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Rheinland-Pfalz

BUND fordert Herdenschutzoffensive: Wölfe kommen an ungeschützten Weidetieren auf den Geschmack

23. November 2023 | Wolf, Gefährdete Tiere und Pflanzen

 (Sebastian Koerner)

Angesichts der Rückkehr des Wolfs in den Hunsrück und der Erklärung des Präventionsgebietes Westlicher Hunsrück appelliert der Landesverband Rheinland-Pfalz des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an Schäfer und Ziegenhalter, zügig und vorbeugend einen Herdenschutz für ihre Weidetiere aufzubauen.

Sabine Yacoub, Vorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz: „Gerade durchziehende Wölfe treffen im Hunsrück und in ganz Rheinland-Pfalz noch viel zu oft auf ungeschützte Weidetiere. Nutztierrisse lassen sich aber nur vermeiden, wenn der Herdenschutz auch präventiv flächendeckend stattfindet.“

Im Alter von etwa 22 Monaten verlassen junge Wölfe ihr Elternrudel, um sich ein eigenes Revier zu suchen. In dieser Wanderphase lernen Wölfe fürs Leben. Auf der Wanderung, die oft über hunderte von Kilometern quer durch Europa führt, sind sie ständig in einer neuen Umgebung und müssen erstmals im Leben alleine jagen. Die Erfahrung, wie einfach ein Schaf in einer ungeschützten Koppel zu erlegen ist, ist in dieser Lebensphase prägend. Ebenso prägend ist aber auch die schmerzhafte Erfahrung mit einem Stromschlag am Herdenschutzzaun. Wölfe mit dieser schmerzhaften Erfahrung halten sich erfahrungsgemäß ihr Leben lang von Nutztieren fern.

Für die Zahl der Nutztierrisse ist deshalb nicht die Zahl der Wölfe, sondern die Qualität des Herdenschutzes entscheidend. In Deutschland finden Übergriffe aber bundesweit überwiegend an ungeschützten Nutztieren statt. „Ohne konsequenten Herdenschutz schaffen wir uns ständig wachsende Probleme mit dem Wolf“, mahnt Yacoub.

Der Umweltverband verweist dabei auf die hohen Fördermittel des Landes Rheinland-Pfalz, die Nutztierhaltende für den Herdenschutz beim Koordinationszentrum Luchs und Wolf der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (KLUWO) beantragen können. Investitionen zum Schutz vor Schäden durch den Wolf werden für Schafe und Ziegen, Gehege wild, Lamas und Alpakas sowie unter einjährige Rinder, Hauspferde und Haus Esel gefördert.

Hintergrund:

  • Das Herdenschutzbündnis aus 11 Verbänden, darunter u.a. der Bundesverband Berufsschäfer, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Grünlandverband, Deutscher Tierschutzbund, International Fund fort Animal Welfare, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Ökologischer Jagdverband, WWF Deutschland hat 2019 im Positionspapier „Weidetierhaltung & Wolf in Deutschland – Eckpunkte für ein konfliktarmes Miteinander“ Kriterien für Abschüsse von Wölfen beschlossen: www.bund.net/service/presse/pressemitteilungen/detail/news/wolf-und-herdenschutz-gehen-zusammen/
  • Bundesamt für Naturschutz: Häufig gestellte Fragen zum Wolf: Warum greifen Wölfe Nutztiere an? „Es ist wichtig, Herdenschutzmaßnahmen schon vor eventuellen Wolf-Nutztier-Begegnungen umzusetzen, das heißt auch in Gebieten, in denen Wölfe zwar zu erwarten sind, derzeit aber noch nicht auftreten. Ein solcher präventiver Herdenschutz ist entscheidend, um so eine mögliche Konditionierung zu verhindern, das heißt, dass sich Wölfe an das Reißen von schlecht geschützten oder ungeschützten Weidetieren als leichte Beute gewöhnen.“ www.bfn.de/haeufig-gefragt-wolf;  
  • „Einige Bundesländer geben auf ihren Internetseiten Informationen zu den wolfsverursachten Nutztierübergriffen, die auch Angaben zum Herdenschutz enthalten. Diesen lässt sich entnehmen, dass auch 2022 in knapp der Hälfte bis drei Viertel der Übergriffe auf Schafe und Ziegen kein bzw. nur ein eingeschränkter Mindestschutz vorhanden war (LAU 2023; LfU 2023; Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz 2023; Wolf-MV 2023).“ DBBW 2023: Bericht zu Schäden und Prävention: www.dbb-wolf.de/mehr/literatur-download/berichte-zu-praevention-und-nutztierschaeden

Pressekontakt

Charlotte Reutter, Tel. 0176 15869178

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