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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Was kommt nach der Hochstraße? - BUND fordert zukunftsfähiges Verkehrskonzept für Ludwigshafen

12. Februar 2020 | Mobilität, Nachhaltigkeit, Suffizienz, Klimawandel

„Mangelnde Solidität der Ludwigshafener Hochstraßen ist nicht das Problem, sondern ein falsches, veraltetes Verkehrskonzept“, so der stellvertretende Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz Michael Carl. „In der Zeit für den Abriss der Pilz-Hochbrücke Süd und evtl. anderer Teile der Hochstraßen muss ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept aufgestellt werden.“

Nach 40 oder mehr Jahren haben beide Hochstraßen offenbar ausgedient. Deutlich mehr und schwereren Verkehr mussten die Straßen aufnehmen, was sie weit mehr belastete, als ursprünglich geplant. Ein simpler Neubau der Abrissstrecken würde viel Zeit und viele hundert Millionen Euro kosten, so die bisher nur globalen Angaben. Daher sei es höchste Zeit, sich über alternative Verkehre Gedanken zu machen. Dies sei in der Ludwigshafener Stadtpolitik in nicht ausreichendem Maße geschehen, sonst wären heute nicht solche Probleme erkennbar.

Eine geringere Belastung der Hochstraßen durch deutlich besseren, ausgeweiteten öffentlichen Verkehr wäre eine Lösung gewesen, die auch für die Zukunft noch bestehe. Der BUND schlägt vor, die Abrisszeit nicht für neue Hochstraßenplanungen zu nutzen, sondern zur Aufstellung eines zukunftsfähigen Verkehrskonzepts. Dies wäre deutlich kostengünstiger und schneller. Daran ändern nach Einschätzung des BUND auch die aktuell vom Bundestag beschlossenen Gesetze zur Planbeschleunigung nichts. „Selbst, wenn wichtige Verträglichkeitsprüfungen entfallen, ist die Planung für eine Hochstraße sehr komplex und würde entsprechend lange dauern und viel Geld verschlingen“, meint Carl. „Ein auf ÖPNV ausgerichtetes Verkehrskonzept ist machbar und bei guter Planung und Ausführung genauso leistungsfähig.“ Es biete sich im Speziellen gerade jetzt an, da durch die Sperrung der Straßen und Straßenbahnlinien unter der Hochstraße ohnehin der öffentliche Verkehr verstärkt werden musste und erste Erfahrungen vorliegen dürften.

„Offenbar ist das ganz große Verkehrschaos in Ludwigshafen bisher ausgeblieben. Daraus schließen wir, dass es möglich ist, die Hochstraßen mittels öffentlichem Verkehr zu ersetzen“, ergänzt die BUND-Landesvorsitzende Sabine Yacoub. „Im Gegensatz zu vielen anderen Städten verfügt Ludwigshafen noch über ein Straßenbahnnetz und ist sehr gut in das Netz der S-Bahn Rhein-Neckar eingebunden.“

Da der Stadtverkehr nur zum Teil innerorts, sondern überwiegend durch Ziel- und Quellverkehr entstehe, sei auch an ÖPNV-Verbindungen aus dem Umland zu denken. Diese müssten erheblich ausgeweitet werden. Für das bisherige Verkehrsaufkommen der Hochstraßen seien Regionalbahnen, S-Bahnen, Straßenbahnen und Busse einzusetzen. Dazu gehörten auch die Reaktivierung und der Neubau von Straßenbahnlinien.

Es müsse außerdem der Durchgangsverkehr verlagert werden. Hier werde es zu einer Entlastung durch ein von der BASF geplantes neues LKW-Terminal an der Nordgrenze der Stadt kommen. Besser sei es natürlich, wenn die BASF für ihren Güterverkehr den vorhandenen Güterbahnanschluss nutze.

Der BUND sieht, dass seine Vorschläge eine wesentliche Änderung der Verkehrspolitik in und um Ludwigshafen bedeuten. Aber die Verkehrswende werde genau diesen Verlauf nehmen müssen, wenn sie wirklich klimafreundlich sein will. Die Entfernung der Hochstraßen biete außerdem die Möglichkeit, die Innenstadt von Ludwigshafen neu zu gestalten und die Lebensqualität in der Stadt deutlich zu erhöhen.

 

Für Rückfragen:

Michael Carl, 02620 8416 oder 01514 2367159
Sabine Yacoub, 0174 9971892

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