10 Jahre Nuklear-Katastrophe in Fukushima: Nutzung der Atomenergie muss endgültig beendet werden - Zahlung von 860 Mio EUR für AKW Mülheim-Kärlich ist ein Skandal

10. März 2021 | Atomkraft, Energiewende

Am 11. März 2021 jährt sich die Nuklear-Katastrophe von Fukushima zum 10. Mal. Durch den Super-GAU wurden das Meer, die Luft und die gesamte nordöstliche Region Japans verseucht. Knapp eine halbe Million Menschen musste damals evakuiert werden. Noch heute tritt radioaktive Strahlung aus.  Vor diesem Hintergrund fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz die Landespolitik auf, die Energiewende beherzt voranzubringen. „Wir brauchen einen schnellen Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien“, betont BUND-Landesvorsitzende Sabine Yacoub. „Dies erreichen wir nur, wenn wir Wind- und Solarenergie zügig ausbauen und außerdem unseren Energieverbrauch deutlich senken. Eine neue Landesregierung muss sich daran messen lassen, wie sie entsprechende Maßnahmen voranbringt.“

„Es ist ein Skandal, dass RWE jetzt 860 Millionen Euro Entschädigung bekommen soll für ein Atomkraftwerk, dessen Genehmigung illegal war und das fast keinen Strom produziert hat!“, meint Michael Carl, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender. „Das Geld brauchen wir dringend um die Energiewende voranzubringen.“

Besonders kritisch sieht der Umweltverband Versuche, die Atomenergie als vermeintlich saubere und klimaneutrale Energie salonfähig zu machen und zu fördern. Carl verweist auf die großen Gefahren: „Lange ging man davon aus, dass eine gravierende Reaktorkatastrophe quasi nicht vorkommen kann. Doch mit Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima gab es seit Beginn der Nutzung der Atomenergie in den 1950er Jahren drei gravierende Störfälle, von denen zwei in eine Katastrophe führten.“ Carls Einschätzung werde auch durch eine Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz bestätigt. Das Institut habe bereits 2012 berechnet, dass bei dem damaligen weltweiten AKW-Bestand alle 10 bis 20 Jahre mit einer Kernschmelze zu rechnen sei. Carl: „Leider muss täglich mit einer neuen Katastrophe gerechnet werden.“

Mit Blick auf den Atomausstieg in Deutschland ergänzt Carl: „Der Atomausstieg wird bei uns zwar bis 2022 im Wesentlichen vollzogen. Das sind aber immer noch fast zwei Jahre, die wir dem Risiko von Störfällen und Super-GAUs ausgesetzt sind und in denen wir weiter radioaktiven Müll produzieren. Und auch danach ist es längst nicht vorbei. Die Suche nach einem möglichst sicheren und dauerhaften Lager für hochradioaktiven Müll hat gerade erst begonnen. Und in unseren Nachbarländern werden weiterhin marode und überalterte Reaktoren betrieben.“

Für Rückfragen:

Michael Carl, 02620 8416
Sabine Yacoub, 0174 9971892

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