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Rheinland-Pfalz

Bodenatlas 2024: Besserer Bodenschutz dringend nötig

09. Januar 2024 | Boden

Heute veröffentlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der TMG Think Tank for Sustainability die neue Ausgabe des „Bodenatlas 2024“ und ruft damit zu mehr Anstrengungen für die Grundlage unseres Lebens – den Boden – auf.

Dazu Sabine Yacoub, Landesvorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz: „Böden sind die Grundlage unseres Lebens. Auf fruchtbaren Böden wächst unsere Nahrung, sie speichern und filtern Wasser und beeinflussen durch CO2-Speicherung und Verdunstung aktiv unser Klima. Zudem zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen, denn im Boden befinden sich mehr Lebewesen als auf ihm. Der Schutz unserer Böden spielt daher eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Hungersnöte, Klimaerwärmung und den Verlust von Biodiversität.“

Dennoch werden Böden nicht ausreichend geschützt. Über 60 % der Böden in der Europäischen Union gelten als geschädigt. Der Flächenverbrauch in Rheinland-Pfalz ist mit 7,1 Hektar täglich immer noch viel zu hoch, der Verlust von Bodenfunktionen wird bei naturschutzfachlichen Ausgleichen nicht beachtet. Weitreichende Schäden entstehen vor allem durch Versiegelung, aber auch unverhältnismäßigen Dünger- und Pestizideinsatz, Mikroplastik und auch klimatische Veränderungen, wie Trockenheit und Erosion. Böden werden aber nicht nur schlecht behandelt, sondern auch unfair verteilt. Zunehmend sichern sich Konzerne Böden als Geldanlage und garantierte Absatzmärkte. Darunter leiden Natur, Landwirtschaft und Verbraucherinnen und Verbraucher.

Zusätzlich kommen landesweite, nationale und europäische Vorhaben zum Schutz der Böden nicht richtig voran. Es braucht wesentlich mehr Engagement auf allen politischen Ebenen um die Lebensgrundlage Boden zu schützen.

Der Bodenatlas analysiert Hintergründe und zeigt Lösungen für guten Bodenschutz, eine gerechte Ressourcenverteilung und umweltverträgliche Nutzung auf.

Um die weitere Flächenversiegelung in Rheinland-Pfalz zu reduzieren, sensibilisiert der BUND in seinem Projekt „Boden schätze(n) – Flächen schützen“ für Bodenschutz und flächensparende Gemeindeentwicklung.  Im Februar und März besteht die Möglichkeit für interessierte Bürger*innen, sich zum*zur Bodenbotschafter*in ausbilden zu lassen. Das Projekt wird gefördert von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz aus Mitteln der Glücksspirale.

Im Rahmen des Projekts bietet der BUND Rheinland-Pfalz außerdem einen Email-Newsletter zu spannenden Themen und Veranstaltungen zur nachhaltigen Bodennutzung und -schutz an. Interessierte am Newsletter oder der Ausbildung zum*zur Bodenbotschafter*in können sich bei Projektleiterin Natascha Steinbacher anmelden: natascha.steinbacher(at)bund-rlp.de.

Der Bodenatlas 2024 sowie Bilder und Grafiken können hier heruntergeladen werden:  www.boell.de/bodenatlas, www.bund.net/bodenatlas2024, www.tmg-thinktank.com/bodenatlas

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