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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Umweltaktivist*innen demonstrieren bundesweit für die Rettung unseres Wassers

13. September 2018 | Flüsse & Gewässer, Landwirtschaft, Naturschutz, Umweltgifte, Quellen und Bäche

Der Hitzesommer mit Rekordtemperaturen, niedrigen Wasserpegelständen, extremen Flusstemperaturen hat einmal mehr gezeigt, dass es den Gewässern in Deutschland nicht gut geht.

In Mainz demonstrieren Aktive von BUND und BUNDjugend für den Gewässerschutz.

Doch vor allem nicht sichtbare Bedrohungen trüben die Wasseridylle. So leiden viele Gewässer unter zu viel Nitrat und Pestiziden aus der industriellen Landwirtschaft, aber auch Hormone, Schadstoffe aus der Industrie und Mikroplastik, u. a. aus Kosmetikprodukten, setzen ihnen zu. Zudem schaden bauliche Veränderungen dem Leben im Fluss. Künstlich begradigte und vertiefte Gewässer bieten kaum Lebensraum für Fische, Insekten, Fischotter oder Frösche. Zudem sind über zwei Drittel der natürlichen Auen in Deutschland verschwunden und nur noch drei Prozent der ursprünglich vorhandenen Auen gelten als intakt.

„Wir brauchen eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft“, fordert der BUND-Landesvorsitzende Holger Schindler. Dazu gehört die Bindung des Tierbestandes an die Fläche und eine Reduktion der Düngung im Gemüsebau, um den übermäßigen Nitrateintrag aus der Landwirtschaft in unsere Gewässer zu reduzieren. „Außerdem brauchen wir zu Schutz und Entwicklung der Gewässer verbindlich Gewässerrandstreifen von mindestens zehn Metern Breite, in denen das Ausbringen von Dünger und Pestiziden verboten ist“, so Schindler weiter. „Wir fordern Landesumweltministerin Höfken sowie die Landesregierung dazu auf, sich in Berlin für die bundesweite, verbindliche Einführung der Gewässerrandstreifen einzusetzen.“ 

Die im Rahmen des EU-Überprüfungsprozesses drohende Aufweichung der Wasserrahmenrichtlinie lehnt der BUND ab. „Eine Aufweichung der wichtigsten europäischen Schutzrichtlinie für unser Wasser darf es weder inhaltlich noch zeitlich geben. Jegliche Fristverlängerung verzögert nur weiter den bereits jetzt dringend notwendigen Gewässerschutz und ist eine Bremse für die Entwicklung artenreicher und lebendiger Flüsse und Gewässer“, kritisiert Schindler.

Mit Blick auf die Umweltministerkonferenz der Länder vom Juni dieses Jahres begrüßt der BUND Rheinland-Pfalz das von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und ihren Kolleginnen und Kollegen der Länder ausgesendete Signal, die Wasserrahmenrichtlinie zu erhalten. „Die Umweltminister*innen haben sich zu Recht für die Wasserrahmenrichtlinie ausgesprochen. Jetzt muss es darum gehen, die Stimme Deutschlands zu nutzen, um ein Aufweichen der Richtlinie im Herbst in Wien zu verhindern“, sagte Schindler. Trotzdem müsse die Wasserrahmenrichtlinie zur Mitte des aktuellen Umsetzungszeitraums endlich deutlich ambitionierter vollzogen werden als bisher. Das hatte die EU-Kommission bereits für die Frist von 2015 dezidiert eingefordert.

Foto: In Mainz demonstrieren Aktive von BUND und BUNDjugend für den Gewässerschutz.

Hintergrund:

Informationen zur BUND-Wasserkampagne finden Sie unter: www.rette-unser-wasser.de 

Den BUND-Gewässerreport unter: www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/bund-gewaesserreport-2018/ 

Beschluss der Umweltministerkonferenz zur WRRL: https://www.umweltministerkonferenz.de/documents/umk-protokoll-90_1530105845.pdf

Für Rückfragen:

Dr. Holger Schindler, 06306 701505

Sabine Yacoub, 06131 62706-0 oder 0174 9971892 

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