Sie befinden sich hier:

Landesdelegiertenversammlung 2009

Die Landesdelegiertenversammlung 2009 des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. in Koblenz stellte fest, dass der gleichzeitige Ausstieg aus der Atomenergie und aus der Kohleverstromung nicht nur möglich, sondern aus ökologischen und ökonomischen Gründen sogar eine Riesenchance ist. Konsequentere Energiesparmaßnahmen, Steigerung der Energieeffizienz und ein deutlich besserer Einsatz der Potenziale erneuerbarer Energien sind die geeigneten Mittel, den Klimawandel wirklich entgegenzutreten und die Zukunft des Lebens auf dieser Erde zu sichern.

In zwei Vorträgen wurde der weitere Ausbau der Windenergie und den sich daraus ergebenden Anforderungen für die Raumordnung vertiefend betrachtet.

Die Delegierten beschlossen die Resolution „Eckpunkte zur Kommunalwahl 2009 in Rheinland-Pfalz“.


Prof. Dr. Keilen aus dem Umweltministerium referierte: „Die Windkraft ist derzeit von allen erneuerbaren Energien die kostengünstigste. Allein durch das Repowering, den Austausch von alten Anlagen durch hoch leistungsfähige Windräder der neusten Generation, kann ein wesentlicher Zuwachs erzielt werden. Allerdings reicht dies nicht aus. Es müssen zusätzliche Standorte ausgewiesen werden.“


Reinhold Hierlmeier vom Planungsbüro BHGplan Landschaftsarchitekten referierte über Natur- und Landschaftsschutzbelange die bei der Planung weiterer Windkraftanlagen zu berücksichtigen seien. Dabei ging insbesondere darauf ein, welche Auswirkungen das Repowering sowie neue Standorte auf Waldflächen auf Vogel- und Fledermauspopulationen haben wird. Die Anlagen der neusten Generation hätten vor allem Auswirkungen auf Landschaftsbild und -ästhetik. Von daher sei vor der Ausweisung von Standorten die Einsehbarkeit auf regionaler Ebene zu untersuchen.


In der Diskussion wurde deutlich, dass für den BUND eine behutsame Abwägung zwischen der Windhöffigkeit einerseits und Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes andererseits zwingend geboten ist. Landesweit bedeutsame Rastflächen des Vogelzuges bedürfen eines besonderen Schutzes und die überregionale Einsehbarkeit moderner Anlagen in Höhenlagen müssen beachtet werden. Als geeignetes Instrument für die Abwägung sieht der BUND die verbindliche Festsetzung von Windparks in den Regionalen Raumordnungsplänen an. Bei der Fortschreibung der Regionalpläne müssen neue Erkenntnisse und technische Gegebenheiten neu geprüft werden. Vom BUND kann nicht toleriert werden, dass die Abwägungsentscheidung nach unten zu den Gemeinden weitergegeben werde. Dort ist man vielfach mit diesen Entscheidungen überfordert. Die Planungsgemeinschaften müssen ihre Lenkungsaufgabe ernsthaft wahrnehmen.

Ehrungen


Wolfgang Beckert von der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler wurde für seinen langjährigen unermüdlichen und erfolgreichen Einsatz für den Umwelt- und Naturschutz geehrt. Landesgeschäftsführer Dr. Erwin Manz hob bei seiner Ansprache besonders hervor, dass Wolfgang Beckert trotz besonders konfliktträchtiger Themen beharrlich die Überbrückung von Interessengegensätzen im Auge hat und die Akteure zur Kooperation ermuntert. Als Beispiele nannte er die Auseinandersetzungen um den Ausbau des Nürburgrings. Seine große Leidenschaft gilt den Wildnisgebieten. Daher setzt er sich vehement für die Ausdehnung des geplanten Nationalpark Siebengebirge nach Rheinland-Pfalz ein.


Daniela Lohner (BUND Kreisgruppe Bad Kreuznach) und Friedbert Lohner (BUND Arbeitskreis Elektrosmog) wurden für Ihr Verdienst geehrt, dem Thema "Gesundheit" im BUND ein Gesicht gegeben zu haben. Dabei steht die ganzheitliche Betrachtung im Vordergrund. Ihre Aktivitäten widmen sich der weiten Spanne von gesunder Ernährung über gesundes Wohnen bis hin zur Naturerfahrung in Garten und freier Landschaft. Beide betonten, dass das BUND-Gründungsmitglied Dr. Christoph Pätzold sie entscheidend geprägt und letztendlich für das Engagement im BUND motiviert habe.


