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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Die etwas andere Eiersuche

25. März 2020 | Gärten, Gefährdete Tiere und Pflanzen, Lebensräume, Naturschutz, Schmetterlinge

Haben Sie Lust auf eine etwas andere Eiersuche? – Dann gehen Sie beim Osterspaziergang auf Entdeckungstour mit Wolfgang Düring vom BUND Mainz-Bingen. Der Tagfalter-Experte ist fasziniert von der bunten Vielfalt der Schmetterlingseier und hat mit der BUND-Kreisgruppe ein wunderschönes Plakat mit eigenen Fotos von Tagfaltereiern in ihrer natürlichen Umgebung gestaltet.

Das Landkärtchen legt seine Eier in Türmchen auf die Unterseite von Brennnesselblättern.  (Wolfgang Düring)

Jedes Schmetterlingsei ist anders. Die Ritterfalter – wie der Schwalbenschwanz – legen große, kugelförmige Eier; Weißlinge – wie der Aurorafalter – dagegen konisch zulaufende oder spindelförmige. Manche verfärben sich während der Entwicklung in ein knalliges Orange. Die Eier der Bläulinge sind weiß und haben die Form eines flachen abgerundeten Zylinders. Ihre Oberfläche ist – wie beim seltenen Fetthennen-Bläuling – netzartig gemustert oder – wie beim Nierenfleck-Zipfelfalter – mit Poren überzogen. Der Große und der Kleine Fuchs, die zu den Edelfaltern gehören, heften ihre tönnchenförmigen grünen oder gelblichweißen Eier in Haufen von 50 – 100 Eiern an ihre Raupenfraßpflanzen. Landkärtchen bauen mit ihren Eiern Türmchen unter die Blätter von Brennnesseln.

Möchten Sie sich auch auf diese spezielle Eiersuche begeben? Dann laden Sie sich das vom BUND Mainz-Bingen gestaltete Eier-Poster auf der Internetseite herunter und die Suche in der Natur kann beginnen.

Plakat  Schmetterlingsinfos

Noch mehr Interessantes zu Schmetterlingen

Es gibt eine Reihe von Faltern, die übrigens als Eier überwintern wie beispielsweise der Nierenfleck-Zipfelfalter. Andere Schmetterlinge überwintern als ausgewachsene Falter, dazu zählen unsere fünf heimische Arten Großer und Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, C-Falter, Zitronenfalter sowie seit einigen Jahren auch der Admiral. Diese Arten sind bereits seit den ersten warmen Tagen des Frühlings aufgewacht und beginnen jetzt mit der Balz und der Paarung. Anschließend legen sie ihre Eier ab. Bei anderen Arten überwintern die Puppen (Schwalbenschwanz) oder die Raupen (Großer Schillerfalter).

Schmetterlingsfreundlichen Garten anlegen

Auch bekannte Schmetterlingsarten werden in Deutschland, wie viele andere Insekten auch, immer seltener. Daher empfiehlt der BUND, einen schmetterlingsfreundlichen Garten anzulegen. Wichtig ist, nicht nur Nektarpflanzen für die erwachsenen Falter, sondern auch Futterpflanzen für die Raupen einzuplanen. Diese leben in der Regel viel länger und sie benötigen oft spezifische Nahrungspflanzen zum Aufwachsen. Fehlen diese Pflanzen, können die Falter aussterben. Wer Platz hat, sollte daher sowohl eine Blumen- als auch eine Kräuterwiese anlegen mit Thymian, Dost sowie Hornklee und Hufeisenklee. Die Wiese sollte sonnig sein und möglichst mageren Boden enthalten. Interessant für viele Falter sind auch wilde Formen des Veilchens. Bestimmt finden Sie am Rande der Wiese eine kleine Ecke, wo sich die Brennnesseln ausbreiten darf. Sie ist eine wichtige Nahrungspflanze für Raupen. Eventuell sollten Sie diesen Bereich mit einer Wurzelsperre im Boden begrenzen, damit die Brennnesseln nicht zu stark in die angrenzenden Flächen hineinwuchern. Schmetterlingsfreundliche Bäume und Sträucher sind zum Beispiel Sal-Weide, Zitterpappel und Pflaumen sowie Schlehe (Schwarzdorn), Faulbaum, Johannisbeere und Stachelbeere. Efeu ist als Nektarpflanze und Winterversteck hilfreich. In einem Schmetterlingsgarten sollte auch eine Kohl-Ecke mit verschiedenen Kohlarten sowie Möhren, Dill und Fenchel angelegt werden. Fürs Auge und die erwachsenen Falter können Sie Schmetterlingsflieder (Buddleja) pflanzen. Auch wenn dieser Strauch keine einheimische Pflanze ist, zieht er Schmetterlinge magisch an. Grundsätzlich sollte der Garten nicht zu oft und zu intensiv gepflegt werden, das heißt, Pflanzen nur selten und möglichst nur im Herbst und Winter zurückschneiden und ebenso nicht alles auf einmal mähen, sondern immer eine Hälfte stehen lassen.

Weitere Informationen zu Tagfaltern in Rheinland-Pfalz, wie man sie und ihre Raupen erkennen und schützen kann, Tipps für einen schmetterlingsfreundlichen Garten, Beobachtungstipps im Schmetterlingskalender und vieles mehr finden Sie hier: www.bund-rlp.de/schmetterlinge

Weitere Informationen und Kontakt: BUND Mainz-Bingen, Wolfgang Düring, Wolfgang.Duering(at)T-Online.de

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