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„Grüner Wall im Westen“ - Projekt zur Erhaltung und Sicherung der Ruinen des ehemaligen Westwalls


 


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Perlenschnur des Biotopverbundes

Entlang des ehemaligen „Westwalls“, einer zwischen 1936 und 1940 an der ehemaligen westdeutschen Reichsgrenze zwischen Kleve und Basel errichteten Befestigungslinie, existierten rund 17.000 Bunker. Ergänzt wurden diese mit Panzersperren, der sog. „Höckerlinie“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Wehranlagen durch die Besatzungsmächte gesprengt und gerieten anschließend weitgehend in Vergessenheit.

Im Laufe der Jahrzehnte siedelten sich im Bereich der Befestigungsanlagen zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten an. Die unzerstörten und teilzerstörten Bunkeranlagen haben sich im Laufe der Jahrzehnte zu wertvollen Sekundärlebensräumen u. a. für Fledermäuse und Wildkatze entwickelt und stellen in der dicht besiedelten und intensiv genutzten Kulturlandschaft mittlerweile ein herausragendes Gerüst aus Biotopverbundelementen dar. Ihre besondere naturschutzfachliche Bedeutung erhalten die Anlagen aufgrund ihrer bandförmigen Anordnung in der Landschaft und der damit zusammenhängenden Bedeutung als Verbundsystem, über das eine Ausbreitung von Fauna und Flora und ein genetischer Austausch zwischen verschiedenen Populationen erfolgen kann. Neben der Bedeutung als ein überregionales Vernetzungselement belegen naturschutzfachliche Untersuchungen auch ein enormes Potenzial der einzelnen Westwallanlagen für den Artenschutz. Der ehemalige Westwall kann zudem die verschiedenen Landschaftsräume als "Grüner Wall im Westen" zu einem Megabiotopverbund zusammenführen.

Neben dem naturschutzfachlichen Wert stellen die Westwallanlagen auch aus Sicht des Denkmalschutzes einen bedeutenden und historisch besonderen Bauwerkskomplex dar, mit dem eine epochale Entwicklung der jüngeren deutschen Geschichte dokumentiert wird. Im Zuge der Novellierung (10.12.2008) des rheinland-pfälzischen Denkmalschutzgesetzes wurde der Westwall als Kulturdenkmal eingestuft (§ 3 Abs. 1 Nr. 1a Nr. 2 Landesdenkmalschutzgesetz) und als eine bauliche Gesamtanlage die Denkmalliste aufgenommen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 2 DSchG).

In den letzten Jahren spielen Aspekte der politischen Bildung und der Aufklärung zunehmend eine größere Rolle. Daher müssen Denkmalschützer und Naturschützer interdisziplinär mit Historikern, Museumsdidaktikern und Einrichtungen der politischen Bildung zusammenarbeiten.

Immer noch sind ehemalige Bunkeranlagen des Westwalls vom Abriss und von Verkehrssicherungsmaßnahmen bedroht. Aus Gründen der Verkehrssicherheit hat die Bundesrepublik Deutschland in der Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches in der Vergangenheit viele Bunkerruinen als potenzielle Gefahrenquellen beseitigen lassen. In Rheinland-Pfalz wurde der Abriss schon im Jahr 2004 durch einen Runderlass gestoppt.
Aus diesen oben geschilderten Gründen wurde das Projekt „Grüner Wall im Westen“ von uns initiiert.

Große BUNDexkursion: Bunkerruinen am ehemaligen Westwall



Am Sonntag, 21.08.2011, fand die große naturkundliche und geschichtliche BUNDexkursion am ehemaligen Westwall mit ca. 70 TeilnehmerInnen statt. Bei strahlendem Sonnenschein konnten das wunderschöne Ourtal mit einigen seiner zahlreichen Bunkerruinen des ehemaligen Westwall erkundet werden. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Bunkerruinen zu wertvollen Lebensräumen für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Die besichtigten Bunkerruinen präsentierten sich mit ihren zerklüfteten, dicht bewachsenen und felsenähnlichen Strukturen als hervorragender Unterschlupf für Wildtiere. Die alten Befestigungsanlagen sind zu echten Ersatzlebensräumen geworden. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht bilden sie eine Kette kleiner Biotopinseln, die die Landschaft durchziehen und gleichzeitig Gewässerläufe, Waldränder und Wiesen miteinander verbinden.

Die Führung wurde von Dr. Simone Schneider, Projektleiterin des BUND-Projekts „Grüner Wall im Westen“, und von Patrice Wijnands, Aktiver des Verein zur Erhaltung der Westwall-Anlagen (VEWA e. V.), geleitet. Dr. Schneider gab einen Einblick in das BUND-Projekt und informierte über die Bedeutung der Bunkerruinen als Lebensraum für zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Außerdem berichtete sie über ein aktuelles Tiermonitoring-Projekt an den Bunkerruinen. Ehrenamtliche des BUND konnten mit Hilfe von Fotofallen bereits zahlreiche Tiere wie z.B. Wildkatzen, Dachse, Marder, Füchse und viele Vögel an den Ruinen aufzeichnen.

Einen Einblick in die Entstehung der Westwallanlagen, sowie die bautechnischen Grundlagen und Besonderheiten gab Patrice Wijnands, der sich bereits seit der Schulzeit für die Dokumentation und den Erhalt des ehemaligen Westwalls engagiert.

Ein großes Dankeschön geht an den Förderverein Alt-Roth e. V. für das Freischneiden der Wege zu den Bunkerruinen. Der Verein setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Bunkeranlagen um Roth an der Our ein.

Bilder der BUNDexkursion: Bunkerruinen am ehemaligen Westwall




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