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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Stegskopf – ehemaliger Truppenübungsplatz und traditionelle Huteweidelandschaft im Hohen Westerwald

Der zum Nationalen Naturerbe gehörige Stegskopf im Hohen Westerwald ist kulturhistorisch und für den Schutz der Artenvielfalt von großer Bedeutung.

Vielfältige Kulturlandschaft

Der Stegskopf ist seit 2016 Nationale Naturerbe (NNE) und befindet sich im Norden von Rheinland-Pfalz im Dreiländereck Rheinland-Pfalz – Nordrhein-Westfalen – Hessen. Das Gebiet liegt auf dem basaltigen Hochplateau des Hohen Westerwalds. Mit 654 m ist der Berg Stegskopf eine markante Erhebung. Das Gebiet ist ein Relikt der Huteweidelandschaft, wie sie für den Hohen Westerwald bis mitte des 20. Jahrhunderts typisch war, und ist damit von großer kulturhistorische Bedeutung.

Durch die Weidenutzung und die militärische Nutzung ist das Gebiet unzerschnitten und bietet eine reich strukturierte Landschaft mit einem Mosaik unterschiedlichster Lebensräume. Offenlandbiotope, wie artenreiche Mähwiesen, Borstgrasrasen, Feuchtwiesen und Übergangsmoore, wechseln sich mit naturnahen Wäldern (v. a. Buchenwälder, teilweise Moor- und Auenwälder) und Fließgewässern ab. Das „Derscher Geschwämm“ ist als großflächiges strukturreiches Quellmoorgebiet von herausragender Bedeutung. Dort wurde bis 1926 in geringem Maße Torf abgebaut.

Unter Schutz für die Artenvielfalt 

Die Bedeutung des Nationalen Naturerbe Stegskopf für den Arten- und Biotopschutz zeigt sich auch darin, dass das Gebiet 2004 sowohl als FFH-Gebiet als auch als Vogelschutzgebiet europäischen Schutzstatus erlangte.

Durch die Vielfalt an Lebensräumen und Strukturen finden viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten hier noch einen Rückzugsraum. Beispielhaft seien folgende (teilweise ehemals) charakteristische und gefährdete Arten genannt: Braunkehlchen, Bekassine, Raubwürger, Rauhfußkauz und Rotmilan für die Vögel, Skabiosen-Scheckenfalter, Blauschillernder Feuerfalter und Ameisenbläulinge für die Schmetterlinge, Arnika, Trollblume und Moorbirke für die Pflanzenarten.

Artenvielfalt in Gefahr

Verbuschende Fläche auf dem Stegskopf Bei zu wenig Beweidung verbuscht das Gebiet zu stark. Lebensraum für die typischen Tier- und Pflanzenarten geht verloren.  (BUND)

Doch auch der Stegskopf ist vom Rückgang der Artenvielfalt betroffen. Die Huteweidelandschaft ist durch Nutzung entstanden. Um die vorhandene Struktur- und Artenvielfalt zu erhalten, ist deshalb eine weitere extensive Nutzung oder Pflege erforderlich. Eine zu geringe Nutzung oder Pflege führt zur Verbuschung und zum Rückgang der typischen Tier- und Pflanzenwelt.  

Links

Der Stegskopf ist Teil des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets (FFH-Gebiets) “Feuchtgebiete und Heiden des Hohen Westerwaldes”  und des Vogelschutzgebiets (VSG) "Westerwald". Hier geht es zu den Gebietssteckbriefen auf den Seiten der Naturschutzverwaltung des Landes:

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