards festgestellt, z. B. Wildverbiss oder Betriebssicherheit. Vom Auditor kritisiert wurden auch zu große Forstreviere.

Neuigkeiten

In Rumänien wurde gegen FSC-Standards verstoßen. Eine Protestaktion von Campact hatte Erfolg: FSC hat die Zusammenarbeit mit der Schweighofer Gruppe beendet.

Im neuen FSC-Standard sollen die Rückegassen nicht mehr als 10% der Holzbodenfläche ausmachen; aktuell sind 13,5% möglich.

Das Wegenetz im Pfälzerwald soll aus Gründen der Unterhaltungskosten reduziert werden, von bisher über 50 m/ha auf 25 m/ha in Hanglagen und 21 m/ha auf ebenen Flächen.

Waldumweltmaßnahmen

Das Land plant Ersatzzahlungen für Kommunalwald- und Privatwaldbesitzer, wenn sie in NATURA-2000-Gebieten bestimmte Maßnahmen durchführen, die dem Schutzziel des Gebietes zu Gute kommen. Der BUND hatte hierzu eine Stellungnahme abgegeben. Bisher sind u. a. Waldauflichtungen in Gebieten des Ziegenmelkers (Pfalz) und des Haselhuhns geplant.Der Ankauf von Bäumen, Waldbereichen bis in die Zerfallsphase erscheint dem AK Wald weitaus sinnvoller und nachhaltiger.

 

 

 




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