Bunkerruine

Grüner Wall im Westen - Mahnmal und Biotopverbund

An der westlichen Grenze Deutschlands ziehen sich die größtenteils gesprengten Ruinen der Befestigungsanlagen des ehemaligen "Westwalls" entlang. Die Befestigungslinie wurde unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft errichtet. Ihre Ruinen bieten heute als "Grüner Wall im Westen" vielen Tieren und Pflanzen einen wertvollen Lebensraum und sind eine wichtige Achse im Biotopverbund.

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Vom Kriegsbauwerk zum Biotopverbund

  • Der sogenannte Westwall wurde von 1936 bis 1940 vom Naziregime gebaut und diente vor allem dem Ziel, freie Hand für einen Eroberungs- und Vernichtungskrieg im Osten zu haben.
  • Der Westwall erstreckte sich an der damaligen Reichsgrenze von Kleve bis Basel auf einer ca. 630 km langen Stecke.
  • Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Bunkeranlagen zumeist von den Alliierten gesprengt.
  • In der Vergangenheit sind immer wieder Bunkerruinen aus Gründen der Verkehrssicherung beseitigt worden.
  • Die Bunkerruinen entwickelten sich zu wertvollen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.
  • Durch die lineare Anordnung der Bunkerruinen bilden sie als "Grüner Wall im Westen" eine wichtige Verbindungsachse im Biotopverbund.
  • Der BUND setzt sich für den Erhalt der Anlagen des ehemaligen Westwalls ein - für den Naturschutz, den Denkmalschutz und als Mahnmal.

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Der ehemalige Westwall

"Höckerlinie" am ehemaligen Westwall Die "Höckerlinien" sind ehemalige Panzerhindernisse des Westwalls.  (Simone Schneider, BUND)

Der Westwall bestand aus rund 22.000 Bunkern sowie Panzerhindernissen, die zwischen 1936 und 1940 auf Befehl der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft errichtet wurden.

Nach dem Krieg wurden die meisten Wehranlagen durch die Alliierten gesprengt und gerieten anschließend weitgehend in Vergessenheit. Mittlerweile bieten die Ruinen von Kleve bis Basel über Aachen, Trier, Mettlach, Saarbrücken, Pirmasens, Karlsruhe, Kehl und Freiburg entlang der Grenze auf ca. 630 km zahlreichen Pflanzen und Tieren Unterschlupf und Möglichkeit, ihre Jungen aufzuziehen. 

Die Bunkerruinen haben sich im Laufe der Jahrzehnte zu wertvollen Lebensräumen entwickelt und stellen in der dicht besiedelten und intensiv genutzten Kulturlandschaft mittlerweile ein herausragendes Gerüst aus Biotopverbundelementen dar. Auch für den Denkmalschutz stellen die Westwallanlagen einen bedeutenden und historisch besonderen Bauwerkskomplex mit wichtigen historischen Bezügen dar. Als Mahnmal erinnern sie uns an die Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft und des Krieges.

"Grüner Wall im Westen" - Erhalt der Bunkerruinen für den Natur- und Denkmalschutz

In der Vergangenheit wurden viele Bunkerruinen aus Verkehrssicherungsgründen beseitigt bzw. zerkleinert und übererdet. Der BUND setzt sich für den Erhalt der verbliebenen Reste ein. Leitbild ist dabei, den ehemaligen Westwall wegen seiner Bedeutung als erlebbares Zeitzeugnis der jüngeren deutschen und europäischen Geschichte, als Mahnmal, architektonisches Denkmal sowie als wichtigen Lebensraum und Verbundachse für seltene und gefährdete Arten vor der Zerstörung zu bewahren und im Sinne eines "Denkmalschutzes durch Naturschutz" dauerhaft zu sichern.

Durch die Größe und Unzerschnittenheit der über 600 km langen bandartigen Struktur hat der "Grüne Wall im Westen" für den Biotopverbund die Förderung der Biodiversität eine bundesweite Bedeutung. 

Links

  • Am 1. Oktober 2014 sind die meisten in Rheinland-Pfalz liegenden Bunkerruienen in den Besitz des Landes übergegangen. Das Land hat die Verantwortung für den Erhalt der Westwallrelikte vom Bund übernommen und die Stiftung "Grüner Wall im Westen - Mahnmal ehemaliger Westwall" gegründet: stiftung-westwall.rlp.de
  • Der BUND arbeitet eng mit dem Verein zur Erhaltung der Westwall-Anlagen (VEWA) e. V. zusammen: www.vewa-ev.de 

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