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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Der Wolf - eine ausgerottete Tierart kehrt zurück

Nachdem der Wolf vor über 100 Jahren auch in Rheinland-Pfalz vom Menschen ausgerottet worden war, gab es 2012 im Westerwald einen ersten Wolfsnachweis. Leider wurde das Tier kurze Zeit später illegal von einem Jäger erschossen. Der BUND setzt sich für den Schutz und die Akzeptanz des Wolfes in Rheinland-Pfalz ein, damit er bei uns als ehemals heimische Tierart wieder leben kann.

Fotos: Sebastian Koerner

Leben mit dem Wolf

Der BUND begrüßt, dass das Land Rheinland-Pfalz sich sehr frühzeitig und intensiv mit dem Thema Wolf befasst hat. Bevor erste Wölfe sich ansiedelten wurde ein Wolfmanagementplan vom Land erarbeitet, der wertvolle Hintergrundinformationen zum Wolf bereitstellt und Prävention und Entschädigung für eventuell betroffene Nutztierhalter*innen regelt.

Wichtige Maßnahmen sind

  • Breite Aufklärungsarbeit für die Bevölkerung, Jägerinnen und Schäfer, um Ängste und Vorurteile abzubauen.
  • Die Schaffung eines Präventionsgebietes, in dem Schutzmaßnahmen konsequent umgesetzt werden, um eine Gewöhnung an Nutztiere als Beutetiere zu verhindern.
  • Eine schnelle und umfassende Unterstützung von Tierhalter*innen bei Präventionsmaßnahmen und im Schadensfall.
  • Professionalisierung des ehrenamtlichen Wolfsberaternetzes bei regelmäßigen Wolfsvorkommen.
  • Eine Verankerung des Verbots des Tötens vermeintlich wildernder Hunde im Landesjagdrecht, damit das Erschießen der streng geschützten Tierart Wolf nicht legitimiert werden kann.

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Wölfe in Rheinland-Pfalz

Der Wolf galt hierzulande rund 150 Jahre als ausgestorben. Mittlerweile gibt es bundesweit wieder etwa 800 Wölfe, vor allem in Niedersachsen und in Ostdeutschland. Erst vor wenigen Jahren kehrte der Wolf auch nach Rheinland-Pfalz zurück: Den ersten Wolfsnachweis in Rheinland-Pfalz gab es 2012 im Westerwald. Dieser Wolf wurde kurze Zeit nach seiner Sichtung illegal von einem Jäger erschossen. Bislang liegen keine Nachweise ansässiger Wölfe für Rheinland-Pfalz vor, allerdings belegen Sichtungen und DNA-Nachweise, dass Gebiete nördlich von Rhein und Lahn von Wölfen durchstreift werden (Stand Juli 2018).

Wölfe sind für ein gut funktionierendes Ökosystem nützlich. Sie nehmen die Aufgabe einer „Gesundheitspolizei“ in der Natur wahr, da sie verendete Tiere (als leichte Beute) fressen. Außerdem sind sie ein wichtiger Teil des empfindlichen Gleichgewichts des Ökosystems Wald. Der BUND setzt sich für den Schutz und die Akzeptanz des bei uns heimischen Wolfes in seinem natürlichen Lebensraum und für ein Wolfsmanagement im Interesse aller Beteiligten sowie im Interesse des Arten- und Naturschutzes ein.

 

Wolfsrisse in Rheinland-Pfalz?

Mitunter berichten Medien von Rissen durch Wölfe. Dabei handelt es sich in Rheinland-Pfalz bisher überwiegend um Wildtiere. Schafe oder Ziegen gehören nicht zur Hauptbeute der Wölfe. Solche Nutztierrisse kommen aber manchmal vor. In einigen Fällen gab es Fehlalarm und der Wolf war nicht - wie zunächst angenommen - der Übeltäter. Das Täter-Tier kann durch Biss-Spuren oder DNA-Proben normalerweise eindeutig identifiziert werden.

 

Wolfsmanagementplan für Rheinland-Pfalz

Risse von Nutztieren durch Wölfe sind für Tierhalter nicht nur ein finanzieller sondern auch ein großer persönlicher Verlust. Der BUND hat Verständnis für die Belange der Betroffenen und sich intensiv - gemeinsam mit weiteren Verbänden, wie zum Beispiel dem Landesjagdverband und dem Verband der Ziegen- und Schafhalter - in die Erstellung eines Wolfsmanagementplans durch das Land Rheinland-Pfalz eingebracht.

Der Wolfsmanagementplan sieht vor, dass Nutztierhalter bei Wolfsrissen entschädigt und Präventionsmaßnahmen vom Land unterstützt werden. Er enthält Details zu Handlungsabläufen, Ansprechpartnern und Entschädigungen im Fall einer Sichtung oder eines Risses sowie Hintergrundinformationen zur geschützten Art Wolf. Bei Hinweisen, Spuren oder Kontakt mit Wölfen stehen darüber hinaus ehrenamtliche sogenannte Großkarnivorenbeauftragte sowie eine Hotline des Landes unter der Telefonnummer 06306 – 911199 zur Verfügung.

 

Schutz der Nutztiere

Das Land hält finanzielle Unterstützung für Nutztierhalter zum Bau wolfssicherer Zäune bereit. Die Anwesenheit von Herdenschutzhunden bei einer Schafherde macht diese als Beute meist uninteressant. Größere Haustiere wie Pferde oder Rinder gehören in der Regel nicht zur Beute.Der Bundesverband der Berufsschäfer bietet hier sehr nützliche Informationen zum Thema und einen Film zum Zaunbau.

 

Keine Gefahr für Menschen

Als Wanderer im Wald auf Wölfe zu treffen, ist zu jeder Tageszeit so gut wie ausgeschlossen. Seit Jahrhunderten ist der Wolf dem Menschen gegenüber sehr scheu und geht ihm lieber aus dem Weg. Angriffe von Wölfen sind in unseren Breiten nicht bekannt. Falls Sie doch je einen freilebenden Wolf sehen sollten, ist dies ein außergewöhnlicher Zufall. Bleiben Sie stehen und genießen Sie den Anblick. Achten Sie jedoch darauf, respektvollen Abstand zu dem Tier zu halten. Falls Sie einen Hund dabei haben, halten Sie die Leine kurz. Rennen Sie nicht weg, sondern entfernen Sie sich langsam und machen Sie sich bemerkbar, falls Ihnen der Wolf zu nahe erscheint. Laufen Sie Wölfen nicht nach und füttern sie sie nicht.

   

Hintergrund

Lebensweise

Wölfe leben in Rudeln, die meistens aus den Elterntieren mit dem Vorjahresnachwuchs und dem neuen Wurf bestehen. Bei Erreichen der Geschlechtsreife (nach ca. 2 Jahren) leben Wölfe bis zur Gründung einer neuen Familie (Rudel) auch als Einzeltiere. Wolfspärchen bleiben oft ein ganzes Leben lang zusammen.

Schutzstatus

Wölfe sind in Deutschland streng geschützt. Grundlage hierfür bietet neben den Naturschutzgesetzen mit der Bundesartenschutzverordnung, die FFH-Richtlinie der EU, das Washingtoner Artenschutzabkommen und die Berner Konvention.

Geschichte des Wolfes

Der Wolf ist ein Raubtier der nördlichen Erdhalbkugel und der Stammvater unserer Haushunde. Er war vor der Domestizierung von Herdentieren das am meisten verbreitete Landraubtier der nördlichen Hemisphäre. Ab dem 19. Jahrhundert hat der Mensch die Bestände stark dezimiert und in weiten Teilen ausgerottet.

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