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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Was würden sich Wildkatzen zu Weihnachten wünschen?

20. Dezember 2018 | Wildkatze, Naturschutz, Wälder, Lebensräume

 (Thomas Stephan / BUND)

Wenn sich die Europäischen Wildkatzen etwas zu Weihnachten wünschen dürften, dann wären es naturnahe, vernetzte Wälder. Die Erfüllung dieses Wunsches ist ein Ziel des „Rettungsnetzes Wildkatze“ des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Wir Menschen haben  den Lebensraum der Wildkatze in den letzten 100 Jahren so stark beschnitten, dass sie auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft wird“, betont Ines Leonhardt, Wildkatzenexpertin des BUND in Rheinland-Pfalz. „Wir vom BUND arbeiten deshalb seit vielen Jahren an einer Vernetzung der Wildkatzenwälder, damit sich die scheuen Tiere wieder ausbreiten können.“

Die Wildkatze wird auch Waldkatze genannt. Sie fühlt sich in „unaufgeräumten“, naturnahen Laubmischwäldern mit vielen Versteckmöglichkeiten am wohlsten. In diesem Jahr startete erstmalig ein Pilotprojekt zum Aufbau eines landesweiten Totfundmonitorings für die Wildkatze in Rheinland-Pfalz. Gemeinsam mit einem Netzwerk aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern werden tot aufgefundene Tiere gesammelt und die Kadaver wissenschaftlich untersucht. In Zusammenarbeit mit anerkannten Wildkatzenexperten, dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz als Förderer und dem Landesamt für Umwelt, dem Landesjagdverband, dem Ökologischen Jagdverband und Landesforsten Rheinland-Pfalz als Partner, sollen neben den bisher vorhandenen Informationen zum Vorkommen weitere wichtige Erkenntnisse zur Verbreitung und Populationsstruktur der Wildkatze gewonnen werden. So können Wanderkorridore systematisch ermittelt und gegebenenfalls Maßnahmen zur Entschärfung der Gefährdungsschwerpunkte umgesetzt werden. „Als eines der wildkatzenreichsten Bundesländer tragen wir eine besondere Verantwortung für diese streng geschützte Tierart. Für ein Gelingen des Projektes sind wir auf die Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen und bitten diese deshalb, verunglückte Wildkatzen zu melden“, berichtet Leonhardt. Der Fund einer Wildkatze kann unter wildkatzenfund(at)wildkatze-rlp.de gemeldet werden.

Doch bundesweit bleibt trotz dieser Erfolge viel zu tun. Wildkatzen sind auf ein durchgängiges Netzwerk an Wäldern angewiesen. „Ein deutschlandweites Netz an Naturlebensräumen ist ein Ziel, für das es einen langen Atem braucht“, betont Ines Leonhardt. Flächen müssen langfristig für die Natur zu Verfügung gestellt, bepflanzt und gepflegt werden. Querungshilfen über Straßen müssen geplant und umgesetzt werden. „Doch die Arbeit lohnt sich. Die Wildkatze ist ein wertvolles Symbol für den Zustand unserer Natur“, so Leonhardt. „Dass sie bei uns in Rheinland-Pfalz zu Hause ist, ist für uns ein echtes Geschenk, nicht nur zu Weihnachten.“

Weitere Informationen:

https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/wildkatze/totfundmonitoring/

Pressefotos und Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze in Deutschland:

www.bund.net/wildkatzenfotos (Das Copyright entnehmen Sie bitte der Fotobeschreibung.)

Pressekontakt:

Ines Leonhardt, Projektleiterin Totfundmonitoring Wildkatze Rheinland-Pfalz, ines.leonhardt(at)bund-rlp.de, 06131 - 62706 - 0 

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