CCS: Umweltverbände und Bürgerinitiativen warnen vor diesem Irrweg!

Mit „Carbon Capture and Storage“ (CCS) soll Treibhausgas abgefangen, unterirdisch deponiert oder wiederverwendet werden. Die Fossilindustrie verkauft dieses Verfahren als „Lösung“ für die Klimakrise – doch es ist nur eine Scheinlösung, die die Gesellschaft viel Zeit und Geld kostet, während Öl und Gas weiter ausgebeutet werden. So vergrößert CCS sogar den Klimaschaden. Wie das?

  • CCS bindet die Industrie auch in Zukunft an Öl und Gas und stärkt so weiter die Macht fossiler Konzerne. Damit stellt CCS eine lebensverlängernde Maßnahme für die Fossilindustrie dar. Milliardensummen an Fördergeldern werden in CO2-Abscheidung, -Transport und -Verpressung versenkt, statt erneuerbare Energieträger und Energieeffizienz auszubauen.
  • Die Langzeitdeponierung von verpresstem CO2 im Untergrund ist riskant. Das CO2 droht wieder auszutreten und der Umwelt zu schaden. Zukünftige Generationen werden durch die CO2-Deponien belastet, die dauerhaft überwacht werden müssen.
  • CCS gefährdet Trinkwasser, zerstört Landschaften, erfordert viel Energie und birgt Risiken wie Erdbeben, Giftablagerungen und Versalzung des Grundwassers.
  • Das Ausruhen auf dem falschen CCS-Versprechen verhindert den Ausstieg aus fossilen Energien, die Energiewende und den Umbau der Industrie zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft.

Es ist keine gute Idee, den Ausstieg aus fossilen Energien zu verschleppen, während man sich auf Versprechen genau der Konzerne verlässt, die mit der Ausbeute von Öl und Gas gigantische Profite machen. Deshalb warnen wir – gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen – vor diesem gefährlichen Irrweg. Wir wissen, wie es geht: Der Ausbau der erneuerbaren Energien, Vermeidung von Emissionen und Ökologischer Klimaschutz sind sofort umsetzbare, dauerhafte Lösungen, die funktionieren.

Einen Text zu CCS "Kurz und bündig_CCS" finden Sie hier (PDF, 80 kB)

CCS-Pipilines in Deutschland - bald auch durch Rheinland-Pfalz?

Geplante CCS-Pipelines in Deutschland. Eigene Karte nach: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 2010 (BGR); Fraunhofer Institut, 2025 (FI); Greenpeace, 2024 (GP); Open Grid Europe, 2025 (OGE)

Hier sind CCS-Pipelines in der Planung. Für Rhenland-Pfalz besonders relevant: Der Delta Rhine Corridor (DRC). Er ist ein milliardenschweres Infrastrukturprojekt, das Rheinland-Pfalz zur Durchleitungs- und Abgasregion für die Industrie machen könnte. Geplant ist ein rund 700 Kilometer langes Pipeline-Netz für Wasserstoff und CO₂ von Rotterdam über Nordrhein-Westfalen bis nach Ludwigshafen. Jährlich sollen bis zu 15 Millionen Tonnen CO₂ transportiert werden. Der Bau würde breite Schneisen durch Landschaften schlagen, mit Rodungen, massiven Bodenbewegungen und langfristigen Nutzungseinschränkungen – auch in ökologisch sensiblen Räumen und grenzüberschreitenden Naturlandschaften.

Aus Sicht des BUND Rheinland-Pfalz ist der DRC ein klimapolitischer Irrweg. Statt Emissionen konsequent zu vermeiden, setzt das Projekt auf den stark subventionierten Transport von CO₂ – mit unklaren Sicherheitsstandards, Leckagerisiken und hohen Folgekosten, die von der Allgemeinheit getragen werden sollen. Damit werden fossile Strukturen zementiert und echte Lösungen wie erneuerbare Energien, Effizienz und eine nachhaltige Industriepolitik ausgebremst. Der DRC steht im Widerspruch zu den Klimaschutz- und Biodiversitätszielen in Rheinland-Pfalz und droht, Natur, Landschaft und Akzeptanz der Energiewende dauerhaft zu beschädigen.

CCS: Breites Umweltbündnis warnt vor gefährlichem Irrweg

 


 

CCS: Keine Lösung für die Klimakrise (Video 3:21 min)

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt nachzuladen.

"Die Anstalt" deckt CCS-Probleme auf

In der ZDF-Sendung "Die Anstalt" vom 16.7.24 werden ab min 22:16 die Probleme der CCS-Strategie aufgezeigt, sehr sehenswert:

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-16-juli-2024-100.html

 

BUND-Bestellkorb