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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Kleine Kätzchen im Wald: Bitte nicht anfassen oder stören!

Zwischen März und September – häufig im April – bringt die Wildkatze ihre Jungen zur Welt. Um auf die Jagd zu gehen, lässt die Mutter ihren Nachwuchs an einem gut geschützten Ort zurück. Nicht selten spielen die neugierigen Jungtiere in der Nähe des Verstecks und werden hier von Spaziergängern entdeckt, die die vermeintlich verlassenen jungen Kätzchen aufsammeln. Diese wohlgemeinte Hilfe kostet viele Wildkatzen das Leben!

Junges Wildkätzchen vor der Auswilderung  (Agnes Hennen)

Sie werden zu Tierärzten oder Tierheimen gebracht oder manchmal sogar einfach zu Hause behalten. Bestenfalls landen sie in Schutzstationen. Auswilderungen - wieder zurück in die freie Natur – sind mit großem Stress für die Tiere und hohem finanziellen Aufwand verbunden.

Der BUND fordert Spaziergänger und Wanderer auf, die Jungtiere niemals anzufassen oder gar mitzunehmen, auch wenn sie allein und scheinbar mutterlos angetroffen werden. Die Haltung der streng geschützten Wildkatzen in Privathaushalten ist übrigens verboten.

Junge Kätzchen im Wald – was tun?

  • Gehen Sie beruhigt davon aus, dass die Mutter der Kätzchen bald wieder zurück sein wird. Ziehen Sie sich diskret zurück. Gerne können Sie den Fund über den Meldebogen, den Sie auf dieser Seite finden, melden und so Ihre Beobachtungen für die Wildtierforschung verfügbar machen. Geben Sie den Fundort bitte möglichst genau an. 

  • Bitte vermeiden Sie unter allen Umständen, Jungtiere zu berühren oder zu entfernen! Das Muttertier würde aufgrund des Fremdgeruchs ihr Junges ablehnen. Zudem ist das Immunsystem der Wildkatze und insbesondere der Jungtiere nicht gegen Infektionen mit Hauskatzenkrankheiten gewappnet. Die Jungtiere sollten, wenn überhaupt, nur kurz aus größerer Entfernung beobachtet werden.

  • Sie können nach 24 Stunden den Fundort wieder aufsuchen und überprüfen, ob das Junge (bzw. die Jungen) noch am selben Platz liegt (die Mutter erscheint nur, wenn keine Menschen in der Nähe sind) oder Sie informieren den Jagdpächter oder die nächste Forstdienststelle. Sollten Sie den Kontrollgang selbst durchführen und die Katze(n) sich immer noch an derselben Stelle befinden und in schlechter körperlicher Verfassung sein (ausgekühlt, schreiend oder wimmernd), muss die aneignungsberechtigte Person (Jagdpächter) oder die nächste Forstdienststelle verständigt werden. Fragen Sie dazu ggf. bei der Kreisverwaltung nach, in deren Gebiet der Fundort liegt.

  • Notfallhilfe für verwaiste Wildkätzchen leisten in Rheinland-Pfalz der gemeinnützige Verein TIERART e.V. in Maßweiler oder private Einrichtungen wie die Wildtierhilfe Kaiserslautern. Ihr BUND-Landesverband kann bei der Vermittlung behilflich sein.
In der Regel befindet sich die Mutter ganz in der Nähe.  (Thomas Stephan / BUND)

Hintergrund

Die jungen Wildkatzen sehen Hauskätzchen zum Verwechseln ähnlich.  (Thomas Stephan / BUND)

Die grau-getigerten jungen Wildkatzen sehen Hauskatzenwelpen zum Verwechseln ähnlich. Wenn sie älter werden, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Spitze als Wildkatze besser zu erkennen. Für die Aufzucht ihres Nachwuchses benötigen Wildkatzen Baumhöhlen, Totholz, umgeworfene Wurzelteller und dichtes Gestrüpp als Versteck für ihre Jungen. Fehlen diese, nutzen Wildkatzenmütter immer wieder auch Holzstapel, sogenannte Holzpolter. Wenn Holzpolter oder vom Sturm geschaffene Verstecke in der Aufzuchtzeit der Wildkätzchen abgeräumt werden, können junge Wildkatzen leicht umkommen.

Der BUND fordert deswegen Förster und Waldbesitzer auf, die Chance für strukturreichere Wälder zu nutzen und den Windwurf der Winterstürme wo immer möglich in den Wäldern zu belassen. Viele wissen dies und handeln bereits vorbildlich. Bei der regulären Holzernte sollten die Polter am besten erst im September beräumt oder das gewonnene Holz sofort und ohne Zwischenlagerung im Wald abtransportiert werden, um das Risiko für die Wildkatze zu verringern.

Sie haben eine Wildkatze beobachtet oder eine tote Wildkatze gefunden? Dann nehmen Sie sich bitte einen Moment Zeit und füllen Sie das entsprechende Meldeformular aus.

Meldebogen Wildkatzen-Totfund: .pdf (bearbeitbar)

Meldebogen Wildkatzen-Beobachtung: .doc oder .pdf

 

Ausgefüllte Formulare senden Sie bitte an wildkatzenfund(at)wildkatze-rlp.de.

Vielen Dank für Ihre wertvolle Mitarbeit!

Ansprechpartnerin

Charlotte Reutter (geb. Dietrich)

Projekt „Totfundmonitoring Wildkatze in RLP "
E-Mail schreiben Tel.: 06131 - 62 70 6 23

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