BUND Rheinland-Pfalz warnt vor Wildunfällen in der dunklen Jahreszeit

29. November 2022 | Wildkatze

Wildkatze, Luchs und Co. – Gefahr durch Straßen

Verunfallte Wildkatze (Foto: BUND/Leonhardt)

Mainz. Die Tage werden kürzer, es wird früher dunkel und so wächst die Gefahr für Wildunfälle. Da nun der Berufsverkehr immer mehr in die dunklen Stunden und damit in die Zeit fällt, in der viele Wildtiere besonders aktiv sind, warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz vor Wildunfällen im Straßenverkehr.

„Wildkatze oder Luchs: Für viele seltene Arten in Rheinland-Pfalz ist der Straßentod Todesursache Nummer eins“, so Dr. Katrin Koch, Projektleiterin beim BUND. Insgesamt werden schätzungsweise 250.000 Rehe, Hirsche, Wildschweine und unzählige andere Tiere jedes Jahr auf Deutschlands Straßen überfahren.

Die Zerschneidung der Lebensräume ist eine direkte Bedrohung und hindert viele Arten am Wandern. „Die Europäische Wildkatze zeigt das Problem sehr deutlich. In Rheinland-Pfalz werden jedes Jahr bis zu 100 Wildkatzen im Rahmen des Totfundmonitorings gemeldet. Im Herbst starten die Jungkatzen mit ihrer Wanderung auf der Suche nach neuen Revieren. Dies tun sie bevorzugt in der Dämmerung.  Im Herbst sind das die späten Nachmittagsstunden, wenn viele Autos unterwegs sind“, erklärt Koch. 

Durch Rücksichtnahme im Straßenverkehr mit angepasster langsamerer Geschwindigkeit können einige Wildunfälle verhindert werden: Wenn Wild auftaucht, heißt es Fernlicht abblenden, kontrolliert bremsen und hupen, dabei jedoch auf den nachfolgenden Verkehr achten. Autofahrer*innen müssen jederzeit mit Nachzüglern oder panischen Tieren rechnen, die überraschend auf die Straße springen. Deshalb auch wenn das Wild vorbei ist, langsam weiterfahren und den Straßenrand beobachten.

Kommt es zu einem Wildunfall, heißt es wie bei jedem anderen Unfall, Unfallstelle absichern, Warnblinker einschalten, Warnweste anlegen, Warndreieck aufstellen und die Polizei benachrichtigen.

 

Um die Gefahr von Wildunfällen zu verringern, muss die immense Zerschneidung der Natur durch Straßen verringert werden. Hier sind Politik und Behörden gefordert, um die laut der „Nationalen Biodiversitätsstrategie“ der Bundesregierung wesentliche Beeinträchtigung des Lebensraumverbunds durch das Straßennetz zu vermeiden. Der BUND Rheinland-Pfalz setzt sich daher auch besonders ein gegen den Ausbau der Bundesstraße B10 durch das Biosphärenreservat Pfälzerwald, den Neubau der A1 in der Eifel, die geplanten Ortsumgehungen an den Bundesstraßen B8 uns B50 zwischen Altenkirchen und Weyerbusch und an der B248 bei Straßenhaus sowie weitere umstrittene Straßenbauprojekte.

Weiterführende Informationen:
Ein Rechtgutachten des BUND hat erst kürzlich gezeigt, dass der Bundesverkehrswegeplan 2030 verfassungswidrig ist. Er läuft den verbindlichen Zielen zu Klimaschutz und Biodiversität zuwider. Deutschland braucht keine neuen Fernstraßen, sondern eine Verlagerung des hohen Verkehrsaufkommens auf das Schienennetz und den öffentlichen Nahverkehr. 

Das Rechtsgutachten im Auftrag des BUND und eine Zusammenfassung finden Sie unter: www.bund.net/bvwp-rechtsgutachten bzw. www.bund.net/bvwp-zusammenfassung 

Für Rückfragen:  Dr. Katrin Koch, 0176 - 15869440, katrin.koch(at)bund-rlp.de

 

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