Monika Arnold widment sich dem Tierschutz. Der BUND stellt bei ihrem Engagement heraus, dass sich dies nicht nur auf Haustiere beschränke, sondern auch Wildtiere und Wildnis mit einschließe. Im Rahmen Ihres langjährigen, erfolgreichen Einsatzes wehrte sie sich vehement gegen den Abschuss von Rabenvögeln, Gänsen und Kormoranen. Sie tritt ein für die artgerechte Haltung von Rindern, Schweinen und Schafen. In jüngster Zeit beteiligt sie sich am Rettungsnetz Wildkatze und kämpft im BUND für die Vernetzung von Waldgebieten durch Grünbrücken über vorhandene Straßen.

Danksgung


Mit großem Beifall dankten die in Koblenz versammelten Delegierten dem beherzten Eingreifen der Aktiven aus der BUND Kreisgruppe Koblenz beim Kampf um die Erhaltung von wertvollen Stadtbäumen. Der Widerstand hat durchaus Erfolge gezeigt: In großem Umfang werden Bäume erhalten, die eigentlich zur Fällung vorgesehen waren. Auch die Anzahl von Neupflanzungen im Stadtgebiet hat erheblich gesteigert werden können. Letztendlich sei den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung sowie der Bevölkerung die Bedeutung einer grünen Stadt bewusster geworden.

Ganz schön BUND


Unter dem Motto "Ganz schön BUND – Rückblick und Perspektiven" berichtete Heidelind Weidemann (Stellvertretende Landesvorsitzende) über die vielfältigen Aktivitäten des letzten Jahres. Im Mittelpunkt standen zahlreiche erfolgreiche Natur-, Umweltschutz-, und Umweltbildungsprojekte des Verbandes. Gelobt wurde die gute Zusammenarbeit von Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht und den ehrenamtlichen BUND-Gewässerbeobachtergruppen im ganzen Land. Die sogenannten „Wasserläufer“ erkunden die Lebensvielfalt in den rheinland-pfälzischen Gewässern und haben dabei viele bislang unbekannte Vorkommen von selten Krebs- und Insektenarten entdeckt.

Zum B50-Hochmoselübergang stellte sie die immensen Kosten für das Straßenmonster über das Moseltal heraus und übte heftige Kritik an der Landesregierung. Die Kosten und die gigantische Natur- und Landschaftszerstörung stehen nicht im Geringsten im vernünftigen Verhältnis zu dem Nutzen für die Verkehrsabläufe.

Rettungsnetz Wildkatze


Ein weiterer Aktions-Schwerpunkt ist die bundesweite Kampagne „Rettungsnetz Wildkatze“: Den Delegierten wurde die neue, von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz finanzierte Wildkatzen-Tippiausstellung vorgestellt. Die örtlichen BUND-Gruppen wollen durch Landkauf und Gehölzpflanzungen die Wanderung der Katzen zwischen Waldgebieten ermöglichen. Große Sorge bereitet den Naturschützern die Zerschneidung der Waldgebiete durch Straßen. Der BUND fordert: „Mit höchster Priorität müssen nun Grünbrücken gebaut werden. Mithilfe des Konjunkturpakets II der Bundesregierung ist es möglich, diese schon lange dringend geforderten Maßnahmen endlich umzusetzen". Nach Ansicht des BUND haben Grünbrücken über die A3 im Westerwald, die A1 in der Eifel, die A6 und B50 im Pfälzerwald höchste Priorität. Die europaweit bedeutsamen Wildtierkorridore sind bekannt und im Landschaftsprogramm auf Initiative des BUND auch dargestellt worden.

Eckpunkte zur Kommunalwahl 2009


Bei der Antragsdiskussion stand die Debatte und anschließende Beschlussfassung über den Resolutionsentwurf "Eckpunkte zur Kommunalwahl 2009 in Rheinland-Pfalz" im Mittelpunkt. Darin setzt sich der BUND getreu dem Motto „Global denken – lokal handeln“ für den Nachhaltigkeitscheck der örtlichen Partei-Wahlprogramme ein. Zentrale BUND-Forderungen, wie Begrenzung des Flächenverbrauches, Entwicklung kommunaler Energiekonzepte, Renaturierung von Bächen und die Stärkung des ÖPNV liegen im Verantwortungsbereich der Kommunen. Auch kritische Hinweise zur Kommunalreform und der Waldbewirtschaftung sind im Papier enthalten.




Mach mit!; Her mit den Mäusen

BUND Landesgeschäftsstelle

BUND Landesgeschäftsstelle

Die Landesgeschäftsstelle befindet sich in Mainz etwa 10 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt:

Hindenburgplatz 3
55118 Mainz
Tel.: 06131-62706-0
Fax: 06131-62706-66
info@bund-rlp.de

So finden Sie uns ...

Suche

Metanavigation: