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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Böden - eine endliche Ressource

Böden sind eine endliche Ressource. Böden sind nicht oder nach menschlichen Maßstäben nur sehr langsam erneuerbar. Böden ernähren Pflanzen, die wir essen, bieten den Pflanzenwurzeln Halt und schützen sie. Böden filtern und reinigen das Wasser und stellen die Grundwasserneubildung sicher. Böden erfüllen also unzählige Funktionen, die unersetzlich wichtig sind - für Ökosysteme und damit für uns Menschen.

Pressemitteilung des BUND Mecklenburg-Vorpommern zum Tag des Bodens:

Studie: Böden werden immer schlechter - nur noch 60 Ernten möglich

Die Ackerböden werden weltweit schlechter. Neben Erosion und Verdichtung trägt der abnehmende Humusgehalt dazu bei. Der BUND hält den Öko-Landbau für den einzigen Ausweg.

Schwerin (dpa/mv) - Vor dem Weltbodentag am 5. Dezember hat die Umweltorganisation BUND auf die weltweite Verschlechterung landwirtschaftlicher Böden hingewiesen. Der Agrarexperte des BUND in Mecklenburg-Vorpommern, Burkhard Roloff, sagte am Dienstag in Schwerin: «Täglich und oft unbemerkt findet weltweit die Boden-Verschlechterung statt in Form von Versiegelung, Wind- und Wasser-Erosion, Verdichtung und Verschlämmung.» Zunehmend verschlechtere sich der Boden jedoch auch durch den Verlust an organischer Substanz und die Verringerung der biologischen Vielfalt in und auf den Böden. Roloff berief sich auf eine Studie der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO.

Demnach ist die Qualität von einem Drittel der weltweit nutzbaren Böden schlecht. Jedes Jahr verliere die Menschheit etwa zehn Millionen Hektar fruchtbaren Boden. Die Böden der Erde könnten nur noch für etwa 60 Erntejahre ausreichende Erträge liefern.  

Entscheidend für die Bodenqualität ist Roloff zufolge der Humus - die Gesamtheit der toten organischen Substanz im Boden. «Humus ist Speicher- und Puffermedium für Wasser, Nähr- und Schadstoffe, steuert wesentlich das Nähr- und Schadstoffrückhaltevermögen der Böden und wirkt bodenstrukturbildend», sagte er. Die bundesweite Bodenuntersuchung aus dem Jahr 2008 ergab, dass ein Drittel der Böden (34 Prozent) nur 1 bis 2 Prozent Humus enthielten und 47 Prozent zwischen 2 und 4 Prozent Humus. Gute Böden sollten bis zu 5 Prozent Humus enthalten, sagte Roloff.

Am Weltbodentag am Mittwoch will das Thünen-Institut in Braunschweig die Ergebnisse seiner bundesweiten Bodenzustandserhebung in der Landwirtschaft vorstellen. Dafür wurden an mehr als 3000 Standorten Probeuntersuchungen gemacht. Roloff zufolge ist mit weiter abfallenden Humuswerten zu rechnen. In Mecklenburg-Vorpommern weisen nach seinen Worten zwei Drittel der Ackerböden geringe Humusgehalte von weniger als 2 Prozent auf.

Dem Bund für Umwelt- und Naturschutz zufolge erfordert die Situation eine Abkehr von der industriellen Pflanzenproduktion hin zu einer bodenschonenden, humusmehrenden Landbewirtschaftung mit vielfältigen Fruchtfolgen. Die Böden müssten ausreichend mit organischem Material versorgt werden, etwa durch Mischkulturen, Untersaaten oder Zwischenfrüchte sowie durch das Liegenlassen von Ernterückständen auf den Feldern und Festmist oder Kompost als Dünger.

Die Landesvorsitzende der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern, Claudia Schulz, sagte: «Unsere Böden sind nicht fit für den Klimawandel.» Auch sie forderte, dass sich die Bewirtschaftung grundlegend ändern müsse. Durch Humusverlust, Bodenverdichtung und Erosion der Böden nehme deren Wasserspeicherfähigkeit ab. Die zunehmenden Extremwetterlagen verschärften das Problem. Die Böden trockneten schnell aus beziehungsweise überschwemmten. Schulz zufolge ist die Förderung von Bewirtschaftungsmethoden nötig, die Bodenleben und Humusaufbau fördern - wie Mischkulturen, vielfältige Fruchtfolgen und ganzjährige Bodenbedeckung. Chemisch-synthetische Mineraldünger und Pestizide schädigten die Bodenlebewesen, ihre Anwendung müsste reduziert werden.

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 (T.Schneckenburger (BUND))

Warum sind Böden so wichtig?

Böden ermöglichen das Wachstum von Pflanzen. Sie speichern das Wasser, versorgen die Pflanze Stück für Stück mit Nährstoffen und sorgen für Verdunkelung der Wurzeln, einen festen Halt und eine gute Durchlüftung. Böden filtern das Wasser und binden Schadstoffe, wie zum Beispiel Antibiotika und Pestizide, die sonst im Grundwasser landen. Mikroorganismen können viele Schadstoffe sogar abbauen. Böden können in begrenzter Menge auch Nitrat speichern. Auch das hängt, wegen des Stickstoffkreislaufes, neben chemischen Bedingungen mit den Mikroorganismen im Boden zusammen. Böden sorgen also für unsere Nahrung und sauberes Wasser.

Was ist ein Boden?

Ein Boden ist ein Gemisch aus verwitterten und im Boden neu gebildeten Mineralen, organischen Stoffen im Boden, die überwiegend aus Pflanzenresten stammen (Humus), aus Luft und Wasser. Aber nicht nur das allein. Boden ist Lebensraum für eine Vielzahl an Lebewesen - Pflanzen und Tiere. Ein fruchtbarer Boden braucht eine stabile Struktur, die größtenteils von Bodenlebewesen geschaffen wird. Ein Klebstoff für die Struktur ist Humus. Der entsteht durch ein Zusammenwirken vieler Bodenorganismen, von Pilzen und Bakterien bis hin zu Springschwänzen und Regenwürmern. Humus kann eine Vielzahl an Nährstoffen für Pflanzen und viel Wasser speichern.

Wodurch werden unsere Böden gefährdet?

Verdichtung, Humusverlust und Schadstoffe beeinträchtigen die Fruchtbarkeit unserer Böden. Wie das geschieht, finden Sie in Kürze hier.

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