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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Bündnis „Nix in den Mainzer Sand setzen“ übergibt Einwendungen

11. Oktober 2019 | Klimawandel, Mobilität, Naturschutz

Mainz. Das Bündnis „Nix in den Mainz Sand setzen“, dem auch der BUND angehört, übergibt Einwendungen gegen die Pläne zum Ausbau der A 643 an Umweltdezernentin Katrin Eder. 282 Einwendungen von Bürgerinnen und Bürgern hat das Bündnis zentral gesammelt. Weitere Einwendungen gingen der Stadt Mainz und dem LBM direkt zu.

Foto: BUND RLP

Im Rahmen der zum Teil sehr detaillierten Einwendungen weisen die jeweiligen Verfasser auf zum Teil gravierende Fehler in den Plänen und den zugrundeliegenden Gutachten und Untersuchungen hin.

Unter anderem beklagen die Einwender, dass in dem europaweit einzigartigen Gebiet viele der wertgebenden Tier- und Pflanzen-Arten bzw. die Auswirkungen der Pläne auf diese Arten nicht untersucht wurden.

So ist der Mainzer Sand unter Wissenschaftlern berühmt für die Vielfalt und Seltenheit der dort vorkommenden Bienen und Wespen. Erst vor wenigen Jahren wurde im Mainzer Sand die seit 150 Jahren verschollene Dünen-Steppen-Biene wiedergefunden. Dennoch wurden die Auswirkungen des Baus der Autobahn und der begleitenden bis zu 8 Meter hohen Lärmschutzwand auf diese Arten nicht untersucht. Dies erscheint vielen Einwendern gerade vor dem Hintergrund des Bienensterbens gänzlich unverständlich.

Ein wichtiger Kritikpunkt des Bündnisses wie vieler Einwender ist es, dass die sich anschließenden Auswirkungen auf den Lennebergwald in keiner Weise Berücksichtigung finden. Durch die Pläne für den Ausbau zwischen Mombach und Gonsenheim wird auch die weitere Streckenführung vorgezeichnet. Durch einen sechsstreifigen Ausbau bis zum Autobahn Dreieck Mainz müssen rund 800 Bäume gefällt werden. Den Schäden, die der Lennebergwald erfährt, wird in keiner Weise Rechnung getragen. Dies ist besonders schlimm, da der Wald durch den Klimawandel bereits stark vorgeschädigt ist.

Auch aus rechtlicher Sicht kritisieren die Bündnismitglieder und Einwender die Pläne. Da der Mainzer Sand auf höchster europäischer Ebene als gemeinsames europäisches Naturerbe geschützt ist muss nach europäischem Recht geprüft werden, ob es zumutbare Alternativen gibt, die die Natur besser schützen.

Die vom Bündnis „Nix in den Mainz Sand setzen“ vorgeschlagene 4+ 2 Lösung, die sowohl dem Verkehr, den Anwohner als auch der Natur Rechnung trägt, wird in der Planung in erster Linie aus formalen Gründen verworfen. Eine solche Argumentationsweise findet weder bei den einwendenden Bürgern noch bei den Naturschützern Zustimmung. So führt der LBM als Begründung z.B. die Weisung des Bundesverkehrsministers und den Staatsvertrag zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen an.

„Die Weisung lässt sich zurückziehen, den Vertrag kann man einfach" ändern, sagt Jürgen Weidmann einer der Sprecher des Bündnisses. „Insbesondere, da beide Länder schon mehr oder weniger von diesem Vertrag abgerückt sind, kann man mit diesen Argumenten nicht einfach eine Alternative verwerfen, die der Natur große Vorteile aber keine Nachteile für die Bürger bringt“.

Zudem verweist Weidmann auf eine weitere Alternative „Damit wir schnell zu einer Lösung kommen, sollten die beiden Vorlandbrücken gebaut werden und die Planung für den folgenden Bereich durch den Mainzer Sand und den Lennebergwald im Lichte der notwendigen Mobilitätswende und der vielfältigen Einwände der Bürger überdacht werden. Nach der notwendigen Verbesserung des ÖPNV und einem veränderten Mobilitätsverhalten reicht der Bau der Brücken möglicherweise bereits aus, die Verkehrssituation zu verbessern“.   

Da die komplette Arbeit für eine 4+2-Lösung ehrenamtlich und unentgeltlich bewältigt wird, bittet das Bündnis um Spenden zum Schutz der einzigartigen Natur des Mainzer Sands und des Lennebergwalds. Die Spenden finden Verwendung für die juristische und gutachterliche Begleitung des Planfeststellungsverfahren bezüglich des geplanten Aus- und Umbaus der A643 – einschließlich einer möglichen Klage gegen die Planungen. Gelder, die nicht für diesen Zweck ausgegeben werden, werden für die Pflege und den Schutz der beiden Naturschutzgebiete verwendet.

 

Die Spenden nimmt entgegen:

BUND Rheinland-Pfalz

Konto-Nummer 1559192 bei der Volksbank Alzey-Worms eG BLZ 550 912 00

IBAN: DE50550912000001559192 BIC: GENODE61AZY

Als Spendenzweck bitte angeben: „Mainzer Sand“

 

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