50 Jahre BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Gartenschläfer in Not

Der kleine, sympathische Kerl mit der Zorro-Maske ist in manchen Regionen von Rheinland-Pfalz noch recht häufig. Doch europaweit gehen seine Bestände dramatisch zurück.

Eine Art verschwindet

 (Kerstin Hinze)

Wie der bekanntere Siebenschläfer und die Haselmaus gehört der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) zu den Bilchen oder auch Schlafmäusen. In Rheinland-Pfalz geht es den nachtaktiven Schläfern noch vergleichsweise gut. Andernorts brechen die Populationen zusammen und aus manchen Regionen ist er ganz verschwunden.

Dabei sind die Lebensräume des Gartenschläfers äußerst unterschiedlich: Zum einen sind die kleinen Bilche als Kulturfolger in Gärten und Streuobstwiesen in der Nähe von Siedlungen oder sogar in der Stadt zu finden. Zum anderen gibt es Bestände in Wäldern, Blockschutthalden oder Bunkerruinen.

Die dramatischen Bestandsrückgänge und die Vielfalt seiner Lebensräume machen ihn zu einem wichtigen Symbol für die biologische Vielfalt in Deutschland – Grund genug für den BUND, sich für seine Erforschung und seinen Schutz einzusetzen.

Ähnlich wie bei der Wildkatze trägt Rheinland-Pfalz mit seinen Beständen eine besondere Verantwortung für das Überleben dieser Tierart. Der BUND möchte die Art durch die Erforschung ihrer Lebensweise und gezielte Naturschutzmaßnahmen fördern. Machen Sie mit!

Wildtier des Jahres 2023

Im November 2022 wurde der Gartenschläfer von der Deutschen Wildtier Stiftung zum "Wildtier des Jahres 2023" ernannt. Mit der Wahl will die Stiftung ebenfalls auf den nachtaktiven Nager mit der Zorro-Maske aufmerksam machen, der auf der Roten Liste für Deutschland als stark gefährdet geführt wird. Der BUND begrüßt diese Wahl ausdrücklich. BUND-Landesvorsitzende Sabine Yacoub: „Der Gartenschläfer zeigt eindrücklich, dass das Artensterben auch vor unserer Haustür stattfindet – und dass Rheinland-Pfalz als eines seiner letzten Hauptverbreitungsgebiete eine besondere Verantwortung für diese Tierart hat. Deshalb freuen wir uns sehr über seine Wahl zum ‚Wildtier des Jahres 2023‘.

Wanderausstellung „Spurensuche Gartenschläfer in Rheinland-Pfalz“

Zorro geht ab sofort auf Wanderschaft

Die Ausstellung "Spurensuche Gartenschläfer in Rheinland-Pfalz wurde beim BUND Jubiläum in Mainz gezeigt  (Susanne Schmid)

Um auf die Situation der Schlafmaus im ganzen Bundesland aufmerksam zu machen, gibt es eine Ausstellung rund um den Gartenschläfer. Die Ausstellung besteht aus fünf einfach zu montierenden Woody-Roll-Ups, die auf der Vorder- und Rückseite bedruckt sind. Die Maße: Breite 85 cm, Höhe 200 cm. Zusätzlich können über das Projekt weitere Ausstellungsstücke wie Bilch-Nistkasten, Spurtunnel-Tube, Wildkamera, Gartenschläfer-Präparat und vieles mehr bereitgestellt werden. Weitere Informationen und Terminanfragen: gartenschlaefer@bund-rlp.de


Hier gibt es die Wanderausstellung zu sehen:

  • 9. Januar bis 23. Februar 2024: Naturpark Soonwald-Nahe, Geschäftsstelle Simmern, Schmittbachstraße 15 a, 55469 Simmern. Das Foyer ist von MO-DO zwischen 08.00 und 16.00 Uhr und FR von 08.00 – 12.00 Uhr geöffnet.
  • 1.3. - 15.3.2024: Mainz-Hechtsheim, Pfarrgemeindehaus. Weitere Informationen folgen.
  • April 2024: Remagen, weitere Informationen folgen.
  • 13.5. - 29.5.2024: Limburgerhof, Rathaus. Weitere Informationen folgen.
  • 4.6. - 30.6.2024: Haus der Nachhaltigkeit, Johanniskreuz 1a, 67705 Trippstadt

Forschung im Verbundprojekt

 (Jiří Bohdal)

Obwohl Deutschland eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Gartenschläfer hat, existierten bisher kaum aktuelle Daten zur Verbreitung der Tiere. Hier setzt der BUND gemeinsam mit der Senckenberg Gesellschaft und der Justus-Liebig-Universität Gießen in seinem aktuellen Projekt "Spurensuche Gartenschläfer" an. Zusammen mit unseren Projektpartnern wollen wir dem Ausmaß und den Ursachen des Artrückgangs auf die Spur kommen. In den ersten drei Projektjahren 2018-2021 konnten wir mit Hilfe von unseren Ehrenamtlichen und standardisierten Untersuchungen herausfinden, was dem Gartenschläfer zusetzt und welche natürlichen Lebensbedingungen er braucht. Anhand dieser Erkenntnisse soll anschließend ein wirkungsvolles Schutzkonzept für die Schlafmaus erstellt werden.

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz.

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