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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

BUND auf den Spuren der Wildkatze: Fast 100 Personen bei Wildkatzenwanderungen

16. August 2017 | Gefährdete Tiere und Pflanzen, Lebensräume, Wildkatze

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz führte als Sommeraktion mehrere Wanderungen durch naturnahe Bereiche durch, deren roter Faden die Wildkatzen, ihre Vorkommen und ihre Wanderkorridore waren.

Am 4. August ging es in die Hördter Rheinaue. Dieter Kurzmeier als fachkundiger Auenkenner führte eine Gruppe von 14 interessierten Personen durch verschiedene Bereiche des Feuchtgebietes. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren, welche besonderen Tiere und Pflanzen in der Aue leben und natürlich, wo sich Wildkatzen aufhalten könnten. Man erfuhr den Unterschied zwischen einer Weichholz- und einer Hartholzaue oder welche Pflanzen auch länger andauernde Hochwässer überstehen und daher in den Überflutungszonen wachsen. Weitere Hinweise gab Guido Werner vom BUND zur geplanten zweiten Rheinbrücke bei Karlsruhe und warum der BUND sie ablehnt. Sie verlagert nämlich den bestehenden Stau lediglich an eine andere Stelle. Auch die BUND-Forderung nach einer Grünbrücke über die A 61 wurde genannt.

26 Personen trafen sich am Morgen des 5. August am Bahnhof in Schweighofen. Armin Osterheld referierte über die Aktionen des BUND in vergangener Zeit gegen den Flughafen Schweighofen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich direkt ein Bild von der immensen Lärmbelästigung machen. Osterheld hob auch die enorme Bedeutung des Bienwaldes für die Wanderungen der Wildkatzen hervor. Auf dem Weg zum Stäffelsbergturm bei Dörrenbach zeigten die BUND-Vertreter aufgekaufte Grundstücke, die trittsteinartig einen Wildkatzenkorridor ermöglichen. Hier hat der BUND mit erheblichen finanziellen Mitteln der Wildkatze einen Weg vom Bienwald zum Pfälzerwald geschaffen. Vom Stäffelsbergturm hatte die Gruppe dann einen guten Blick in die vom Weinbau als Monokultur geprägte Rheinebene.

Sieben Personen aus der Gruppe wagten dann noch den weiten Weg zum Lindelbrunn, immer nahe an einem Wildkatzenkorridor. Da diese nachtaktiven Tiere natürlich nicht direkt beobachtet werden konnten, hatte Osterheld ein präpariertes Exemplar nach Schweighofen mitgebracht. Nach der langen Wanderung wurde im Cramerhaus am Lindelbrunn übernachtet. Der nächste Tag war noch vorgesehen für die Besichtigung der Baustelle der B 10 bei Hinterweidenthal, wo sich die BUND-Vertreter erschrocken über die gewaltigen Erdmassen, die bewegt wurden und werden, zeigten. Wohler fühlten sich die sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann in der Kernzone des Biosphärenreservates Pfälzerwald, dem Quellgebiet der Wieslauter, das auch noch einen Besuch mit vielen interessanten Erläuterungen durch Armin Osterheld wert war.

Der BUND-Landesvorsitzende Holger Schindler führte dann am 8.8. eine kleine Gruppe vom Eschkopf, der höchsten Erhebung des Pfälzerwaldes in dieser Gegend mit Besteigung des Eschkopfturms zu seinem Haus in Schwarzbach im Elmsteiner Tal kurz vor Johanniskreuz durch das naturbelassene Erlenbachtal, in dem es auch mögliche Wildkatzenvorkommen gibt. Schindler erläuterte die seltenen Hangmoore mit Quellen, Holztriftanlagen von früher und Wooge (Waldweiher). Nach der Wanderung spendierten Schindlers der mittlerweile auf 12 Personen angewachsenen Gruppe veganen Flammkuchen und Getränke. In zwei Zelten wurde später auf Schindlers Terrain übernachtet.

Karl-Heinz Klein hieß der Führer am 11.8. bei einer Wanderung nahe Kaiserslautern westlich des Einsiedlerhofs, bei der die Probleme der Kreuzung im Bereich der Autobahn A6 für die Wildkatze besprochen wurden. Eine weitere Grünbrücke neben der bei Wattenheim wäre im Bereich Kaiserslautern eine große Hilfe für die Wanderung der Wildkatze. 10 Personen ließen sich von Karl-Heinz Klein Unterführungen unter der A6 zeigen, die aber für die Wildkatze nicht ausreichend sind. Etwa zwei Stunden dauerte die Wanderung entlang nachgewiesener Wildkatzenwege. Anhand einer Präsentation beleuchtete Klein die Ziele des BUND-Projekts, die das Sichern von Lebensräumen und Wanderwegen sowie deren Aufbau umfassen. Diese Wanderkorridore sind für den Genaustausch bei der Wildkatze dringend erforderlich. Klein gab auch einige Hinweise zu dem vom BUND kritisierten Standort des US-Klinikums bei Weilerbach.

Insgesamt 18 Personen nahmen dann am darauffolgenden Tag, dem 12.8. in der Nähe von Kusel bei einer mehrteiligen Wanderung mit Übernachtungsmöglichkeit teil. Zunächst ging es ab Theisbergstegen auf den Remigiusberg mit toller Aussicht und Erläuterungen zum Steinbruchbetrieb mit seinen Vor- und Nachteilen. Die Weiterfahrt erfolgte mit dem Burgenbus zur Burg Lichtenberg, wo ein kurzer Rundgang über die Burg angeboten wurde. Weiter ging es nach Dennweiler-Frohnbach, wo eine Rast auf dem Biolandhof Doll angesagt war. Bei einer späteren Rundwanderung am Rande des FFH Gebietes Preußische Berge mit Blick auf den Truppenübungsplatz Baumholder konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wildkatzenwege erkunden, um letztlich weiter durch das wildromantische Bärenbach- und Auersbachtal zurück nach Dennweiler-Frohnbach zu kommen. Dabei gab es Infos zur BUND Kreisgruppe Kusel mit ihren Themen Mostbirnen-Streuobst und den aufgrund von BUND-Einspruch vor Gericht gestoppten Baumfällaktionen in den Glanauen. Auf dem Biolandhof befinden sich Ferienwohnungen, ansonsten konnte im Heuhotel im Stall übernachtet werden. Der Abend endete mit einem gemütlichen Beisammensein mit Grillwürstchen vom Biohof und leckeren selbstgemachten Aufstrichen.

Im Nationalpark beschloss am Sonntag, dem 13.8. eine Exkursion die verschiedenen Wildkatzenwanderungen. Auch hier nahmen noch einmal 10 Personen teil, die sich von Gerhard Hänsel und der Landesgeschäftsführerin des BUND Rheinland-Pfalz, Sabine Yacoub, in die Geheimnisse der besonderen Naturbedeutung des Nationalparks einweihen ließen. Ein Teilnehmer hatte eine präparierte Wildkatze mitgebracht, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine reale Vorstellung des Tieres zu übermitteln und vor allem auch die Unterschiede zur Hauskatze zu verdeutlichen. Ebenso zeigte er einen Lockstock, mit dem Wildkatzen zwecks Nachweis oder auch zum „Fototermin“ angelockt werden sollen. Unter der kundigen Führung von Hänsel erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen besonders wertvollen und faszinierenden Teil des Nationalparks mit vielen alten und Buchen und wichtigem Totholz. 

 

 

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